Der deutsche Elektroautomarkt erreicht neue Rekordwerte. Doch während ausländische Hersteller kräftig zulegen, verlieren die deutschen Autobauer Marktanteile. Besonders chinesische Marken profitieren von der Kaufprämie.
Rekordzulassungen, aber deutsche Hersteller verlieren
Mit 236.000 Neuzulassungen im dritten Quartal und einem Plus von 77 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreicht der deutsche E-Auto-Markt einen Rekord. Laut einer EY-Analyse auf Basis von KBA-Daten wuchsen deutsche Hersteller jedoch nur um 47 %. Ihr Marktanteil sank binnen Jahresfrist von 60,5 auf 50,2 %.
Chinesische Autobauer steigerten ihren Absatz dagegen um 168 % und erhöhten ihren Marktanteil auf 13,5 %. Auch Tesla (plus 168 %), Stellantis (plus 94 %) und Renault-Nissan-Mitsubishi (plus 252 %) legten deutlich zu.
Kaufprämie begünstigt günstige Importmodelle
Als entscheidenden Wettbewerbsvorteil sieht EY das günstigere Angebot ausländischer Hersteller. Gerade unterhalb von 25.000 Euro fehlen deutschen Autobauern bislang konkurrenzfähige Modelle. „Mit der Elektroprämie sorgen wir für einen Absatzboom gerade bei elektrischen Kleinwagen, aber wir finanzieren gleichzeitig auch das Wachstum ausländischer Marken“, erklärt EY-Experte Constantin Gall.
Förderende birgt Risiken
Besonders Privatkunden treiben den Boom: Im Juli und August stiegen ihre Elektro-Neuzulassungen um 102 %, bei Firmenkunden lediglich um 20 %. EY warnt jedoch vor einem Nachfrageeinbruch nach Auslaufen der Förderung. Hersteller stehen deshalb vor der Entscheidung, Kapazitäten auszubauen oder Lieferengpässe zu riskieren.
Volkswagen bleibt Marktführer
Trotz Marktanteilsverlusten dominiert Volkswagen mit knapp 74.000 Elektro-Neuzulassungen das Konzernranking. Auch bei den Modellen liegen deutsche Konzerne vorn: Zwölf der 15 meistverkauften E-Autos stammen aus ihren Reihen. EY erwartet dennoch dauerhaft stärkeren Wettbewerb durch chinesische Anbieter. Neue günstige Elektromodelle deutscher Hersteller könnten helfen, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.
(EY vom 18.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

