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27.11.2020

PE: Mit dem richtigen Value-Creation-Plan die Corona-Krise meistern

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© pichetw/fotolia.com

Megainvestitionen, Rekordzuflüsse, hohe Renditen: Anfang 2020 konnte die Private-Equity-(PE-)Branche auf die besten sechs Jahre ihrer Geschichte zurückblicken. Seither aber befindet sich die Welt im Corona-Schock. Zwar eröffnen sich auch in dieser Krise attraktive Einstiegsmöglichkeiten in Unternehmen. Doch die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen und die tiefe Rezession verändern Märkte und Branchen – und damit die Performance bestehender Beteiligungen.

In der Studie „Is Your Portfolio Company’s Value Creation Plan Still on Track?” zeigt die internationale Unternehmensberatung Bain & Company, wie PE-Fonds ihr Portfolio krisenfest machen und es für den nächsten Aufschwung rüsten können.

Wertsteigerungsstrategien sind teilweise obsolet

Aktuell hat die PE-Branche mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen. „Eines aber ist gewiss“, konstatiert Bain-Partner Alexander Schmitz, der die PE-Praxisgruppe im deutschsprachigen Raum leitet. „Die noch Anfang 2020 gültigen Strategien zur Wertsteigerung von Portfoliounternehmen sind am Jahresende zu einem guten Teil oder sogar komplett obsolet.“ Solche Value-Creation-Pläne entstehen zu Beginn eines Investments auf Basis einer Due Diligence und skizzieren den Weg für die angestrebte Wertsteigerung.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen und der Disruption in zahlreichen Märkten sollten PE-Fonds ihr Portfolio nun mit der gleichen Akribie durchleuchten wie im Zuge der ursprünglichen Due Diligence. Die Analyse der Märkte, Kunden und Wettbewerber liefert wichtige Erkenntnisse, um die Strategie der Portfoliounternehmen neu auszurichten. Dabei ist Eile geboten. „PE-Fonds, die die Veränderungen schnell erkennen und rasch handeln, können ihren Portfoliofirmen einen entscheidenden Vorsprung verschaffen“, so Schmitz.

Automatisierung, Deglobalisierung und Virtualisierung beschleunigen sich

PE-Experten müssen bei der Neuausrichtung ihrer Portfoliostrategie drei Megatrends im Blick behalten, die sich durch die Pandemie beschleunigen:

  1. Automatisierung. In turbulenten Zeiten setzen Unternehmen alles daran, schneller und agiler zu werden. Dabei geht es in der Regel um die Automatisierung der Produktion. Doch nun müssen Prozesse in allen Unternehmensbereichen neu aufgesetzt werden, da die Wettbewerbsfähigkeit immer mehr von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen abhängt.
  2. Deglobalisierung. Die zunehmenden weltweiten Handelskonflikte sorgen dafür, dass Unternehmen Redundanzen bei Zulieferern schaffen und Teile des Betriebs zurück in ihre Heimatregion verlagern. Im Zuge der Pandemie suchen sie nun noch stärker eine neue Balance zwischen Effizienz und Resilienz in ihren Lieferketten.
  3. Virtualisierung. Der Einsatz moderner Technologien reduziert Distanzkosten und verändert die Art, wie und wo Menschen arbeiten, einkaufen und kommunizieren. Dieser Prozess wird durch die Corona-Krise um Jahre beschleunigt.

Alle drei Trends haben in allen Branchen großen Einfluss auf die Wettbewerbsdynamik und bieten Vorreitern die Chance, sich abzusetzen. Je nach Ausgangslage ergibt sich für PE-Beteiligungen eine Vielzahl von Möglichkeiten. So haben etablierte Marktführer gerade jetzt die Chance, ihre Marktposition weiter zu stärken. Exemplarisch dafür steht der Lebensmitteleinzelhandel. Dort hatten sich neue Marken in den vergangenen Jahren zunehmend Regalplatz erkämpft und bis Anfang 2020 für gut ein Drittel des Marktwachstums gestanden. Doch seit dem ersten Lockdown im Frühjahr haben die etablierten Marken ihre größenbedingte Stärke konsequent ausgespielt und konnten so bis heute ihren Anteil am Marktwachstum wieder auf 95 Prozent ausbauen.

PE-Erfolgsgeschichte fortschreiben

„Wenn sich Unternehmen jetzt richtig aufstellen, können sie erheblich schneller Marktanteile erobern als sonst“, betont Bain-Partnerin und Private-Equity-Expertin Silvia Bergmann. Unerlässlich dafür sei ein geeigneter Value-Creation-Plan. Um diesen erarbeiten zu können, sollten sich PE-Fonds vorrangig mit drei Fragen beschäftigen:

  1. Was und wie kaufen Kunden und wie haben sich die Kaufkriterien in der Krise verändert?
  2. Wie hat sich die Nachfrage entwickelt und welche Veränderungen stehen unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien noch bevor?
  3. Hebt sich das Portfoliounternehmen vom Wettbewerb genauso ab wie vor der Krise? Und wie kann es sich weiter absetzen?

Die meisten PE-Manager haben unmittelbar auf die durch die Pandemie ausgelösten Turbulenzen reagiert. Nun aber gilt es, die strategischen Weichen für die Post-Corona-Zeit zu stellen und so die Voraussetzungen zu schaffen, die Erfolgsgeschichte der PE-Branche fortzuschreiben. „Investoren erwarten von PE-Fonds überdurchschnittliche Renditen“, so Bergmann. „Mit den richtigen Value-Creation-Plänen lassen sich diese auch weiterhin erzielen.“

(Pressemitteilung Bain vom 26.11.2020)


Redaktion

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