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24.06.2024

Nur jeder fünfte Fintech-Gründer würde wieder in Deutschland gründen

Insgesamt erlebt eine deutliche Mehrheit von zwei Drittel der Fintechs die Finanzmarktregulierung in Deutschland als einschränkend für ihr Unternehmen.

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© pichetw/fotolia.com

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich SPD, FDP und Grüne das Ziel gesetzt, Deutschland zum europaweit führenden Standort für Fintechs zu machen – doch von diesem Versprechen sind sie nach Ansicht der Startups noch weit entfernt. Für ihre bisherigen Bemühungen vergeben die Fintechs bislang nur die Schulnote „ausreichend“, gerade einmal 19 % würden wieder in Deutschland gründen. Nur 18 % sind der Meinung, in Deutschland gibt es genug Venture Capital für Fintechs, 19 % bewerten das Finanzierungs-Ökosystem für Fintechs in Deutschland insgesamt als positiv. Das sind Ergebnisse der Studie „Standort Deutschland: Fintechs ziehen Bilanz​“, für die der Digitalverband Bitkom 54 Fintechs befragt hat.

Zu viel Bürokratie und Verwaltungsaufwand

Größte Herausforderung beim Wachstum ist für deutsche Fintechs Bürokratie und Verwaltungsaufwand (46 %). Fintechs, die von der Aufsichtsbehörde Bafin eine Erlaubnis für Dienstleistungen des Bank- und Finanzwesens erhalten haben, mussten darauf im Schnitt zwei Jahre warten. Weitere Herausforderungen sind die Finanzierung (33 %) sowie die schwierige Zusammenarbeit mit etablierten Playern (22 %). 19 % nennen die Erlangung einer aufsichtsrechtlichen Lizenz, je 17 % laufende Aufsichtspflichten sowie ein zu schwach ausgeprägte Fintech-Ökosystem. Dagegen sehen nur 7 % den Wettbewerb in Deutschland als Wachstumshemmnis.

Starke Finanzmarktregulierung statt Innovation

Insgesamt erlebt eine deutliche Mehrheit von zwei Drittel (65 %) der Fintechs die Finanzmarktregulierung in Deutschland als einschränkend für ihr Unternehmen. 82 % beklagen, dass in Deutschland bei der Umsetzung von Regulierungsvorgaben die Risikovermeidung statt Innovation oder Kundenerfahrung im Zentrum steht. 67 % sehen sich dadurch im weltweiten Wettbewerb benachteiligt, 53 % im europäischen Wettbewerb. Entsprechend plädieren 72 % für ein klares und harmonisiertes Lizenzierungsverfahren in allen EU-Mitgliedsstaaten. Das würde den Marktzugang für Fintechs erleichtern, weil sie in jedem EU-Land dieselben Anforderungen und Standards erfüllen müssten.

Die vollständige Studie mit zahlreichen weiteren Ergebnisse steht hier zum Download bereit.

(Bitkom vom 20.06.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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