• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Private Banking: Erträge der Vermögenden steigen, die der Banken nicht

17.08.2016

Private Banking: Erträge der Vermögenden steigen, die der Banken nicht

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Die im Private Banking verwalteten Vermögen sind in Deutschlan in 2015 um 9 Prozent und in Europa um 7 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen McKinsey Private Banking Survey hervor. Die Erträge der Anbieter im Private Banking stagnieren jedoch.

Die im Private Banking verwalteten Vermögen sind in Deutschlan in 2015 um 9 Prozent und in Europa um 7 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen McKinsey Private Banking Survey hervor.  Die Erträge der Anbieter im Private Banking stagnieren jedoch.

Die im Private Banking verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) sind im vergangenen Jahr in Deutschland um 9% und in Europa insgesamt um 7% gestiegen. Dazu trug die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten bei: In Deutschland kamen 5 %-Punkte der Aufwärtsbewegung von Kursgewinnen, nur 4 %-Punkte durch zusätzlich angelegte Kundengelder (Nettomittelzuflüsse). In Europa stammten 3 %-Punkte der insgesamt 7% aus Kursgewinnen und 4 %-Punkte aus Mittelzuflüssen. Dies sind Ergebnisse aus dem neuen Private Banking Survey von McKinsey & Company. Die Unternehmensberatung befragte dafür fast 200 Banken in Europa, Nordamerika, Asien, Lateinamerika und dem Mittleren Osten.

Die deutschen Anleger erzielten im Vergleich zu den Kunden im restlichen Europa höhere Erträge, da sie mehr Mut zum Risiko zeigten. 33% der AuM stecken hierzulande in Aktien gegenüber 29% in Europa; die Barbestände sind gleichzeitig mit 26 statt 31% Anteil in Deutschland geringer. Ein Fünftel der verwalteten Vermögen in Deutschland sind in festverzinsliche Papiere angelegt.

„Angesichts schrumpfender Umsatzmargen müssen die Banken Antworten auf die verschärfte Regulierung, die Digitalisierung und die steigenden Ansprüche der Kunden finden“, sagte McKinsey-Seniorpartner Philipp Koch als Co-Autor zur Vorstellung der Analyse. Die Umsatzmarge der deutschen Anbieter ist im vergangenen Jahr von 70 auf 68 Basispunkte (0,68 Prozent des verwalteten Vermögens) gefallen. Die Gewinnmarge stagnierte hierzulande bei 17 Basispunkten, während sie im europäischen Schnitt 26 Basispunkte erreicht. Koch: „Europaweit sind die absoluten Erträge der Institute im Private Banking seit sechs Jahren jeweils gestiegen und erreichen jetzt wieder das Vorkrisenniveau von 2007.“

Tiefgreifende Marktveränderungen absehbar

Dass die Volumina im Private Banking auch in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen, ist keineswegs ausgemacht. Im Gegenteil: „Den Anbietern bleibt nicht viel Zeit, sich auf die schon heute absehbaren Veränderungen einzustellen“, so Experte Philipp Koch. Er nennt vier entscheidende Trends:

  • Kunden nehmen die Vermögensverwaltung zunehmend selbst in die Hand. „Gebühren und Kosten sind heute transparenter denn je, daher sollten die Banken ihr Wertversprechen sehr klar machen können und sich vom Markt differenzieren“, so Koch.
  • Kunden setzen mehr auf digitale Angebote. Auch im gehobenen Segment sind Online- und Multichannel-Angebote salonfähig geworden; die Anbieter müssen ansprechende Konzepte hierfür bereithalten.
  • Die Kosten bleiben unter Druck. Regulatorische Vorschriften, Wettbewerb und steigende Kundenansprüche erzwingen eine schlanke und agile Struktur. Koch: „Die Kostenbasis weiter zu verschmälern, gehört zu den wichtigsten Themen der Branche.“
  • Private Banking erfordert neue Talente. Anspruchsvollere und digitalaffine Kunden auf der einen Seite, neue Formate und Produkte auf der anderen – das verändert auch die Rollen der Mitarbeiter im Private Banking. „Die richtigen Mitarbeiter für das Banking von morgen zu gewinnen, gehört zu den Kernaufgaben des Topmanagements“, berichtet Koch.

Weltweit ist eine Verschiebung der Gewichte im Private Banking zu beobachten. Das Vermögen der wohlhabenden Kundenschicht (high net worth, HNW) ist in den vergangenen fünf Jahren um 40% auf zuletzt umgerechnet 53 Billionen Euro gestiegen. Dabei sind aber deutliche Unterschiede im Wachstum zu verzeichnen: Ein Drittel des Zuwachses stammt aus Asien. Dort stieg das Vermögen um 13,4% jährlich im Vergleich zu 5,8% in Nordamerika und nur 2,8% in Westeuropa.

(Pressemitteilung McKinsey vom 08.08.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Führungswechsel, Nachfolge, Erbe
Meldung

© cirquedesprit/fotolia.com

16.08.2022

Suche nach Unternehmensnachfolger wird immer schwieriger

Krisen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmen den betrieblichen Alltag. Darunter leidet auch die Unternehmensnachfolge. Obwohl viele Betriebe zur Nachfolge anstehen, möchten immer weniger Personen selbst Unternehmer sein oder Unternehmer werden. Das Nachfolgeinteresse hat insbesondere in den von Lockdowns betroffenen Branchen Handel und Gastronomie sowie bei kleinen Dienstleistungsunternehmen gelitten.

Suche nach Unternehmensnachfolger wird immer schwieriger
Startup, Startups
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

15.08.2022

Deutsche Unternehmen haben keine Zeit für Start-ups

Etablierten Unternehmen mangelt es oft an Tech-Know-how und Erfahrungen im Einsatz innovativer Technologien wie KI oder Blockchain, Start-ups fehlt es häufig an Auftraggebern und Marktzugang. Dies wäre eine ideale Grundlage für Kooperationen, und dennoch kommen Mittelstand und Konzerne nur selten mit Start-ups zusammen. Gerade einmal 24% der Unternehmen in Deutschland kooperieren mit Start-ups.

Deutsche Unternehmen haben keine Zeit für Start-ups
DAX
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

15.08.2022

DAX-Konzerne im zweiten Quartal mit Rekordumsatz aber Gewinnrückgang

Mit einem Umsatzwachstum von 13,7% haben die DAX-Konzerne das zweite Quartal 2022 erneut auf Rekordniveau abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 kletterte der Umsatz sogar um 26%. Beim Gewinn konnte allerdings – anders als im ersten Quartal – kein neuer Höchstwert erreicht werden: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Gesamtgewinn aller DAX-Konzerne um 19,3% auf knapp 39,6 Mrd. € – immerhin der zweithöchste je in einem zweiten Quartal erzielte Wert.

DAX-Konzerne im zweiten Quartal mit Rekordumsatz aber Gewinnrückgang
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank