• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Starker Q4-Endspurt im deutschen LBO-Markt 2019

14.02.2020

Starker Q4-Endspurt im deutschen LBO-Markt 2019

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© designer491/fotolia.com

Starkes zweites Halbjahr resultiert in 99 LBO-Finanzierungen in 2019 und übertrifft damit den Vorjahreswert deutlich – Marktanteile von Banken und Debt Funds nahezu gleichauf.

Nach dem sehr schwachen ersten Halbjahr 2019 hat der deutsche LBO-Markt im dritten und vierten Quartal deutlich angezogen. Die Zahl der abgeschlossenen Transaktionen stieg im abgelaufenen Jahr auf 99 gegenüber 89 in 2018 – ein Plus von über zehn Prozent. Alternative Finanzierer konnten ihre Marktposition weiter gegenüber klassischen Banken ausbauen – wenn auch nur leicht. Der aktuelle MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium, der regelmäßig Leveraged-Buyout-Finanzierungen mit Kreditvolumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro analysiert, weist bei den Debt Funds für das Gesamtjahr 2019 einen Anteil von mehr als der Hälfte am deutschen LBO-Markt aus: Er ist gegenüber 2018 mit 48 Prozent nochmals leicht gestiegen und beträgt nunmehr 52 Prozent. Von den 99 Transaktionen im Jahr 2019 haben Debt Funds 51 Transaktionen erfolgreich umgesetzt. Der Marktanteil der Banken lag mit 48 abgeschlossenen Transaktionen in 2019 bei 48 Prozent und damit leicht unter dem Niveau von 2018 mit 52 Prozent.

Interessant ist hierbei, dass bestimmte Debt Funds bei einigen Transaktionen in 2019 ein Pricing vergleichbar mit Banken darstellen konnten und klassische Banken damit komplett außen vor gelassen wurden. „Bisher können nur einige, wenige alternative Finanzierer mit ihren ,Senior Funds‘ ein Pricing auf Bankniveau mit einem eher konservativen Leverage anbieten. Allerdings haben in den letzten Monaten viele Debt Funds verstärkt damit begonnen, Gelder für so genannte ,Stretched Senior‘ Funds einzuwerben. Mit diesem Produkt nähern sie sich dem Preisniveau der Banken weiter an“, kommentiert Norbert Schmitz, Managing Director im Frankfurter Büro von GCA Altium, diese Entwicklung. „Mit diesem Schachzug wollen die Debt Funds weiter aggressiv Marktanteile der Banken gewinnen und eines der letzten Argumente für eine Bankfinanzierung kassieren“, erläutert Johannes Schmittat, ebenfalls Managing Director von GCA Altium.

Bemerkenswert ist auch, dass die klassischen Banken trotz höherem Wettbewerb durch alternative Finanzierer ihr Terrain in 2019 zwar nicht gänzlich verteidigen konnten, jedoch die Marktanteilsverluste minimal geblieben sind. Dies ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Recaps / Refinancings und Add-on-Finanzierungen im Jahr 2019 mit 44 Prozent gegenüber 2018 (38 Prozent) nochmal zugenommen haben (plus 6 Prozentpunkte). Bei diesen Prozessen ist in der Regel keine aggressive Zeitschiene wie bei Auktionsprozessen vorgegeben, sodass Debt Funds einen wichtigen Wettbewerbsvorteil nicht ausspielen können. Der Anteil der neuen Finanzierungen (Primary und Secondary), bei denen die Debt Funds aufgrund ihrer Geschwindigkeit und höheren Hold Tickets Vorteile gegenüber den Banken haben, ist in 2019 auf 55 Prozent gefallen, ein Minus von sieben Prozentpunkten gegenüber 2018. „Auch wenn die Banken es in 2019 geschafft haben, den Vormarsch der Debt Funds zu verlangsamen erwarten wir, dass die Debt Funds sich weiter mehrheitlich durchsetzen werden – insbesondere auch vor dem Hintergrund der neu eingeworbenen Stretched Senior Funds“, so Norbert Schmitz.

Das Schlussquartal 2019 hat allerdings auch gezeigt, dass nicht jede Transaktion aggressiv finanziert werden kann: „Nach dem erfolgreichen zweiten Halbjahr 2019 haben wir beobachtet, dass einige Debt Funds zum Jahresende hin sehr konservativ auftraten“, ergänzt Johannes Schmittat. Insbesondere Unternehmen aus zyklischen Branchen mussten einige Absagen hinnehmen.

Die aktivsten Private-Equity-Häuser in 2019 waren Waterland mit neun Transaktionen, gefolgt von der DBAG (7) und Ufenau (5). Auf Bankenseite hat wieder einmal die SEB in diesem Jahr die meisten Transaktionen (14) umgesetzt und liegt deutlich vor der Oldenburgische Landesbank (11) und der Unicredit (9).

Der europäische Gesamtmarkt für Unitranche-Finanzierungen von Debt Funds ist in 2019 mit 246 Transaktionen ebenfalls außerordentlich aktiv gewesen. Dies ist ein Plus von elf Prozent gegenüber den 221 Transaktionen in 2018. Neben Deutschland mit 47 Transaktionen in 2019 (plus neun Prozent) wurden Unitranches auch in Großbritannien (85 Transaktionen, plus 23 Prozent) und Frankreich (53 Transaktionen, plus acht Prozent) intensiv genutzt.

(Pressemitteilung GCA Altium vom 07.02.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Gewinnwarnung
Meldung

© Jamrooferpix/fotolia.com

30.01.2023

Gewinn- und Umsatzwarnungen 2022: Doppelt so viele Gewinnwarnungen wie im Vorjahr

Die drohende Rezession, steigende Energiepreise und eine nachlassende Kaufkraft in der Bevölkerung lassen immer mehr Unternehmen vorsichtiger in die Zukunft blicken: Die Zahl der Gewinn- oder Umsatzwarnungen von Unternehmen aus dem DAX, dem MDAX und dem SDAX stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr 35 auf 70. Der stärkste Anstieg der Warnungen wurde im DAX verzeichnet: Nach sieben negativen Prognosekorrekturen im Vorjahr wurden 2022 insgesamt 18 derartige Warnungen gezählt. Im MDAX stieg die Zahl von acht auf 15, im SDAX von 20 auf 37.

Gewinn- und Umsatzwarnungen 2022: Doppelt so viele Gewinnwarnungen wie im Vorjahr
M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

27.01.2023

Mehrheit der CEOs plant trotz volatilem Marktumfeld keine Verschiebung bei Transaktionen

Die weltweiten M&A-Aktivitäten werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2023 wieder zunehmen, da Investoren und Unternehmen zurzeit prüfen, inwiefern kurzfristige Risiken ihre langfristigen Strategien zur Unternehmenstransformation beeinflussen. Während die globale Deal-Aktivität durch makroökonomische Volatilität wie Rezessionsängste, steigende Zinsen, Rückgänge der Aktienbewertungen, geopolitische Spannungen und Unterbrechungen der Lieferkette getrübt bleibt, geben 60% der CEOs global an, dass sie dennoch nicht planen, Deals im Jahr 2023 zu verschieben.

Mehrheit der CEOs plant trotz volatilem Marktumfeld keine Verschiebung bei Transaktionen
Green Investment, Nachhaltigkeit, Dax, Aktien, Sustainable Finance, Nachhaltigkeitsberichterstattung
Meldung

©pixbox77/fotolia.com

26.01.2023

Nachhaltigkeit wird in der Wirtschaft immer wichtiger

Der Umbau der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit kommt deutlich voran. 84% der Verantwortlichen für Nachhaltigkeit in Unternehmen der Realwirtschaft sagen, das Thema sei wichtiger geworden. In der Finanzwirtschaft liegt der Wert mit 73% nicht viel niedriger, so der „Sustainability Transformation Monitor 2023“. Knapp die Hälfte der Befragten aus der Realwirtschaft (46%) gibt an, das Thema Nachhaltigkeit sei in ihrem Unternehmen „voll und ganz“ oder „überwiegend“ verankert. In der Finanzwirtschaft sind es immerhin noch knapp 40%. Mehr als ein Drittel sagt, das Thema sei „teilweise“ verankert.

Nachhaltigkeit wird in der Wirtschaft immer wichtiger
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank