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05.01.2017

Rückblick und Ausblick IPO Markt: 2016 mit Rekorddeal im vierten Quartal

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Das Börsenjahr 2016 verlief mit insgesamt 17 Transaktionen, davon sieben „echten“ IPOs, schwächer als das Rekordjahr 2015 mit 25 Transaktionen und darunter 15 „echten“ IPOs. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen 25 prozentigen Rückgang gemessen am Emissionsvolumen, das sich in 2016 auf 5,0 Mrd. € belief.

Das Börsenjahr 2016 verlief mit insgesamt 17 Transaktionen, davon sieben „echten“ IPOs, schwächer als das Rekordjahr 2015 mit 25 Transaktionen und darunter 15 „echten“ IPOs. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen 25 prozentigen Rückgang gemessen am Emissionsvolumen, das sich in 2016 auf 5,0 Milliarden Euro belief.

In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres wagten vier Unternehmen den Schritt auf das Börsenparkett, zwei davon lediglich Notierungsaufnahmen. Vor allem aber konnte die „grüne“ Sparte des Energiekonzerns RWE, innogy SE, Anfang Oktober erfolgreich platziert werden. Mit über 4,5 Milliarden Euro Emissionsvolumen war dies der größte Börsengang in Deutschland seit 16 Jahren.

„Das Börsenjahr 2016 war von einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld und vielen Unsicherheiten geprägt. Obwohl die Entscheidung bei den Präsidentschaftswahlen in den USA gefallen ist und eine Erholung vieler Aktienkurse zuletzt spürbar war, bleiben weitere Unsicherheiten in 2017 bestehen. Fraglich ist beispielsweise, wie sich die wirtschaftlichen sowie politischen Beziehungen mit den USA, einem von Deutschlands größten Handelspartner, in der Zukunft entwickeln.“, so Christoph Gruss, Kapitalmarktexperte bei PwC und Partner im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services. „Für das kommende Jahr sind jedoch bereits einige Börsengänge geplant. Wir sehen dabei die Fortsetzung des Trends zur Abspaltung einzelner Geschäftsmodelle aus traditionellen Großkonzernen, sowie die Chancen für kleine, gut entwickelte, innovative Unternehmen. Deshalb gehen wir davon aus, dass in 2017 sieben und zehn echte Börsengänge möglich sind“, führt Christoph Gruss aus.

Allgemeine Marktsituation und Folgen der US-Wahl

Gemessen am VDAX NEW erreichte die Volatilität Höchststände zu Beginn des Jahres im Zuge einer möglichen Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, Ende Juni im Vorfeld und als Folge des Brexit Votums, sowie Anfang November in Verbindung mit der US-Präsidentschaftswahl. Zum Jahresende nahm die Volatilität ab, sodass der VDAX NEW unter dem Jahresanfangsniveau das Börsenjahr 2016 beendete. Ein so bewegtes Börsenjahr konnte zuletzt im Jahr 2011 beobachtet werden.

Nachdem sich kurz vor der Wahl die Umfragewerte des Präsidentschaftskandidaten Trump besserten, konnten nahezu alle bedeutenden Indizes, vor allem der Dow Jones Industrial Average, aber auch der DAX 30 und der Euro Stoxx 50, den Verlust der vorangegangenen Tage wettmachen. Demgegenüber hatte der MSCI AC Asia mit deutlichen Kursverlusten zu kämpfen. „Insbesondere die pro-amerikanische und pro-industrielle Ausrichtung seiner angestrebten Wirtschaftspolitik haben die Börsenbarometer in Amerika, Deutschland und Europa steigen lassen. Auch die mögliche Deregulierung der Finanzmärkte durch einen zukünftigen Präsidenten Trump spielen eine Rolle“, so Christoph Gruss. „Die Börsen in Asien sind hingegen durch die möglichen Neuausrichtung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen produktionsorientierten asiatischen Ländern und den USA unter Druck geraten“, führt Christoph Gruss weiter aus.

Aftermarket Performance durchwachsen

Die Wertentwicklung aller Börsenneulinge des vergangenen Jahres zeichnet ein durchwachsenes Bild. Das Biotechnologie-Unternehmen B.R.A.I.N. AG konnte eine Kurssteigerung von über 90 Prozent verbuchen, gefolgt von MyBucks (28 Prozent) und Shop Apotheke N.V. (10 Prozent). Andererseits halbierte sich zum Jahresende der Kurswert der Decheng Technology AG beinahe (minus 44 Prozent). Auch der Aktienkurs der innogy SE wies zuletzt ein Minus von 12 Prozent auf. Auch der Wert der Aktien des Private-Equity geführten Windenergieunternehmens Senvion verzeichnete einen Verlust von knapp einem Viertel. Unter den technischen Listings mit Milliardenumfang die ehemalige E.ON-Tochter Uniper, die im September nach einem Carve-out an die Börse gebracht wurde, mit einem Plus von über 30 Prozent zum Jahresende aus dem Handel gehen. Die Aktionäre des Technologie-Konzerns Diebold Nixdorf Inc. hingegen mussten einen Kursverlust von über 6 Prozent hinnehmen.

Kapitalerhöhungen leicht rückläufig

Auf Jahresbasis ist in 2016 eine Verringerung des Emissionsvolumens in Höhe von 1,2 Milliarden Euro auf 6,3 Milliarden Euro zu verzeichnen (ca. 20 Prozent). Gemessen am Volumen ist der Sektor Handel für das Jahr 2016 der stärkste, bedingt durch die Kapitalerhöhung der Steinhoff International Holdings N.V. von über 1,6 Milliarden Euro.

Volumen bei Fremdkapitalemissionen auf Rekordkurs

Die Fremdkapitalemissionen lagen in 2016 mit über 1.109 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert von knapp 620 Milliarden Euro. Darüber hinaus legte die Anzahl der getätigten Transkationen um fast 60 Prozent auf nun knapp 1.500 Fremdkapitalemissionen zu.  Zudem ist in 2016 ein quartalsübergreifendes hohes Niveau von jeweils über 200 Milliarden zu beobachten gewesen, welches seinen Höhepunkt mit über 339 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2016 erreichte. Das vierte Quartal endete mit einem Emissionserlös von 209 Milliarden Euro und untermauert aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik im Euroraum die Attraktivität dieser Finanzierungsquelle. Bei den Fremdkapitalemissionen, welche nicht in Euro ausgegeben worden sind, sind die Volumina rückläufig. Besonders Anleihen in US-Dollar sanken auf knapp 129 Milliarden Euro (Vorquartal: 212 Milliarden Euro, minus 40 Prozent). Christoph Gruss stellt fest: „Durch die jüngste Zinserhöhung der FED wird emittiertes Fremdkapital in US-Dollars teurer und damit unattraktiver. Für Emittenten aus dem Euroraum bleibt das Umfeld für Fremdkapital – bedingt durch Zinspolitik der EZB – auch in naher Zukunft günstig.“

Es bleibt abzuwarten, inwiefern die von der FED im Dezember durchgeführte Zinswende das Anlageverhalten der Marktteilnehmer verändern wird und möglicherweise weiterhin die Abkehr von den Aktienmärkten hin zu festverzinslichen Wertpapieren in Deutschland verstärken wird. Derzeit sprechen wenige Gründe für eine Zinswende seitens der EZB, die nicht zuletzt ihr Anleihekaufprogramm volumenmäßig ausgeweitet hat.

(Pressemitteilung PwC vom 05.01.2017)


Redaktion

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