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02.03.2017

Ölpreis: Prognosen sehen 2017 leichten Anstieg

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Nach 2016 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 43 USD erwarten sämtliche Prognosen für 2017 einen leichten Anstieg dieses Mittelwerts auf gut 50 USD. Dabei setzen die OPEC-Förderkürzungen das untere Preislimit; die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der US-Schieferölproduzenten und höhere US-Exporte halten zudem die obere Grenze niedrig.

Nach 2016 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 43 USD erwarten sämtliche Prognosen für 2017 einen leichten Anstieg dieses Mittelwerts auf gut 50 USD. Dabei setzen die OPEC-Förderkürzungen das untere Preislimit; die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit der US-Schieferölproduzenten und höhere US-Exporte halten zudem die obere Grenze niedrig.

Nachdem die OPEC im November 2016 eine Drosselung der Förderung beschlossen hat, erwarten die Erdöl-produzierenden Länder für 2017 einen leichten Anstieg des Ölpreises. Die drei Länder mit den genauesten Prognosen im Zeitraum 1999 bis 2016 sehen im Jahresschnitt einen Preis von 55 Dollar pro Barrel. Institutionelle Organisationen wie die New York Mercantile Exchange (NYMEX), die US-Energiebehörde EIA und die OECD, deren Prognosen seit 2009 durchwegs treffsicherer waren als die der Produzenten, erwarten ebenfalls einen Anstieg – allerdings auf einem niedrigeren Niveau von durchschnittlich 50 Dollar. Dies sind die zentralen Ergebnisse der diesjährigen Studie „Oil Price Forecast – Who predicts best?“ von Roland Berger.

„Seit 2014 ist der Ölpreis wegen Überkapazitäten unter Druck“, sagt Walter Pfeiffer, Partner von Roland Berger. 2016 lag der Preis im Jahresmittel bei 43 Dollar und somit deutlich niedriger als die 49 Dollar, die von den drei treffsichersten ölproduzierenden Ländern prognostiziert worden waren. Ihr Vorhersagefehler betrug im Mittel 14 Prozent. Dagegen lagen die Prognosen der institutionellen Organisationen NYMEX, EIA und OECD mit durchschnittlich 42 Dollar nur um 5 Prozent daneben. „Wir haben das Gefühl, dass die ölproduzierenden Länder aus politischen Gründen zu hohe Prognosen abgeben“, sagt der Roland Berger-Ölexperte.

Für 2017 erwarten nun sowohl die institutionellen Prognosen als auch die führenden Ölproduzenten einen Anstieg des durchschnittlichen Ölpreises. „Das hängt vor allem mit der von der OPEC und weiteren ölproduzierenden Ländern beschlossenen Kürzung der Fördermengen zusammen“, erklärt Pfeiffer. „Allerdings wird deren Wirkung durch den starken Ausbau der amerikanischen Schieferölförderung und deren sinkende Kosten abgeschwächt.“

Ölpreis wahrscheinlich längerfristig um 50 Dollar pro Barrel

Damit wird auch der Korridor, innerhalb dessen der Ölpreis schwankt, enger als früher: „Nach unten wird der Ölpreis begrenzt durch die Disziplin der OPEC-Länder und großer Produzenten wie Russland“, erläutert Walter Pfeiffer: „Halten diese sich an die im November 2016 beschlossene reduzierte Förderung von 1,8 Millionen Barrel pro Tag, steigen die Preise.“ Auf der anderen Seite setzt die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Fracking-Industrie ein Preislimit nach oben: Brauchten die amerikanischen Schieferöl-Produzenten 2014 noch einen Ölpreis von 80 Dollar für eine kostendeckende Förderung, arbeiten viele von ihnen inzwischen schon bei 40 Dollar pro Barrel profitabel.

„Hinzu kommt, dass die Schieferölfirmen ihre Produktion sehr schnell nach oben fahren können, wenn der Ölpreis ansteigt“, sagt Pfeiffer. Und weil die USA sich inzwischen vom Öl-Importeur zum Exporteur entwickelt haben, wirkt sich diese Flexibilität auch auf den Ölmarkt in Europa und weltweit aus und beeinflusst so die Preise. „Aus unserer Sicht ist daher ein längerfristiges Szenario mit Ölpreisen um 50 Dollar wahrscheinlich“, erklärt Pfeiffer.

Ölbranche im Aufwind

Für die Produzenten ist dieser, wenn auch leichte Anstieg positiv: „Der Ölindustrie geht es insgesamt deutlich besser als noch vor ein, zwei Jahren“, sagt Roland Berger-Partner Pfeiffer. „Mit einem Ölpreis von knapp über 50 Dollar, wie er seit dem Beschluss der OPEC konstant zu beobachten ist, kann die Branche leben. Außerdem zeigt auch der Sparkurs der Firmen aus den vergangenen Jahren jetzt seine Wirkung.“ Es wird auch wieder investiert und die Zahl der Akquisitionen nimmt deutlich zu, beobachtet Pfeiffer. „Gerade Schieferölproduzenten sind sehr begehrt; in Amerika ist ein Übernahmefieber ausgebrochen.“

(Pressemitteilung Roland Berger vom 01.03.2017)


Redaktion

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