• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Refinanzierungswelle am Immobilienmarkt bricht

12.10.2026

Refinanzierungswelle am Immobilienmarkt bricht

Auf den deutschen Immobilienmarkt rollt eine Refinanzierungswelle zu. Rund 25 % der laufenden Immobilienkredite werden innerhalb der kommenden zwei Jahre fällig.

Beitrag mit Bild

© Robert Kneschke /fotolia.com

Viele Immobilien wurden vor Jahren zu niedrigen Zinsen und deutlich höheren Bewertungen finanziert. Bei einer Anschlussfinanzierung verlangen Banken heute jedoch höhere Zinsen, mehr Eigenkapital und strengere Sicherheiten. Gleichzeitig sind zahlreiche Immobilien im Wert gesunken. Dadurch reicht ein neuer Kredit häufig nicht aus, um die bestehende Finanzierung vollständig abzulösen. Eigentümer müssen zusätzliches Kapital aufbringen, Immobilien verkaufen oder ihre Schulden restrukturieren. Das zeigt eine aktuelle Befragung von EY-Parthenon unter 90 deutschen Kreditinstituten und 70 spezialisierten Kanzleien.

Notleidende Kredite nehmen zu

Die Probleme spiegeln sich bereits in den Bankbilanzen wider. Im ersten Quartal 2026 waren rund 6,8 % der gewerblichen Immobilienkredite notleidend. Das entspricht etwa 18 Milliarden Euro. Mehr als 40 % der befragten Institute fanden bereits in Einzelfällen keine tragfähige Finanzierungslösung. Bisher übliche Laufzeitverlängerungen reichen angesichts sinkender Immobilienwerte zunehmend nicht mehr aus.

Büroimmobilien besonders gefährdet

Besonders kritisch ist die Lage bei Büroimmobilien. Rund 70 % der Banken erwarten hier weitere Preisrückgänge. Schwache Nachfrage, hohe Finanzierungskosten und sinkende Bewertungen erhöhen das Risiko zusätzlicher Kreditausfälle. Auch Wohn-, Einzelhandels-, Hotel- und Logistikimmobilien stehen unter Druck.

Erholung frühestens nach 2029

Zusätzlich verschärfen die Zinserwartungen die Lage. Rund 80 % der Befragten rechnen innerhalb der kommenden zwölf Monate mit steigenden Zinsen. Eine nachhaltige Markterholung könnte sich deshalb über das bislang erwartete Jahr 2029 hinaus verzögern. Nach Einschätzung der Studienautoren sind realistische Wertkorrekturen und umfassendere Restrukturierungen notwendig, um die Finanzierungslücken dauerhaft zu schließen.

(EY vom 09.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

Corporate Finance

08.10.2026

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken

Die Finanzfunktion erlebt aktuell einen tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz, intelligente Automatisierung, datengetriebene Steuerung und neue Formen der Zusammenarbeit verändern nicht nur Prozesse, sondern auch die Rolle von CFOs und Finance-Teams grundlegend. Die Future Finance Conference 2026 greift diese Entwicklungen auf und bietet eine Plattform für alle, die die Zukunft von Finance aktiv mitgestalten wollen.  Am

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken
Meldung

© WrightStudio/fotolia.com

08.10.2026

Deutscher Wagniskapitalmarkt erlebt sehr starkes drittes Quartal

Der deutsche Venture-Capital-Markt hat ein sehr erfolgreiches drittes Quartal erlebt. Hiesige Start-ups sammelten mehr als 4,5 Milliarden Euro ein – das war nochmal ein gutes Drittel mehr als im starken Vorquartal und fast viermal mehr als im dritten Quartal 2025. Gemessen am Dealvolumen war es das stärkste Quartal seit dem vierten Quartal 2021. Insgesamt erhielten

Deutscher Wagniskapitalmarkt erlebt sehr starkes drittes Quartal
Meldung

©Sondem/fotolia.com

07.10.2026

Deutsche Auslandsinvestitionen: Seit 2010 mehr als verdoppelt

Deutsche Unternehmen haben den Wert ihrer Direktinvestitionen im Ausland seit 2010 mehr als verdoppelt. Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen im Ausland lag im Jahr 2024 (letztverfügbarer Datenstand) bei 1.689 Milliarden Euro. Das zeigt eine vom Auswärtigen Amt geförderte IW-Analyse auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank. Gründe hierfür sind vermehrt niedrige Produktionskosten im Ausland. Das

Deutsche Auslandsinvestitionen: Seit 2010 mehr als verdoppelt
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)