• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Starker Jahresauftakt 2020 im deutschen LBO-Markt

08.05.2020

Starker Jahresauftakt 2020 im deutschen LBO-Markt

Beitrag mit Bild

© designer491/fotolia.com

Das traditionell eher schwächere erste Quartal im deutschen LBO-Markt hat in diesem Jahr mit 22 Transaktionen die positiven Trends der Vorquartale fortgesetzt und einen starken Jahresauftakt 2020 markiert. Etwaige Beeinträchtigungen durch das Corona-Virus und den zur Eindämmung des Virus verschriebenen europaweiten Lockdown werden sich erst im zweiten Quartal in den Zahlen niedergeschlagen.

Laut aktuellem MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium konnten alternative Finanzierer ihre Marktposition gegenüber klassischen Banken im ersten Quartal signifikant weiter ausbauen. Die Analyse, die regelmäßig Leveraged-Buyout-Finanzierungen mit Kreditvolumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro untersucht, weist für das Q1 2020 für Debt Funds einen Anteil von mehr als 60 Prozent am deutschen LBO-Markt aus: Er ist gegenüber 2019 mit 52 Prozent nochmals signifikant gestiegen und beträgt nunmehr 64 Prozent. Von den 22 Transaktionen im Q1 haben Debt Funds 14 erfolgreich umgesetzt. Der Marktanteil der Banken lag mit acht abgeschlossenen Transaktionen im Q1 2020 bei 36 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau von Ende 2019 mit 48 Prozent.

„Auch wenn die Q1-Aktivität noch nicht negativ von der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt wurde, sehen wir zumindest im Q2, aber wahrscheinlich sogar bis zum Ende des Jahres signifikante Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Finanzierungen“, kommentiert Norbert Schmitz, Managing Director im Frankfurter Büro von GCA Altium. „Auf Basis unserer aktuellen Umfrage von Ende April kann man zwar feststellen, dass sich das Sentiment der Finanzierer in den zurückliegenden vier Wochen deutlich verbessert hat, aber natürlich noch weit vom Niveau vor der Pandemie entfernt ist. Dies sehen wir auch bei laufenden Mandaten, in denen Banken wie auch Debt Funds zurzeit sehr selektiv und tendenziell eher vorsichtig agieren“, so Schmitz. „Weiterhin gilt es zu berücksichtigen, dass insbesondere das Pricing der Debt Funds in den vergangenen Wochen signifikant angestiegen ist, und das in der Regel verbunden mit deutlich reduzierten Leverages“, erläutert Johannes Schmittat, ebenfalls Managing Director von GCA Altium. „Wir erwarten einen deutlichen Anstieg der Covenant-Resets und Restrukturierungen, sobald die Q2-Zahlen der Unternehmen gemeldet werden. Das Q1 war für viele Firmen noch ein sehr gutes Quartal, aber in Q2 werden wir die Corona-Effekte deutlich sehen“, so Schmittat.

Bemerkenswert ist auch, dass im ersten Quartal 72 Prozent der Transaktionen Recaps / Refinancings und Add-on Finanzierungen waren, verglichen mit 44 Prozent im Jahr 2019. Der Anteil der neuen Finanzierungen (Primary und Secondary) ist von 56 Prozent Ende 2019 auf nur noch 28 Prozent im ersten Quartal gefallen. „Viele M&A Prozesse sind im zweiten Quartal aufgrund des Corona-Virus angehalten bzw. verschoben worden und wir erwarten für die nächsten beiden Quartale tendenziell einen höheren Anteil von Refinanzierungen und Add-on Finanzierungen“ kommentiert Norbert Schmitz die Entwicklung.  Allerdings werden auch während der Corona-Krise noch M&A-Transaktionen abgeschlossen. „Einige Private Equity Funds kaufen jetzt qualitativ hochwertige Unternehmen. Falls die Finanzierung jetzt nicht darstellbar ist, gehen einige Funds auch erst einmal All-Equity ins Risiko und refinanzieren die Transaktionen dann später“, ergänzt Johannes Schmittat. Allerdings werden dies in der Regel nur Unternehmen sein, die vergleichsweise wenig von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind.

Der europäische Gesamtmarkt für Unitranche-Finanzierungen von Debt Funds ist im 1. Quartal 2020 mit 61 Transaktionen ebenfalls außerordentlich aktiv gewesen und hat den stärksten Jahresauftakt seit Bestehen des MidCapMonitors erzielt. Neben Deutschland mit zwölf Transaktionen im ersten Quartal wurden Unitranches auch in Großbritannien (25 Transaktionen) und Frankreich (12 Transaktionen) intensiv genutzt. In den Ländern, die bereits im Februar vom Corona-Virus betroffen waren, wie beispielsweise Italien und Spanien, gab es im ersten Quartal keine Unitranche Finanzierungen.

(Pressemitteilung GCA Altium vom 07.05.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©fotomek/fotolia.com

24.09.2026

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn

Banken, die konsequent auf vertrauenswürdige künstliche Intelligenz setzen, erzielen deutlich höhere Erträge aus ihren KI-Investitionen. Das zeigt der aktuelle „Data and AI Impact Report“ des Softwareanbieters SAS, dessen Daten vom Marktforschungsunternehmen IDC erhoben wurden. Banken liegen beim KI-Vertrauen vorn Im Branchenvergleich zählen Banken zu den Vorreitern. Ihr Trustworthiness-Index stieg binnen eines Jahres um 12,8 Punkte

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn
Meldung

©helmutvogler/fotolia.com

23.09.2026

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte

Das Eurosystem treibt die Tokenisierung der Finanzmärkte voran. Am 21.09.2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit „Pontes“ eine Infrastruktur gestartet, über die Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abgewickelt werden können. Damit setzt die Notenbank erstmals ihre Strategie für einen stärker auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Finanzmarkt praktisch um. Sicheres Geld für digitale Märkte Tokenisierung soll

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte
Meldung

pitinan/123.rf.com

22.09.2026

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %

Deutschland investiert deutlich mehr in Künstliche Intelligenz, und generative KI treibt das Wachstum. Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben für generative KI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware wächst um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, nach 19,4 Milliarden Euro in

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)