22.01.2016

Rekordsumme für deutsche Start-ups

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Corporate Finance

Die Investitionen in deutsche Start-ups haben 2015 ein neues Rekordniveau erreicht. Insgesamt wurden knapp 3,1 Mrd. € in deutsche Start-ups investiert, das ist fast doppelt so viel Geld wie im Vorjahr, als 1,6 Mrd. € investiert wurden und fast fünfmal so viel wie 2013.

Berliner Start-ups legen besonders stark zu
Innerhalb Deutschlands entwickelte sich vor allem der Standort Berlin extrem dynamisch: Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg von 111 auf 206, das Investitionsvolumen hat sich sogar von 891 Mio. € auf 2,17 Mrd. € mehr als verdoppelt. In Bayern stieg die Zahl der Finanzierungsrunden von 50 auf 74, in Baden-Württemberg von 22 auf 29 und in Hamburg von 17 auf 28. Nur leicht gestiegen ist die Zahl der Deals in Nordrhein-Westfalen – von 22 auf 24.

„Berlin hat sich in den vergangenen Jahren auch international als attraktiver Standort für Firmengründer etabliert, auch ausländische Investoren haben die Bundeshauptstadt inzwischen auf dem Schirm. In Berlin ist in den vergangenen Jahren ein funktionierendes und professionelles Ökosystem für Start-ups entstanden, das aktuell die höchsten Wachstumsraten weltweit vorweisen kann, damit international absolut wettbewerbsfähig und für Talente aus allen Teilen der Welt hoch attraktiv ist“, beobachtet Lennartz. „Andere Regionen Deutschlands haben es zunehmend schwer, in punkto Sichtbarkeit und Anziehungskraft mit Berlin mitzuhalten – obwohl auch dort hervorragende Start-ups in wachsenden Ökosystemen entstehen“.

Das meiste Geld fließt in Online-Handel und FinTechs
Fast 1,8 Mrd. € an Risikokapitalinvestitionen flossen 2015 in Start-ups aus dem Bereich Konsumentendienstleistungen/Handel – dazu zählen unter anderem Lieferdienste oder Online-Händler und Shopping Clubs. In diesem Segment wurden insgesamt 145 Finanzierungsrunden gezählt.

Auf Rang zwei folgt die Branche Finanzdienstleistungen/FinTech: Bei 45 Finanzierungsrunden wurden gut 600 Mio. € an Risikokapitalinvestitionen eingeworben. Anbieter von Unternehmenssoftware und Big-Data-Lösungen erhielten in 95 Fällen frisches Kapital – insgesamt 283 Mio. € kamen dabei zusammen.

„E-Commerce, FinTech und Big Data sind derzeit aus Investorensicht die vielversprechendsten Segmente. Hier wird offenbar das größte Potenzial gesehen, hier wird das meiste Geld investiert und hier haben Jungunternehmen die besten Chancen, Risikokapital einzuwerben“, stellt Lennartz fest. Insgesamt ist festzustellen, dass Start-ups in immer mehr Bereichen der Wirtschaft neue, digitale Geschäftsmodelle entwickeln und die traditionellen Player herausfordern – z.B. in den Bereichen Energie, Gesundheit, Real Estate, Learning und Talent Development, Versicherungen, Smart-Home, Internet of Things, Mobility sowie in klassischen Dienstleistungsbranchen wie Umzugsunternehmen oder Rechtsanwälte.“

Immer stärkeres Engagement von Großkonzernen in der Start-up Szene
Wie ernst Start-ups inzwischen auch von den etablierten deutschen Konzernen genommen werden, lässt sich auch an der steigenden Zahl von Investment-Aktivitäten ablesen, die von Großkonzernen aufgelegt werden. Im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl von 32 auf 40. Ob BMW, BASF, Deutsche Telekom oder Volkswagen – kaum ein namhafter deutscher Konzern ist inzwischen nicht im Start-up-Umfeld aktiv, entweder mit eigenen Venture Capital Fonds oder Acceleratoren.

„Immer mehr junge deutsche Unternehmen treten den Beweis an, dass sie die mit der Digitalisierung verbundenen Umbrüche aktiv und erfolgreich mitgestalten können. Dieses Know-how und diese Dynamik möchten sich auch die Unternehmen der „Old Economy“ sichern. Sie gründen eigene Risikokapital-Gesellschaften bzw. errichten neue „Acceleratoren-programme“ und „Company Builder“, über die sie in Kontakt zu innovativen Start-ups treten“. Große Konzerne wie auch der deutsche Mittelstand müssten sicher gehen, rechtzeitig die Zeichen der Zeit zu erkennen – statt irgendwann mit ansehen zu müssen, wie ihnen die digitale Transformation ihr Geschäftsmodell raubt, betont Lennartz: „Die Old Economy verspricht sich von der Kooperation mit Start-ups also das nötige Plus an Innovationskraft, das ihnen helfen kann, die Herausforderungen der digitalen Transformation besser zu bewältigen“, so Lennartz. „Die Stärke gerade des Start-up-Standorts Berlin ist also auch eine große Chance für den Innovationsstandort Deutschland – und zwar dann, wenn es gelingt, die Finanzierungsmöglichkeiten weiter zu verbessern und eine fruchtbare Symbiose zwischen Old- und New Economy herbeizuführen“.

Das sind Ergebnisse des Start-up-Barometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Die Studie beruht auf einer Analyse der Risikokapitalinvestitionen in Europa in den Jahren 2013 bis 2015. Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung EY vom 21.01.2016)


Redaktion

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