14.04.2023

Nur noch jedes zweite KMU braucht Bankfiliale

Die Bankenlandschaft in Deutschland wandelt sich schnell. Nicht nur werden die Filialstandorte weniger, parallel dazu hat auch die Filialnutzung des Mittelstands drastisch abgenommen, wie die repräsentativen Daten aus dem KfW-Mittelstandspanel zeigen.

Beitrag mit Bild

© kevers/fotolia.com

Nur noch jedes zweite kleine und mittlere Unternehmen (50 %) hat im Jahr 2021 vor Ort in der Bank einen Termin wahrgenommen. Im Jahr 2019 lag der Anteil bei 57 %, im Jahr 2017 sogar noch bei 65 %.

In absoluten Zahlen ausgedrückt waren damit zuletzt rund 1,88 Millionen kleine und mittlere Unternehmen zu mindestens einem Anlass im Jahr in einer Bank- oder Sparkassenfiliale zu einem Geschäftstermin vor Ort – das sind rund 300.000 weniger als noch im Jahr 2019, gegenüber 2017 summiert sich der Rückgang sogar auf 560.000 Unternehmen. Der Rückgang der Filialbesuche zieht sich quer durch alle Segmente im Mittelstand. Lediglich mit der Unternehmensgröße nimmt die Anzahl der Filialbesuche zu, was auf ein mit der Unternehmensgröße steigendes Finanzierungsvolumen und höheren Beratungsbedarf zurückgehen dürfte. Unverändert stark ist übrigens die Bindung des Mittelstands an seine Hausbank: 93 % aller Filialkontakte fanden bei den jeweiligen Hausbanken statt.

Wandel in den Kommunikationsmustern

Der jüngste Rückgang von Filialkontakten mittelständischer Unternehmen dürfte Ausdruck eines grundsätzlich voranschreitenden Wandels in den Kommunikationsmustern sein. Auch die Corona-Krise, während der Bankfilialen zeitweise geschlossen bleiben mussten, dürfte die Entwicklung geprägt haben: 44 % der mittelständischen Unternehmen berichten generell von einem abnehmenden persönlichen Kontakt mit ihren Bankberatern in den vergangenen fünf Jahren. Parallel dazu gewinnen die digitalen Kommunikationswege an Bedeutung: Mittlerweile führen 32 % der Unternehmen eine verstärkte Nutzung von Bank-Apps in den letzten fünf Jahren an, ein Zuwachs von 13 Prozentpunkten. Aber auch der Kontakt via E-Mail (+12 Prozentpunkte auf 52 %) sowie das Telefon als „althergebrachte“ Kommunikationsform (+10 Prozentpunkte auf 36 %) nehmen an Relevanz zu.

(KfW vom 11.04.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

©helmutvogler/fotolia.com

23.09.2026

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte

Das Eurosystem treibt die Tokenisierung der Finanzmärkte voran. Am 21.09.2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit „Pontes“ eine Infrastruktur gestartet, über die Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abgewickelt werden können. Damit setzt die Notenbank erstmals ihre Strategie für einen stärker auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Finanzmarkt praktisch um. Sicheres Geld für digitale Märkte Tokenisierung soll

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte
Meldung

pitinan/123.rf.com

22.09.2026

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %

Deutschland investiert deutlich mehr in Künstliche Intelligenz, und generative KI treibt das Wachstum. Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben für generative KI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware wächst um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, nach 19,4 Milliarden Euro in

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %
Meldung

© habrda/ fotolia.com

21.09.2026

Autoindustrie: Gewinne und Margen brechen ein

Die deutschen Autokonzerne geraten im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck. Während der Umsatz der 19 größten Autohersteller weltweit im ersten Halbjahr 2026 um 3,6% auf den Rekordwert von 1,048 Billionen Euro stieg, sanken die Erlöse der deutschen Hersteller um 2,9% auf 284 Milliarden Euro. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Gewinne und

Autoindustrie: Gewinne und Margen brechen ein
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)