• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Sparmaßnahmen im Finanzbereich werden ausgebaut

12.05.2016

Sparmaßnahmen im Finanzbereich werden ausgebaut

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Die Finanzabteilungen internationaler Großunternehmen planen im Geschäftsjahr 2016 einen weiteren Personalabbau, nachdem ihr Personalbestand bereits 2015 um 1,6 und 2014 um 0,5% reduziert wurde. Das ergab die Studie Finance Key Issues 2016, des internationalen Beratungsunternehmen The Hackett Group.

Diese Entwicklung im Personalbereich ist vor allem bedingt durch den verstärkten Einsatz neuer Technologie zur Automatisierung transaktionaler Prozesse wie Datenerhebung, Rechnungserstellung oder Buchhaltung. Die gleichzeitige Neueinstellung höher qualifizierter Mitarbeiter für analytische und strategische Aufgaben kann diese Entwicklung zahlenmäßig nicht kompensieren. Jörg Liphard, bei Hackett in Deutschland Experte für den Finanzbereich, erläutert die Situation: “Dieser Trend zur konsequenten und stetigen Kostenreduzierung wird sich weiter fortsetzen, obwohl die Umsätze in diesem Jahr um rund 3,7 Prozent wachsen werden. Parallel dazu steigen die Anforderungen an den Finanzbereich in den Unternehmen ebenfalls stetig: Diesem Bereich kommt immer mehr eine zentrale Schlüsselfunktion zu. Neue Technologien und Instrumentarien zur Bereitstellung von qualifizierten Informationen sowie zur wertbeitragenden Datenanalyse werden stetig weiterentwickelt, mit denen optimierte Entscheidungsprozesse für Unternehmenserfolge möglich werden.“

Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, empfehlen die Hackett-Berater den Unternehmen folgende Schritte:

  • Personalentwicklung im Finanzbereich: Anstatt bloße buchhalterische Fähigkeiten und Kenntnisse vorzuhalten, muss verstärkt Personal in Richtung analytischer und strategischer Talente entwickelt werden, sowie extern gesucht und intern ausgebildet.
  • Finanzprozesse neu gestalten: Da die funktionalen Budgets in den Finanzbereichen gekürzt werden, müssen die Bereiche Kapazitäten und Mittel im transaktionalen Bereich freisetzen, um sie wertschöpfend nutzen zu können, wie für die Entwicklung der Mitarbeiter oder der Implementierung neuer Technologien. Dadurch wird die unternehmerische Agilität gesteigert, strategische Ziele werden klarer definiert und konsequenter umgesetzt, Wettbewerbsvorteile können genutzt und nicht zuletzt Kosten gespart werden.
  • Transformation des Finanzbereichs: Um die Transformation zu einem wertsteigernden Bereich möglich zu machen, müssen die Finanzbereiche ein neues Selbstverständnis über traditionelle Strukturen hinaus entwickeln: Business Partnerschaft zu anderen Bereichen, Wertschöpfung und Best Practice als Zielvorgaben sowie konsequenter Einsatz neuer Technologie und Förderung und Nutzung der Mitarbeitertalente müssen als Rahmenwerk Gültigkeit haben. Zudem gilt es, eine Roadmap zu entwickeln, die alle Möglichkeiten neuer Kommunikation, Informationsverarbeitung und Analytik nutzt, also Social Media, mobile Geräte, Cloud, Big Data.

Jörg Liphard zieht Fazit: „Es ist klar, dass die Finanzbereiche diese Schritte nicht alle auf einmal machen können – eine Priorisierung analog zu den Möglichkeiten, den strategischen Zielen der Unternehmen, der Komplexität des Umfeldes und der Märkten, in denen sie aktiv sind, ist von enormer Bedeutung.“

Für die Studie untersuchte Hackett weltweit rund 180 Unternehmen mit Umsätzen von mindestens einer Milliarde US-Dollar; etwa ein Drittel davon sind europäische Unternehmen.

(Pressemitteilung Hacket vom 09.05.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© bakhtiarzein/fotolia.com

29.01.2026

Ohne ESG kein Kapital: Wie Fintechs unter Druck geraten

Was lange als Thema klassischer Industrien galt, erreicht nun die Fintech-Szene: ESG-Anforderungen aus CSRD, Investorenlogiken und strenger Governance. Prof. Dr. Oliver Roll, Managing Partner bei Prof. Roll & Pastuch und Professor an der Hochschule Osnabrück, und Dr. Johann Thieme, Senior Director Financial Services, diagnostizieren einen klaren Paradigmenwechsel. Nachhaltigkeit wird vom „Nice-to-have“ zum Bewertungsmaßstab und zum

Ohne ESG kein Kapital: Wie Fintechs unter Druck geraten
Meldung

©pitinan/123rf.com

29.01.2026

Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation

Für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft müssen private Unternehmen bis 2045 hohe Milliardensummen investieren. Doch in einer Studie warnen Wissenschaftler am Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Die Finanzierung droht an den Eigenkapitalgrenzen der Banken zu scheitern. 867 Milliarden Euro Eigenkapital benötigt Um die zusätzliche Kreditnachfrage für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft abzusichern, müssten europäische Kreditinstitute

Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation
Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

27.01.2026

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 % bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)