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13.01.2026

Restrukturierungen 2026: Unternehmen setzen auf Transformation

Restrukturierungen sind längst kein rein operatives Kostenthema mehr, sondern ein zentrales Element strategischer Transformation.

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© alexlmx/fotolia.com

Der wirtschaftliche Druck auf Unternehmen in Deutschland bleibt hoch. Inmitten umfassender Transformations- und Restrukturierungsprozesse stehen viele Organisationen vor der Herausforderung, einen Stellenabbau professionell, fair und zugleich wirksam umzusetzen, häufig unter erheblichem Zeit- und Kostendruck sowie mit begrenzten Vergleichswerten. Gleichzeitig wird über Restrukturierungen in der Praxis noch immer selten offen gesprochen.

Um hier Transparenz zu schaffen, haben die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (DGFP), die Boston Consulting Group (BCG) und die Restart Career eine Benchmark-Studie zum Thema Restrukturierungen initiiert. Ziel der Studie ist es, Erfolgsfaktoren sichtbar zu machen und Unternehmen konkrete Orientierung für zukünftige Restrukturierungsvorhaben zu bieten. Grundlage der Studie sind die anonymisierten Angaben von 254 Unternehmen aus Deutschland, die zwischen September und November 2025 befragt wurden.

Restrukturierungen als strategisches Transformationsinstrument

„Restrukturierungen sind längst kein rein operatives Kostenthema mehr, sondern ein zentrales Element strategischer Transformation“, sagt Kai H. Helfritz, MBA, Leiter Mitgliedermanagement & Kooperationen bei der DGFP. „Mit der Studie wollen wir einen faktenbasierten Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten und Verantwortlichen praxisnahe Orientierung geben.“ Die Ergebnisse der Studie zeigen sechs zentrale Erkenntnisse, die für viele Unternehmen richtungsweisend sind:

  • Transformation statt reiner Stellenabbau: Restrukturierungen gehen häufig mit einer strategischen Neuausrichtung und parallelen Neueinstellungen (77 %) einher.
  • Kosten und Strukturen als Haupttreiber: Reorganisation und Kostendruck sind die wichtigsten Auslöser für Restrukturierungen. Nur 11 % nennen Automatisierung oder KI als Grund.
  • Leadership entscheidet über den Erfolg: Klare Führung, konsequente Entscheidungen und transparente Kommunikation schaffen Vertrauen, Orientierung und erhöhen die Zufriedenheit bei der Umsetzung.
  • Rolle des HR-Managements: Die HR-Funktion trägt stark zur operativen Umsetzung bei, wird strategisch jedoch noch zu wenig genutzt. Dort wo HR Verantwortung in der Umsetzung übernimmt, gelingt die Umsetzung häufig schneller.
  • Abfindungen folgen festen Mustern: Höhe und Ausgestaltung variieren je nach Branche und Unternehmensgröße deutlich zwischen den Faktoren 0,5 und 2,0 und beeinflussen die Umsetzungszufriedenheit.
  • Unternehmen übernehmen Verantwortung: Über die Hälfte bietet Möglichkeiten für interne Versetzungen und/oder Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung an, knapp ein Viertel unterstützt sogar bei der Qualifizierung.

Führung, Klarheit und Verantwortung als Erfolgsfaktoren

Die Studienergebnisse zeigen, dass ein klares und stringentes Leadership über den Erfolg von Restrukturierungen entscheidet: „Unsere Analyse macht deutlich, dass erfolgreiche Restrukturierungen weniger von einzelnen Instrumenten als von Führung, Klarheit und Tempo abhängen“, betont Jens Jahn, Partner und HR-Experte bei BCG. „Unternehmen, die Transformation und Restrukturierung zusammen denken, erhöhen ihre Chancen auf nachhaltigen Erfolg erheblich.“

Auch der Umgang mit den betroffenen Mitarbeitenden rückt stärker in den Fokus. „Restrukturierung bedeutet nicht nur Trennung, sondern auch Verantwortung“, betont Dr. Sabrina Zeplin, Geschäftsführerin von Restart Career. „Gerade in herausfordernden Phasen zeigt sich, wie ernst Unternehmen ihre soziale Verantwortung nehmen – mit spürbaren Effekten auf Akzeptanz, Umsetzungserfolg und Resilienz des Unternehmens.“

(BCG vom 13.01.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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