• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Private-Equity-Geschäftsklima rutscht auf Krisenniveau ab

11.11.2022

Private-Equity-Geschäftsklima rutscht auf Krisenniveau ab

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Private-Equity-Markt hat sich im dritten Quartal des Jahres erneut deutlich abgekühlt. Der Geschäftsklima­indikator fällt um 16,2 Zähler auf -40,4 Saldenpunkte, berichtet die KfW im aktuellen German Private Equity Barometer, das unter den Mitgliedern des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, den Mitgliedsinvestoren des Deutsche Börse Venture Networks sowie weiteren Beteiligungsgesellschaften mit Sitz in Deutschland vierteljährlich erhoben wird. Einen so niedrigen Wert gab es bisher nur während der Finanzkrise Anfang 2009 sowie beim Ausbruch der Corona-Pandemie 2020.

Beitrag mit Bild

© pichetw/fotolia.com

Krisenstimmung auf dem Private Equity-Markt

Das Erwartungsurteil liegt deutlich unter dem Lageurteil, womit die Private-Equity-Investoren von einer weiteren deutlichen Abkühlung des Geschäftsklimas in den nächsten sechs Monaten ausgehen. Das Lageurteil verschlechtert sich dabei etwas stärker als das Erwartungsurteil. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage verliert 19,2 Zähler auf -29,7 Saldenpunkte. Der Indikator für die Geschäftserwartungen fällt um 13,3 Zähler auf -51,1 Saldenpunkte. Mit einem Abstand von -21,4 Zählern zwischen dem Lageurteil und dem schlechteren Erwartungsurteil gehen die Private-Equity-Investoren von einer weiteren deutlichen Abkühlung in den nächsten sechs Monaten aus.

Beginnende Rezession lässt Stimmung einbrechen

Deutschland ist auf Rezessionskurs eingeschwenkt. Im Zuge dessen fällt der Stimmungsindikator zum Konjunkturklima deutlich auf einen neuen Tiefpunkt. Angesichts der starken Leitzinserhöhungen zur Bekämpfung der hohen Inflationsraten rutscht auch der Stimmungsindikator zum Zinsniveau weiter ab und markiert ein neues Allzeittief. Die typischerweise große Rolle von Fremdkapital bei Private-Equity-Transaktionen kann erklären, warum das Geschäftsklima deutlich auf das steigende Zinsniveau reagiert. Es belastet nicht nur das Fundraising neuer Private-Equity-Fonds, sondern macht auch die Fremdkapitalaufnahme teurer.

Exitklima kühlt immer stärker ab

Durch die Auswirkungen gestörter Lieferketten und gestiegener Energiepreise auf die Wirtschaft ist laut der KfW-Konjunkturforscher auch der deutsche Aktienmarkt bereits seit Jahresbeginn unter Druck. Die immer klareren Rezessionsaussichten haben diesen Druck deutlich erhöht. Das hat zum bisher zweitstärksten Rückgang des Stimmungsindikators zu den Wertberichtigungen geführt. Die Einstiegsbewertungen konnten davon allerdings nicht weiter profitieren. Der Indikator hält sich kaum verändert im grünen Bereich. Dabei werden potenzielle Zielunternehmen wohl durch das wirtschaftliche Umfeld seltener und unattraktiver, wie die Indikatoren zum Dealflow zeigen. Aufgrund der Börsensituation sowie größer werdender wirtschaftlicher Sorgen bei potenziellen Käufern schränken sich auch die Exitmöglichkeiten weiter ein. Das Exitklima kühlt daher immer stärker ab.

Das German Private Equity Barometer für das 3. Quartal 2022 steht hier zum Download.

(Pressemitteilung KfW Research vom 07.11.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© kevers/fotolia.com

20.05.2026

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf

Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland suchen immer seltener eine Bankfiliale auf. Im Jahr 2024 nahmen erstmals weniger als die Hälfte der Unternehmen, nämlich 47 %, mindestens einen Geschäftstermin in einer Bank- oder Sparkassenfiliale wahr. Drei Jahre zuvor waren es 50 %, im Jahr 2017 noch 65 %. Der Rückgang der Filialbesuche geht somit weiter, die Dynamik hat

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf
Meldung

© pichetw/fotolia.com

19.05.2026

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter

Die Folgen der anhaltenden geopolitischen Konflikte werden für Unternehmen immer spürbarer, wie der aktuelle CFO Survey zeigt. So sind geopolitische Risiken der stärkste Risikofaktor für das eigene Unternehmen – fast zwei Drittel (63 %) der CFOs sehen dies so (+ 11 Prozentpunkte). Finanzvorstände nehmen zudem Rohstoff- und Energiekosten als deutlich bedrohlicher wahr als noch vor

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter
Meldung

©interstid/fotolia.com

19.05.2026

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken

Die DAX-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet: Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 %. Der Gesamtgewinn stieg hingegen um 4,4 %, was vor allem auf die starke Entwicklung der Finanzbranche zurückzuführen ist, deren Gewinn sogar um 15,9 % stieg und einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal erreichte. Die

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)