• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Studie: Banken und Sparkassen kalkulieren in Wild-West-Manier

24.10.2017

Studie: Banken und Sparkassen kalkulieren in Wild-West-Manier

Beitrag mit Bild

Den Geldinstituten in Deutschland fehlt der Überblick bei Aufwendungen und Profitabilität. Viele Banken und Sparkassen kalkulieren ihre Preise deshalb auf gut Glück.

Den Geldinstituten in Deutschland fehlt der Überblick bei Aufwendungen und Profitabilität. In einem Drittel der Banken existiert zum Beispiel kein Schema zur Bewertung der Produktprofitabilität. 43 Prozent können die anfallenden Aufwände für einzelne Produkte oder Produktgruppen nicht benennen. Die Folge: Eine große Mehrheit der Banken kalkuliert Preise zum Teil losgelöst von den Kosten (79 Prozent).

Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Emporias unter 100 Entscheidern auf der ersten und zweiten Führungsebene in Banken und Sparkassen. „Die Vollbanken mit großen Filialnetzen stehen massiv unter Druck. Onlinebanken, Ein-Produkt-Banken und Fintechs wachsen als Konkurrenz heran und werden immer stärker“, sagt Dr. Carsten Jacobi, einer der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Emporias. Sie seien schlanker aufgestellt und könnten entsprechend attraktive Preise bieten. Die Filialbanken müssten ihre Erträge steigern und Kosten senken. „Doch dafür müssen sie erstmal ihre eigenen Aufwendungen kennen. Das scheint recht oft nicht der Fall zu sein.“

Produkt- und Prozesskosten werden oft nicht vollständig erfasst und ausgewertet

Vier von zehn Bankmanagern geben in der Studie an, dass in ihrem Haus überhaupt keine Produktkostenrechnung durchgeführt wird. In jedem dritten der Institute mit Produktkostenrechnung liefert diese nur einen mittelmäßigen oder schlechten Kostenüberblick. 14 Prozent der befragten Entscheider können die Qualität der Produktkostenrechnung in ihrem gar nicht einschätzen, was vermuten lässt, dass sie wenig Beachtung findet. Auch die Kosten der Prozesse bleiben in vielen Instituten eine „Blackbox“. Über die Hälfte aller Institute mit Prozesskostenrechnung bewerten diese als mittelmäßig oder schlecht. 14 Prozent der Häuser wenden überhaupt keine Prozesskostenrechnung an. Selbst wenn Kosten vollständig analysiert werden, finden die Ergebnisse längst nicht immer Anwendung für Preisfindungsstrategien. So geben etwa zwei Drittel der befragten Führungskräfte an, dass es in ihrem Unternehmen kaum oder keine Zielkostenvorgaben für Produkte (65 Prozent) und Prozesse (70 Prozent) gibt.

„Viele Banken und Sparkassen kalkulieren in Wild-West-Manier oder sind bei der Kostenberechnung gar im Blindflug unterwegs. Damit setzen sie ihre Zukunftsfähigkeit aufs Spiel“, sagt Emporias-Geschäftsführer Jacobi.

(Pressemitteilung Emporias vom 18.10.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©pitinan/123rf.com

21.04.2026

Nur jedes zweite Unternehmen evaluiert Technologieinvestitionen

Technologie kann die Leistungsfähigkeit von Unternehmen deutlich verbessern. Etwa durch effizientere Prozesse, schnellere Entscheidungen und neues Wachstum. 79 % berücksichtigen sie bereits bei der Bewertung ihrer Leistung. Gleichzeitig messen jedoch nur die Hälfte der Unternehmen systematisch, ob sich diese Investitionen auch wirtschaftlich auszahlen und welchen konkreten Beitrag sie zum Ergebnis leisten.  Das zeigt die Studie „Performance

Nur jedes zweite Unternehmen evaluiert Technologieinvestitionen
Meldung

©psdesign1/fotolia.com

21.04.2026

Industrie investiert verstärkt im Ausland

Die deutsche Industrie investiert immer öfter im Ausland. In diesem Jahr planen 43 % der Industriebetriebe Investitionen außerhalb von Deutschland – im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 3 Prozentpunkte. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung zu den Auslandsinvestitionen unter 1.700 Industrieunternehmen aus der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Danach hat insbesondere das Motiv der Kosteneinsparung

Industrie investiert verstärkt im Ausland
Meldung

© johas/fotolia.com

20.04.2026

Exportwachstum der Industrie droht Halbierung bis 2035

Die Exporte der deutschen Industrie könnten künftig deutlich langsamer wachsen als bisher. Sind sie in den vergangenen zehn Jahren um 2,1 % pro Jahr gestiegen, könnte sich das Wachstum bis 2035 auf 1,3 % jährlich reduzieren, wie eine aktuelle Modellierung von Deloitte zeigt. Entscheidend für den Rückgang ist, dass die Ausfuhren in die beiden größten Märkte –

Exportwachstum der Industrie droht Halbierung bis 2035
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)