19.08.2025

Startups zwischen Aufschwung und Absturz

Inzwischen hat mehr als jedes siebte Startup Sorge vor der Pleite. Dabei sind Bürokratie, Kundengewinnung und Finanzierung aktuell größten Herausforderungen.

Beitrag mit Bild

© tashatuvango/fotolia.com

Die konjunkturelle Lage trifft Startups in Deutschland höchst unterschiedlich. Mehr als ein Drittel (37 %) gibt an, dass sich für das eigene Startup die wirtschaftliche Lage in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat. Das sind mehr als im Vorjahr mit 31 %. Zugleich sagen aber aktuell 31 %, dass sich ihre Situation verschlechtert hat, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 24 %. Der Anteil jener Startups, für die es ohne großes Auf und Ab auf bisherigem Niveau weitergeht, hat sich demgegenüber um 13 Prozentpunkte von 41 auf 28 % verringert. Das sind Ergebnisse einer Befragung von 152 Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Sorge vor Pleite wächst

Während die Lage des eigenen Unternehmens im Schnitt noch leicht positiv wahrgenommen wird, fällt der Blick auf die konjunkturelle Lage der Startups insgesamt eher kritisch aus. So sprechen nur 21 % von einer Verbesserung (2024: 23 %), 47 % dagegen von einer Verschlechterung (2024: 45 %). Mehr als jedes siebte Startup (15 %) befürchtet aufgrund der konjunkturellen Entwicklung, in den kommenden zwölf Monaten insolvent zu werden. Vor einem Jahr waren es noch 11 %, die sich vor einer drohenden Pleite sorgten. „Viele Startups spüren die konjunkturell schwierige Situation. Für ein gutes Drittel der Startups stehen die Zeichen aber klar auf Wachstum“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Das sind die Herausforderungen

Als größte Herausforderungen nennen Startups Bürokratie (63 %), Vertrieb und Kundengewinnung (61 %) sowie Finanzierung und Kapitalbeschaffung (52 %). „Ein konsequenter Bürokratieabbau würde vielen Startups helfen. Die neue Bundesregierung hat sich die Staatsmodernisierung auf die Fahnen geschrieben, hier braucht es rasch konkrete Maßnahmen“, sagt Wintergerst. „Das gilt ebenso für die vereinfachte Vergabe öffentlicher Aufträge an Startups. Davon würden nicht nur junge Tech-Unternehmen profitieren, sondern auch der Staat als Kunde innovativer Produkte.“ So sehen 39 % der Startups den Zugang zu öffentlichen Aufträgen als große Herausforderung. Ebenso viele sehen das eigene Wachstum und die Skalierung ihres Geschäftsmodells als Herausforderung. 34 % nennen Rechtsunsicherheiten bei regulatorischen Anforderungen wie beim Datenschutz oder rund um den AI Act, 21 % die Produktentwicklung, 19 % den Fachkräftemangel, 16 % technologische Herausforderungen, 13 % fehlende Nachfrage und 11 % den Wettbewerbsdruck.

(Bitkom vom 18.08.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©alfaphoto/123rf.com

20.01.2026

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein

Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Startups aus Deutschland erhielten im Jahr 2025 knapp 8,4 Milliarden Euro Risikokapital von Investoren – mehr als 1,3 Milliarden mehr als in den zwölf Monaten zuvor (plus 19 %). Nachdem die Investitionen in Jungunternehmen 2022 und 2023 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 deutlich eingebrochen waren, markiert 2025 damit das zweite Jahr

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein
Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

19.01.2026

Kredithürde bei Mittelständlern auf Rekordniveau

Unternehmen mit Finanzierungsbedarf haben zunehmend Schwierigkeiten, Kredite zu erhalten: Im vierten Quartal 2025 berichteten 37,8 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von erschwerten Kreditvergabebedingungen – ein Plus von 3,9 Prozentpunkten zum Vorquartal und ein neuer Höchststand. Bei Großunternehmen lag dieser Anteil mit 29,4 % zwar unter dem bisherigen Spitzenwert, stieg aber um deutliche neun Prozentpunkte zum Vorquartal.

Kredithürde bei Mittelständlern auf Rekordniveau
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

15.01.2026

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen

Weltweit planen Unternehmen, 2026 ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,7 % des jährlichen Umsatzes zu verdoppeln. 39 % der Unternehmen planen für 2026 KI-Investitionen in Höhe von mindestens 50 Millionen US-Dollar. Deutschland liegt mit 52 % über dem globalen Durchschnitt und belegt damit innerhalb der Europäischen Union (EU-Durchschnitt: 38 %) den Spitzenplatz. Das

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)