• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Startups in Deutschland – Aufbruchstimmung und mehr Arbeitsplätze

28.10.2021

Startups in Deutschland – Aufbruchstimmung und mehr Arbeitsplätze

Beitrag mit Bild

© tashatuvango/fotolia.com

Das Geschäftsklima in der deutschen Startup-Szene hat sich deutlich aufgehellt und liegt wieder auf dem Niveau von 2019. Gründer:innen finden hierzulande immer bessere Bedingungen vor: Zwei Drittel bewerten das Startup-Ökosystem an ihrem Standort als gut oder sehr gut – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider: Die durchschnittliche Beschäftigungszahl steigt von 14 auf 18 und auch bei den geplanten Neueinstellungen zeigt der Trend nach oben. Doch die Talentsuche entwickelt sich neben der Kapitalbeschaffung zu einer der großen Hürden für die Jung-Unternehmer:innen. Eine weitere große Herausforderung ist außerdem der unzureichende Zugang zu Daten und deren Konzentration bei wenigen internationalen Konzernen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt und an dem sich erstmals über 2.000 deutsche Startups beteiligt haben.

Dynamik und Diversität stärken

Startups sind eine treibende Kraft, wenn es um Innovationen und Technologien geht und schaffen so auch immer mehr neue Arbeitsplätze: In den kommenden Monaten wollen die befragten Unternehmen im Schnitt neun Mitarbeitende rekrutieren. Ob sich die geplanten Neueinstellungen realisieren lassen, hängt allerdings ganz wesentlich von der Lage auf dem Bewerber:innenmarkt ab. Fest steht: Die Personalsuche wird schwieriger. 27 Prozent der Startup-Gründer:innen bezeichnen sie bereits als größte Hürde – das sind 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Ein weiterer zentraler Aspekt im Kontext Wachstum und Personal betrifft die Diversität – mehr Frauen als Gründerinnen heißt in Sachen Talente und Innovationskraft aus dem Vollen zu schöpfen. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg des Frauenanteils um 11 Prozent als positives Signal und erster Schritt in die richtige Richtung hervorzuheben – auch wenn das Niveau mit einem Frauenanteil von knapp 18 Prozent insgesamt noch sehr niedrig ist.

Zugenommen hat im Vergleich zum Vorjahr (20 Prozent) außerdem der Anteil an Gründer:innen mit Migrationshintergrund, der jetzt bei 22 Prozent liegt.

„Die Pandemie hat Deutschlands Defizite bei der Digitalisierung schonungslos offengelegt. Startups bieten hier Lösungen an und sind Innovationsmotor für die gesamte Wirtschaft. Die Studie zeigt, dass unser Startup-Ökosystem in Sachen Wachstum und Diversität auf einem guten Weg ist – aber: mit Blick auf den internationalen Wettbewerb muss es in beiden Bereichen noch deutlich schneller gehen“, sagt Franziska Teubert, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutsche Startups.

Wagniskapital und strategische Investor:innen gesucht

Neben der Personalsuche stehen die Gründer: innen vor weiteren Hürden, vor allem im Bereich Vertrieb und Kundengewinnung, bei der Produktentwicklung und der Kapitalbeschaffung. Letztere hat sich jedoch positiv entwickelt: In der aktuellen Befragung nennen nur noch 36 Prozent die Geldbeschaffung als Stolperstein, im Vorjahr waren es 43 Prozent. Auch den Zugang zu Kapital und Investitionen bewerten die Befragten deutlich positiver als 2020: 38 Prozent der Befragten sind damit zufrieden, im Vorjahr waren es nur 30 Prozent. Der Grund: Die pandemiebedingten Unsicherheiten bei der Finanzierung haben sich beruhigt und die Startups in den vergangenen Monaten wieder deutlich mehr externes Kapital aufgenommen.

Eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Finanzierung besteht jedoch nach wie vor beim Wagniskapital: Erst 20 Prozent der Startups finanzieren sich auf diesem Weg, 42 Prozent würden dies gerne tun. Bei der Finanzierung durch strategische Investoren geht die Schere noch weiter auseinander: Auf sie würden 43 Prozent der Befragten gerne zugreifen, faktisch gelingt dies aber nur 15 Prozent.

Corporate Venture Capital bringt Kapital und Know-how

„Bei Investor:innen und etablierten Unternehmen setzt sich die Erkenntnis leider nur sehr langsam durch, dass sie von strategischen Investitionen in und Kooperationen mit innovativen Startups stark profitieren können. Gerade etablierte Firmen sind auf neue Technologien und innovative Geschäftsideen angewiesen – und genau das können Startups häufig viel schneller und unkomplizierter entwickeln“, sagt Florian Nöll, Head of Corporate Development & Innovation bei PwC Deutschland.

Startups stehen der Zusammenarbeit mit Corporates jedenfalls offen gegenüber: Fast die Hälfte der Gründer:innen, die eine Finanzierung über Wagniskapital anstreben, wünscht sich, dass dieses von einem Unternehmen kommt. Von diesem sogenannten Corporate Venture Capital (CVC) erhoffen sie sich nicht nur Kapital, sondern verfolgen auch strategische Ziele wie den Zugang zu Vertriebskanälen und Branchenexpertise.

Mehr Open Data Initiativen gewünscht

Eine Forderung an die Wirtschaft und Politik gleichermaßen hat die Szene, wenn es um die Datenbeschaffung geht: Nur 38 Prozent der befragten Unternehmen geben an, ausreichend Zugang zu relevanten Daten zu haben. 53 Prozent wünschen sich hier mehr Offenheit von Seiten der etablierten Wirtschaft und 74 Prozent fordern mehr Open Data Initiativen des Staates. Mit 67 Prozent sieht außerdem eine deutliche Mehrheit der Gründer:innen einen Wettbewerbsnachteil durch die Konzentration von Daten in der Hand weniger internationaler Konzerne.

Hochschulen stärken das Startup-Ökosystem

Nicht zuletzt sind es zu Beginn einer Gründung aber vor allem die Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die das junge Business-Ökosystem stärken. Die Nähe zu Universitäten schätzen die Entrepreneur:innen bei den Standortfaktoren ganz besonders: 76 Prozent bewerten diesen Aspekt als gut. Dass die Startup-Szene eng mit der akademischen Forschung verbandelt ist, belegen drei weitere Ergebnisse der Studie: 55 Prozent der Startups kooperieren mit wissenschaftlichen Einrichtungen; jede vierte Gründung stammt aus dem Umfeld von Hochschulen und Forschungseinrichtungen und 36 Prozent der Gründer:innen haben ihre Mitgründer:innen an der Hochschule kennengelernt.

(Pressemitteilung PwC vom 28.10.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

thodonal/123rf.com

11.02.2026

Konjunkturoptimismus der CEOs schwindet

Die Stimmung in den Chefetagen kippt, zumindest mit Blick auf die Weltwirtschaft. Die Zahl der Konjunkturoptimisten ist binnen weniger Monate spürbar geschrumpft. Im September rechneten noch 35 % der CEOs weltweit mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung, in Deutschland waren es 36 %. Im Januar sind es nur noch 24 % weltweit und gerade einmal 19 % hierzulande. Das ist

Konjunkturoptimismus der CEOs schwindet
Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

10.02.2026

Stimmungseinbruch bei Venture-Capital-Investoren

Die Stimmung der Investoren auf dem deutschen Markt für Wagniskapital hat sich im Schlussquartal 2025 verschlechtert. Das Geschäftsklima sackte auf minus 32,4 Punkte ab, nachdem es im Vorquartal auf seinem langjährigen Durchschnitt lag, der durch die Nulllinie markiert wird. Das Geschäftsklima berechnet sich als Durchschnitt der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und der Geschäftserwartungen der Investoren

Stimmungseinbruch bei Venture-Capital-Investoren
Meldung

©photon_photo/fotolia.com

09.02.2026

Leasingnutzung im Mittelstand bleibt stabil

Leasing ist ein im Mittelstand etabliertes Beschaffungsinstrument. 2024 haben rund 18 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Leasingverträge zur Anschaffung von Anlagegütern abgeschlossen – unverändert gegenüber 2021 (18 %). Dies zeigt eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels. Anlagegüter werden im Mittelstand weiterhin deutlich häufiger gekauft als geleast. Am häufigsten kam Leasing im Segment der größeren KMU

Leasingnutzung im Mittelstand bleibt stabil
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)