03.07.2019

Schuldscheinmarkt wieder auf Rekordkurs

Beitrag mit Bild

© fotografin/fotolia.com

Nach einem verhaltenen Auftaktquartal hat das Geschäft mit Schuldscheinen im zweiten Quartal wieder an alte Rekordstände angeknüpft.

„Der Markt ist im zweiten Quartal regelrecht explodiert. Das Transaktionsvolumen betrug rund 9,8 Milliarden Euro und damit das Dreifache der im ersten Quartal verzeichneten rund 3,2 Milliarden Euro“, beobachtete LBBW-Analystin Barbara Ambrus. Vor einem Jahr wurden in den ersten sechs Monaten Schuldscheindarlehen (SSD) für insgesamt 7,6 Milliarden Euro ausgegeben, davon 3,5 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2018.

Die Analystin weitete angesichts des erreichten Volumens und aktuellen Transaktionsumfeldes ihre bisherige Marktschätzung für 2019 aus. „Wir sehen das Volumen zum Jahresende in einem Korridor von 23 bis 25 Milliarden Euro.“ Bislang war sie von rund 23 Milliarden Euro und damit einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe ausgegangen. Im Rekordjahr 2017 waren rund 27 Milliarden Euro begeben worden.

Im ersten Halbjahr verzeichnete das LBBW Research 18 Debüttransaktionen, darunter als ersten asiatischen Schuldschein die Transaktion des indischen Mischkonzerns Reliance Industries. Ausländische Unternehmen und deutsche Darlehensnehmer machten in den ersten sechs Monaten jeweils rund die Hälfte der Kreditnehmer aus. Im zweiten Quartal stieg der Anteil ausländischer Unternehmen jedoch weiter an. So gab es 10 Transaktionen aus Österreich, 9 aus Frankreich sowie weitere aus Skandinavien und den Benelux-Staaten.

Unternehmen mit Finanzierungsbedingungen sehr zufrieden

In den ersten drei Monaten 2019 war der Markt nur sehr verhalten in den Tritt gekommen, bevor im April eine spürbare Trendwende einsetzte. „Die Unternehmen sind mit den Finanzierungsbedingungen weiter sehr zufrieden und nutzten die Gelegenheit, sich günstig zu refinanzieren, strategische Liquidität aufzubauen oder Investitionen und Akquisitionen zu finanzieren“, sagte Barbara Ambrus.

Im zweiten Quartal suchten nicht nur zahlreiche Unternehmen erstmals nach Schuldschein-Investoren. Das beliebte Finanzierungsinstrument selbst erfuhr eine weitere Neuerung. Der Dürr-Konzern nahm 200 Millionen Euro über einen nachhaltigen Schuldschein ein, bei dem die Verzinsung an das Nachhaltigkeitsrating des schwäbischen Maschinen- und Anlagenbauers gekoppelt ist. Die Transaktion wurde von der LBBW und ING arrangiert und teilweise über die digitale Finanzierungsplattform Debtvision vermarktet.

(Pressemitteilung LBBW vom 02.07.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©DenysRudyi/fotolia.com

18.05.2026

Drei Viertel der DACH-Unternehmen überdenken ihren Standort

Global agierende Firmen sehen sich heute stärker durch handelspolitische Maßnahmen, regulatorische Volatilität und politische Polarisierung unter Druck gesetzt als durch kriegerische Konflikte. 61 % berichten für 2026 von konkreten finanziellen Schäden durch Zölle – mehr als zuvor durch den Ukraine-Krieg. Das zeigt der neunte Political Risk Survey von WTW und Oxford Analytica, für den 57 Führungskräfte

Drei Viertel der DACH-Unternehmen überdenken ihren Standort
Meldung

© alexlmx/fotolia.com

13.05.2026

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport

Private-Equity-Investoren agieren weltweit zunehmend selektiv. Geopolitische Unsicherheiten bremsen den Markt, während Kapital weiterhin vor allem in große Transaktionen in Bereichen wie KI-Infrastruktur, Energiewende und Transport fließt. Das zeigt die aktuelle Studie „Pulse of Private Equity Q1’26“ von KPMG. Im ersten Quartal 2026 erreichte der globale PE-Markt ein Transaktionsvolumen von 436 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sank die

Private-Equity-Kapital fließt zunehmend in Infrastruktur für KI, Energie und Transport
Meldung

nialowwa/123rf.com

12.05.2026

Konjunkturerwartungen hellen sich auf

Nach zwei starken Rückgängen in den vergangenen Monaten hellen sich die Konjunkturerwartungen im Mai wieder auf. Der ZEW-Index steigt um 7,0 Punkte und beträgt nun minus 10,2 Punkte. Er verbleibt somit im negativen Bereich. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage erfährt dagegen einen leichten Rückgang. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 77,8 Punkten um

Konjunkturerwartungen hellen sich auf
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)