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22.11.2021

Rückschlag für Gründungsgeist junger Erwachsener durch Corona-Krise

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© fotogestoeber/fotolia.com

Die Corona-Krise lässt den Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit sinken, wie eine neue Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Gründungsmonitors zeigt. Nur 24% (2019: 26%) der Erwerbsfähigen von 18 bis 64 Jahren würden sich unabhängig von ihrer aktuellen Situation für die Selbstständigkeit als Erwerbstätigkeit entscheiden – 74% präferieren eine Anstellung (+3 Prozentpunkte). Besonders stark hat sich der Gründungsgeist in der Generation unter 30 Jahren abgeschwächt: Nur noch 29% der jungen Erwachsenen können sich eine Unternehmensgründung vorstellen, das sind zehn Prozentpunkte weniger als im Jahr davor.

2019 hatte der Gründungsgeist junger Erwachsener noch einen Schub von Studierenden bekommen, von denen 46% eine Selbstständigkeit präferierten. Genau deren Interesse an beruflicher Selbständigkeit hat sich jetzt aber wieder reduziert. Das dürfte damit zu tun haben, dass nach Pandemiebeginn der Lehrbetrieb an Universitäten und Hochschulen praktisch nur noch virtuell stattfand. Die Belastung der Studierenden dadurch war groß – möglicherweise zu groß, um den Gründungsgeist am Leben zu halten. Die Hoffnung bleibt, dass er nach der Rückkehr zu mehr Präsenz wieder auflodert.

Nur 24% der Erwerbsfähigen wünschen sich berufliche Selbständigkeit

Die Präferenz für eine berufliche Selbstständigkeit entwickelte sich bei Männern und Frauen in der Vergangenheit stets etwa parallel zueinander. Auch beim Rückgang 2020 war dies so. Da Frauen sich aber grundsätzlich seltener für eine Selbstständigkeit aussprechen, ist das Minus bei ihnen relativ stärker. Männer präferierten 2020 eine Selbstständigkeit somit rund 1,8x häufiger als Frauen. Diese Relation lag noch nie höher. Die Gründe hierfür dürften in der stärkeren Belastung von Frauen in der Pandemie liegen. Sie leisten immer noch den größeren Anteil an Haus- und Sorgearbeiten, die durch Homeschooling und Kitaschließungen im vergangenen Jahr deutlich intensiver waren.

Schwacher Gründergeist belastet Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft

Die Corona-Krise und die mit der Pandemie einhergehenden wirtschaftlichen und persönlichen Belastungen haben dem nachlassenden Gründungsgeist in Deutschland einen weiteren Dämpfer verpasst, stellen die Studienautoren fest. Seit dem Jahr 2000 habe sich der Anteil der gründungsaffinen Erwerbsbevölkerung bereits beinahe halbiert. Das hänge mit dem rekordverdächtigen Arbeitsmarktboom seit Mitte der Nullerjahre zusammen, sei aber volkswirtschaftlich gesehen eine schlechte Nachricht. Eigenverantwortung und Selbstinitiative nehmen ab, Strukturen verkrusten, weil der Anpassungsdruck sinkt, flexible Expertise steht weniger zur Verfügung, Nachwuchs für anstehende Unternehmensnachfolgen fehlt, beschreiben die Autoren der Analyse die Folgen. Das könne nur eine Forderung nach sich ziehen: Der Gründungsgeist muss konsequent neu entfacht werden, denn ohne Gründerinnen und Gründer leidet die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, so die Forderung der Studienautoren.

Die KfW-Analyse ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 22.11.2021)


Redaktion

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