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01.08.2019

Prognoseberichtstudie: Anstieg des Transparenzniveaus und der mittelfristigen Prognosen bei DAX-Unternehmen

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© apops / fotolia.com

Auch in diesem Jahr haben die Hamburger Agentur für Finanzkommunikation Kirchhoff Consult AG und die DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) ihre gemeinsame Studie zur Transparenz und Qualität der Prognoseberichte der DAX-Konzerne vorgelegt. Gegenstand der Prognoseberichtstudie ist die Analyse der qualitativen und quantitativen Angaben zur zukünftigen Geschäftsentwicklung im Lagebericht der Geschäftsberichte 2018.

Erfreuliches Fazit: 2018 quantifizierten alle untersuchten Unternehmen ihre Ergebnisprognose auf Konzernebene und/oder für alle Konzernsegmente. Mit acht Gesellschaften ist die Anzahl der Unternehmen, die eine mittelfristige Prognose für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr abgeben, im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Keine Unternehmen mehr in der Kategorie „Niedrige Transparenz“

Analog zu den Vorjahren erfolgte die Bewertung der Transparenz der Prognoseberichte gemäß den drei Kategorien „Hohe Transparenz“, „Mittlere Transparenz“ und „Niedrige Transparenz“. Erfreulicherweise legten auch die beiden im Vorjahr noch in die Kategorie „Niedrige Transparenz“ eingeordneten Unternehmen in diesem Jahr ihre Ergebnisprognosen in quantifizierter Form vor. Damit verbleiben in diesem Jahr erstmalig keine Unternehmen mehr in der untersten Transparenzklasse.

Die Lufthansa – im Vorjahr noch in der Kategorie „Niedrige Transparenz“ – konnte direkt in die Kategorie „Hohe Transparenz“ aufsteigen. Sie ist damit eine von insgesamt 15 DAX-Gesellschaften in der höchsten Transparenzklasse – im Vorjahr waren es noch 13 Unternehmen. Weiterhin schafften auch Henkel, MunichRe und SAP den Sprung in die Kategorie „Hohe Transparenz“, während ThyssenKrupp in die Kategorie „Mittlere Transparenz“ abrutschte und Linde – in Ermangelung eines Prognoseberichts für den Konzern – aus der Wertung fiel. Wie bereits im Vorjahr erfüllte die Deutsche Telekom die meisten Transparenz-Anforderungen.

DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler begrüßt die erkennbare positive Tendenz in der Prognoseberichterstattung: „Die kontinuierlich steigende Transparenz der Prognoseberichte ist erfreulich und ist sicher auch ein wichtiges Signal an die Investoren. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich gerade aktuell die Frage, was Prognosen wirklich wert sind, wenn gefühlt eine Gewinnwarnung nach der anderen kommt. Prognosen sollten keine Schönwetterberichte sein, sondern – auch wenn es insbesondere in einem sich eintrübenden Konjunkturumfeld durchaus unangenehm sein kann – ein möglichst emotionsloser Blick auf die zu erwartende Geschäftsentwicklung.“

Die im Vorjahr vor dem Hintergrund des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes erstmalig erhobene Anzahl der Prognosen zu nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ist in diesem Jahr von 12 auf 14 gestiegen – 10 dieser Prognosen in quantifizierter Form (Vorjahr: 9). Knapp die Hälfte aller DAX-Konzerne erachtet demnach zumindest einzelne nichtfinanzielle Indikatoren mittlerweile als so relevant, dass sie für diese auch Prognosen abgibt.

„Die Ergebnisse unserer diesjährigen Studie zeigen auch die zunehmende Wichtigkeit von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in der Berichterstattung. Die Unternehmen werden sich langsam, aber sicher bewusst, dass es auch über die reinen Finanzkennzahlen hinaus Informationen gibt, die für den Unternehmenswert relevant sind und die Unternehmensphilosophie vermitteln. Dass sich nichtfinanzielle Informationen nun auch verstärkt im Prognosebericht niederschlagen, ist die logische Konsequenz“, kommentiert Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG.

Treffsicherheit bei quantitativen und qualitativen Ergebnisprognosen rückläufig

24 der untersuchten Unternehmen stellten ihre Ergebnisse des Geschäftsjahres 2018 einer im Geschäftsbericht des Vorjahres abgegebenen quantitativen Prognose gegenüber. Davon haben 16 ihre Prognose erreicht oder übertroffen, während 8 das prognostizierte Ergebnis unterschritten. Im Vorjahr hatten noch 19 Unternehmen die Prognose mindestens erreicht – 6 unterschritten die Prognosen.

Positiv fällt hingegen auf, dass im Falle einer (positiven oder negativen) Abweichung der Istwerte von der Prognose eine gleichbleibend hohe Zahl von Unternehmen die Gründe der Abweichung erläutert. Wie im Vorjahr haben 11 von 15 Unternehmen, deren Ergebnis von der Prognose abgewichen ist, die Abweichung erklärt.

Hohe Transparenz auch mit kurzen Prognoseberichten erreichbar

Zwar umfasst der Prognosebericht der Deutschen Telekom, die von allen untersuchten Unternehmen die meisten Transparenzanforderungen erfüllt, satte 11,5 Seiten. Wie schon in den vergangenen Jahren finden sich jedoch auch deutlich kürzere Berichte in der Kategorie „Hohe Transparenz“. So können bereits 2 Seiten (Henkel), 2,5 Seiten (Bayer) oder 3 Seiten (Deutsche Post DHL) genügen, um das höchste Transparenzniveau zu erreichen.

(Pressemitteilung DSW vom 30.07.2019)


Redaktion

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