• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Studie zu „Diversity, Equity & Inclusion“ in deutschen Startups

04.12.2024

Studie zu „Diversity, Equity & Inclusion“ in deutschen Startups

Deutsche Startups halten Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion zwar mehrheitlich für wichtig, aber nur rund ein Drittel (35 %) sehen darin einen unternehmerischen Mehrwert.

Beitrag mit Bild

©alphaspirit/fotolia.com

Bunt, bunter, Startup-Szene? Eine neue Studie von Partnern der Technischen Universität München, IHK für München und Oberbayern, Meta, PwC Deutschland, HV Capital und Deep Tech Momentum zeigt gemischte Perspektiven, Einstellungen und Meinungen: Gründende deutscher Startups halten Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion (engl. Diversity, Equity, Inclusion – DEI) zwar mehrheitlich für wichtig für das eigene Unternehmen und die Branche insgesamt; gleichzeitig sehen aber nur rund ein Drittel (35 %) in DEI einen unternehmerischen Mehrwert. Darüber hinaus zeigt sich ein Geschlechterunterschied: Gründerinnen sind im Allgemeinen besorgter über zu wenig DEI und halten DEI für wichtiger als ihre männlichen Kollegen: 76 % der Gründerinnen halten DEI in ihrem eigenen Startup für sehr wichtig oder wichtig; unter Gründern ist dies nur bei 66 % der Fall.

Bisher wenig konkrete Maßnahmen im Einsatz

Fast die Hälfte der Befragten (45 %) gab an, DEI aktiv im eigenen Startup zu fördern. Gleichzeitig hat jedoch die Mehrheit der Startups (64 %) noch keine konkreten Maßnahmen zur Erhöhung von DEI implementiert. DEI-Maßnahmen, die bereits am häufigsten zum Einsatz kommen, sind flexible Arbeitsmöglichkeiten, gleiche Bezahlung sowie transparente und inklusive Kommunikation. Gleichzeitig werden diese auch als am wirksamsten eingeschätzt, um DEI im eigenen Startup zu erhöhen. Die Mehrheit (77 %) hat darüber hinaus keine konkreten Zielvereinbarungen zur Förderung von DEI getroffen.

Rund ein Viertel (26 %) der befragten Personen berichten über geringe bis sehr starke Widerstände gegen die Einführung von Maßnahmen zur Förderung von DEI im eigenen Startup. Je später ein Startup im Gründungsprozess ist, desto mehr Widerstände gegen DEI nehmen die Befragten unter ihren Mitarbeitenden wahr.

Diskriminierung von Frauen im Gründungsprozess

Nur knapp ein Viertel aller Befragten (24 %) sind der Meinung, dass Frauen im Gründungsprozess extrem oder sehr stark diskriminiert werden und mehr als die Hälfte (57 %) berichtet von überhaupt keiner oder nur wenig Diskriminierung von Frauen. Ein getrennter Blick auf die Einschätzungen von Männern und Frauen zeigt ein anderes Bild: 81 % der Frauen und 51 % der Männer nehmen Diskriminierung von Frauen im Gründungsprozess in irgendeiner Form wahr; fast die Hälfte (46 %) der Frauen im Vergleich zu 15 % der Männer nehmen diese Diskriminierung als extrem oder sehr stark wahr.

Startups gelten als Motor für Kreativität und Fortschritt. In einer Zeit, in der Innovation und Transformation über den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden, spielt die Startup-Szene eine zentrale Rolle in Deutschland. Bisher gab es jedoch keine umfassende Erhebung darüber, wie es um DEI in der Startup-Branche steht. Die Studie „Diversity, Equity and Inclusion – was denken Gründende Deutscher Startups?“, welche Ergebnisse einer Onlinebefragung von 526 Gründenden präsentiert, schließt erstmals diese Forschungslücke.

„Diverse Teams sind kreativer, innovativer und besser in der Lage, die Bedürfnisse einer globalisierten Kundenbasis zu verstehen. Sie tragen dazu bei, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu steigern und deren Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Trotz dieser Vorteile zeigen die vorliegenden Studienergebnisse jedoch erneut: In Sachen DEI hinken wir in Deutschland noch immer hinterher – auch in der progressiven Startup-Welt“, so Florian Nöll, Global Venturing & EMEA Startups, Scaleups Leader bei PwC Deutschland.

„Unsere Studie zeigt, dass die Bedeutung von DEI in der Startup-Welt zwischen Anspruch und Realität noch nicht übereinstimmt. Innovationen entstehen dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Die deutsche Startup-Szene kann durch echte Vielfalt nicht nur neue Märkte erschließen, sondern auch die Innovationskraft steigern, die entscheidend für ihren Erfolg ist“, erklärt Prof. Dr. Isabell Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München.

Die Studie wurde von der Allbright Stiftung, dem Verband deutscher Unternehmerinnen, dem Startup Verband und encourageventures unterstützt.

(pwc vom 02.12.2024 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©alfaphoto/123rf.com

20.01.2026

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein

Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Startups aus Deutschland erhielten im Jahr 2025 knapp 8,4 Milliarden Euro Risikokapital von Investoren – mehr als 1,3 Milliarden mehr als in den zwölf Monaten zuvor (plus 19 %). Nachdem die Investitionen in Jungunternehmen 2022 und 2023 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 deutlich eingebrochen waren, markiert 2025 damit das zweite Jahr

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein
Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

19.01.2026

Kredithürde bei Mittelständlern auf Rekordniveau

Unternehmen mit Finanzierungsbedarf haben zunehmend Schwierigkeiten, Kredite zu erhalten: Im vierten Quartal 2025 berichteten 37,8 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von erschwerten Kreditvergabebedingungen – ein Plus von 3,9 Prozentpunkten zum Vorquartal und ein neuer Höchststand. Bei Großunternehmen lag dieser Anteil mit 29,4 % zwar unter dem bisherigen Spitzenwert, stieg aber um deutliche neun Prozentpunkte zum Vorquartal.

Kredithürde bei Mittelständlern auf Rekordniveau
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

15.01.2026

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen

Weltweit planen Unternehmen, 2026 ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,7 % des jährlichen Umsatzes zu verdoppeln. 39 % der Unternehmen planen für 2026 KI-Investitionen in Höhe von mindestens 50 Millionen US-Dollar. Deutschland liegt mit 52 % über dem globalen Durchschnitt und belegt damit innerhalb der Europäischen Union (EU-Durchschnitt: 38 %) den Spitzenplatz. Das

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)