• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung

23.03.2026

Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung

Eine aktuelle Analyse auf Basis des ZEW-Finanzmarkttests zeigt, dass insbesondere steigende Energiepreise die konjunkturelle Entwicklung belasten könnten.

Beitrag mit Bild

©JürgenFälchle/fotolia.com

Der eskalierende Krieg im Nahen Osten seit Anfang März 2026 erhöht die wirtschaftlichen Risiken für Deutschland deutlich. Eine aktuelle Analyse auf Basis des ZEW-Finanzmarkttests zeigt, dass insbesondere steigende Energiepreise und wachsende Unsicherheit die konjunkturelle Entwicklung belasten könnten. Während die Auswirkungen bei einer kurzen Kriegsdauer begrenzt bleiben, drohen bei einem länger anhaltenden Krieg spürbare Einbußen beim Wirtschaftswachstum sowie ein deutlicher Anstieg der Inflation.

„Steigende Energiepreise bremsen Wachstum und verstärken zugleich den Inflationsdruck. Sollten die Beeinträchtigungen der Energieversorgung längerfristig andauern, dann wird die Preisstabilität in Deutschland gefährdet“, sagt Dr. Lora Pavlova, Leiterin des ZEW-Finanzmarkttests und Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“. „Die massiv gestiegene Unsicherheit hält Investoren zurück und macht Haushalte sparsamer“ ergänzt Anna-Lena Herforth, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“.

Drei Szenarien mit unterschiedlichen Folgen

Die Analyse unterscheidet drei mögliche Szenarien für den weiteren Verlauf des Konflikts. Am wahrscheinlichsten ist aus Sicht der befragten Finanzmarktexpertinnen und -experten ein anhaltender Konflikt von bis zu drei Monaten. In diesem Fall bleiben die Energiepreise länger erhöht und die wirtschaftliche Unsicherheit hoch. Das Wachstum in Deutschland würde sich dadurch spürbar verlangsamen, während die Inflation auf rund 2,7% ansteigen dürfte. Ein noch längerer und intensiverer Konflikt könnte die Wirtschaft 2026 sogar in eine Phase der Stagnation führen und die Inflation deutlich über die Zielmarke treiben. Eine schnelle Deeskalation, die zunehmend als unwahrscheinlich gilt, würde indes die wirtschaftlichen Folgen deutlich begrenzen.

Energiepreise als zentraler Belastungsfaktor

Als wichtigste Ursache für die wirtschaftlichen Belastungen identifizieren die befragten Finanzmarktexpertinnen und -experten die stark gestiegenen Energiepreise. Diese erhöhen die Produktionskosten der Unternehmen und schwächen gleichzeitig die Kaufkraft der privaten Haushalte. Hinzu kommen Störungen von Lieferketten sowie eine sinkende Investitionsbereitschaft infolge hoher Unsicherheit. Wirtschaftspolitisch erwarten die Befragten vor allem fiskalische Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung und zur Entlastung von Unternehmen und Haushalten. Gleichzeitig steht die Geldpolitik vor einem Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und der Stabilisierung der Konjunktur.

(ZEW vom 20.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©Egor/fotolia.com

23.03.2026

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance

Die Corporate Governance börsennotierter Unternehmen steht seit Jahren zwischen Reformanspruch und Vertrauenskrise. Obwohl gesetzliche Vorgaben und der Deutsche Corporate Governance Kodex Transparenz, Kontrolle und verantwortungsvolle Unternehmensführung sichern sollen, zeigen sich in der Praxis immer wieder deutliche Defizite. Im Interview erläutert Robert Peres, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre, wo die strukturellen Schwächen liegen und warum

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance
Meldung

©EtiAmmos/fotolia.com

19.03.2026

Automobilzulieferer vor schwieriger Dekade

Die Kfz-Zulieferindustrie steuert auf eine tiefgreifende Zäsur zu: Bis 2035 wird die Nachfrage nach Automobilkomponenten zwar jährlich um 3,5 % steigen. Davon profitieren aber längst nicht alle Unternehmen. Gewinner sind die Hersteller von Fahrzeugsoftware, Batterien und Elektrofahrzeugkomponenten. Sie können mit Wachstumsraten zwischen 13 und 16 % pro Jahr rechnen. Produzenten von Komponenten für Verbrennungsmotoren verlieren deutlich –

Automobilzulieferer vor schwieriger Dekade
Meldung

pitinan/123rf.com

18.03.2026

Trendwende bei Investitionen in Sicht?

Die Investitionstätigkeit in Deutschland verzeichnet eine durchwachsene Entwicklung. Die staatlichen Investitionen sind zum Jahresende 2025 sprunghaft gestiegen, die privaten Wohnbauinvestitionen haben nach langem Rückgang einen Wendepunkt erreicht. Dagegen mussten die Unternehmensinvestitionen im vierten Quartal einen deutlichen Rückschlag hinnehmen – trotz zuvor eher positiver Signale. Dies zeigt der Investitionsmonitor März 2026 von KfW Research. Staat investiert

Trendwende bei Investitionen in Sicht?
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)