• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Studie: Jeder Jobwechsel bringt im Schnitt 30% mehr Gehalt

08.06.2022

Studie: Jeder Jobwechsel bringt im Schnitt 30% mehr Gehalt

Freiwillige Jobwechsel zahlen sich oft aus: Im Schnitt bringen solche Wechsel in Deutschland ein um 30% höheres Gehalt. Dies geht aus einer neuen Studie des McKinsey Global Institute mit dem Titel „Human capital at work: The value of experience” hervor. Die Studie analysiert anhand von Big Data reale Karriereverläufe auf der Grundlage von 4 Mio. vollständig depersonalisierten Berufsprofilen aus Deutschland, Indien, den USA und Großbritannien. Zudem wurden Zehntausende von Stellenausschreibungen untersucht, um den beruflichen Werdegang nachzuvollziehen.

Beitrag mit Bild

© sakkmesterke/fotolia.com

Die durchschnittliche Person in dem Datensatz wechselte zwei bis vier Mal in zehn Jahren den Job. Auf alle Rollen- und Jobwechsel bezogen – d.h. auch die unfreiwilligen Veränderungen nach Arbeitsplatzverlust – beträgt die Gehaltssteigerung im Schnitt nur 5%. Die größten Gehaltssprünge um 30-46%, sogar in nächst höhere Gehaltsklassen, machten demnach die Berufstätigen, die den Job öfter – in Deutschland im Durchschnitt fünfmal – gewechselt haben.

Mutige Jobwechsel zahlen sich überproportional aus

Die Analyse zeigt, dass ebenso wichtig für Sprünge in höhere Gehaltsklassen mutige Rollen- und Jobwechsel sind. Dies können laterale Rollenwechsel sein , die den Personen ein hohes Ausmaß an neuen Fähigkeiten abverlangen oder beispielsweise Wechsel in branchenferne Jobs. Je größer die prozentuale Anteil der neu hinzugekommenen Fähigkeiten an den Gesamtfähigkeiten ist, die so genannte „Skill Distance“, desto größer die Gehaltssprünge. Die durchschnittliche Skill Distance pro Rollenwechsel beträgt 25% oder mehr – d.h. mit jedem Rollenwechsel lernen Menschen im Schnitt ein Viertel neue Fähigkeiten für einen neuen Job hinzu. Aufwärtsmobile Kohorten in Deutschland wechselten mit einer durchschnittlichen Skill Distance von 45%, während diejenigen, die nicht aufstiegen, im Durchschnitt nur 35 bis 40% erreichten. Unternehmen sollten Bewerberinnen und Bewerber nicht nach ihren aktuellen Aufgaben beurteilen, sondern nach ihren Fähigkeiten und ihrem Potential, in neuen Rollen erfolgreich zu sein. Und sie sollten mutig sein, Mitarbeitern Mobilität zu ermöglichen, so die Empfehlung der Studienautoren. Die Ergebnisse sollten vor dem Hintergrund, dass in Deutschland aufgrund der Digitalisierung bis 2030 etwa 6,5 Mio. Beschäftigte in erheblichem Umfang umgeschult werden und viele davon den Beruf wechseln müssen, optimistisch stimmen. Wer Mut beweise, sich neue Fähigkeiten anzueignen und die Komfortzone zu verlassen, habe eine gute Jobperspektive und die Aussicht auf einen ordentlichen Gehaltssprung.

Erfahrung genauso wichtig wie formale Ausbildung

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Das Lebenseinkommen – also die Summe des Einkommens über die gesamte Karriere – macht zwei Drittel des Vermögens einer durchschnittlichen Person aus und ist damit ein wesentlicher Baustein für den Wohlstand. Die Hälfte dieses Humankapitals wird dabei in Deutschland durch die Berufserfahrung erzielt; die andere Hälfte durch die formale Ausbildung.

Der Schlüssel zum beruflichen Aufstieg liegt den Studienautoren zufolge darin, häufiger die Rolle zu wechseln und größere berufliche Schritte zu wagen. Auch laterale Jobwechsel, die das Erfahrungs- und Fähigkeitsspektrum erweitern, zahlen sich langfristig aus. Besonders für Menschen, die in schlecht bezahlten Positionen beginnen, seien Rollen- und Jobwechsel entscheidend; denn bei Personen mit geringerer formaler Bildung machte die berufliche Erfahrung 60-80% des Lebenseinkommens aus.

80% der Arbeitsplatzwechsel sind mit einem Wechsel des Arbeitgebers verbunden

Die Studie zeigt, dass die Zeit, die man zu Beginn seiner Karriere in einem Unternehmen verbracht hat, ein entscheidender Faktor für die Personen ist. Mitarbeiter von Unternehmen, die viel in Weiterbildung investieren, entwickeln ihre Talente besser – und weisen auch im späteren Verlauf ihrer Karriere ein höheres Einkommen auf, erklären die Studienautoren. Zwar gehen 80% der Arbeitsplatzwechsel auch mit einem Wechsel des Arbeitgebers einher, doch bedeute dies für Unternehmen jedoch nicht, nicht in die Förderung von Mitarbeitern zu investieren. Im Gegenteil: Unternehmen müssten ‚lernende Organisationen‘ werden, um für Talente attraktiv zu sein und effektive Weiterbildungen anbieten. Laut der Analyse zeigen zahlreiche Studien, dass Weiterentwicklungsmöglichkeiten eines der wichtigsten Kriterien für Talente bei der Wahl ihres Arbeitgebers sind.

Die Studie„Human capital at work: The value of experience” findet sich hier zum Download.

(Pressemitteilung McKinsey&Company vom 07.06.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

nialowwa/123rf.com

03.04.2025

Banken warnen: Investitionsschwäche bremst Konjunktur

Die Chefvolkswirte der privaten Banken erwarten, dass die deutsche Wirtschaft nur sehr langsam aus der langjährigen Schwächephase herausfindet. So rechnen die privaten Banken für 2025 mit einem sehr geringen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 %. Erst 2026 dürfte sich die Wirtschaft mit einem Wachstum von 1,4 % erkennbar erholen. Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, betont: „Die Impulse

Banken warnen: Investitionsschwäche bremst Konjunktur
Meldung

© Egor/fotolia.com

02.04.2025

Outsourcing im Umbruch: Studie zeigt neue Trends im Finanzsektor

Outsourcing bleibt ein zentraler Hebel für Effizienz im Finanzdienstleistungssektor – doch die Erwartungen werden nicht immer erfüllt. Eine aktuelle Studie von PwC Deutschland und Strategy& zeigt, dass zwar neue Technologien wie Cloud-Lösungen an Bedeutung gewinnen, jedoch die erhofften Kosteneinsparungen oft ausbleiben. Gleichzeitig rücken Nachhaltigkeitsaspekte stärker in den Fokus. An der Erhebung nahmen 161 Finanz- und

Outsourcing im Umbruch: Studie zeigt neue Trends im Finanzsektor
Meldung

© Tim/Fotolia.com

01.04.2025

Deutlich mehr M&As in der deutschen Tech-Branche

Die Zahl der Übernahme-Deals bei deutschen Tech-Unternehmen stabilisiert sich nach dem Ausreißerjahr 2021 auf relativ hohem Niveau: 2024 gab es 387 M&A-Deals im deutschen Technologie-Sektor – 6 % weniger als im Jahr zuvor, als es noch 410 Übernahmen waren. Zum Vergleich: Den Höhepunkt erreichten die M&A-Aktivitäten im heimischen Tech-Sektor 2021, als 502 Übernahme-Deals abgeschlossen wurden.

Deutlich mehr M&As in der deutschen Tech-Branche

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank