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03.02.2022

Studie zum KMU-Anleihemarkt 2021: Platzierungsquote verbessert sich deutlich auf 93%

Das Jahr 2021 stand auch am deutschen Markt für KMU-Anleihen im Zeichen von Corona, zeigte aber in manchen Aspekten Erholungstendenzen. Die Zahl der Emissionen reduzierte sich zwar erneut, das platzierte Volumen konnte jedoch um 19% auf 1,137 Mrd. € gesteigert werden. Insgesamt wurden 30 KMU-Anleihen (2020: 38 Anleihen) von 26 Unternehmen mit einem Zielvolumen von 1,140 Mrd. € begeben, so eine Studie der IR.on AG zum KMU-Anleihemarkt 2021. Das platzierte Volumen erhöhte sich von 0,957 Mrd. € im Vorjahr auf 1,137 Mrd. € und sorgte für eine außerordentlich hohe Platzierungsquote. Darin enthalten ist ein im vergangenen Jahr hohes Aufstockungsvolumen von besonders nachgefragten Anleihen in Höhe von 157,8 Mio. €. Bereinigt um diese Aufstockungen lag das platzierte Volumen bei 979,2 Mio. €, was einer deutlich verbesserten Platzierungsquote von 93% (Vorjahr: 82%) entspricht. Der durchschnittliche jährliche Kupon lag mit 5,56% auf dem Niveau des Vorjahres (2020: 5,57%).

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Nach Angaben der Emittenten bzw. entsprechender Klassifizierungen wurde ein Drittel der Emissionen als Green- oder Sustainable Bonds begeben, so der Jahresrückblick der Investor Relations-Beratung IR.on zum deutschen KMU-Anleihemarkt.

Der KMU-Anleihemarkt in Deutschland hat sich auch im zweiten von der Corona-Pandemie geprägten Jahr gut geschlagen und das Emissionsvolumen und die Platzierungsquote deutlich gesteigert. Trotz zweier größerer Ausfälle in der zweiten Jahreshälfte 2021 wird für das laufende Jahr eine stabile Entwicklung bei steigenden Kupons erwartet, so die Prognose der Beratungsgesellschaft.

Branchenherkunft zeigt sich diversifiziert

Die 26 KMU-Anleiheemittenten verteilten sich im vergangenen Jahr auf 14 unterschiedliche Branchen, eine noch breitere Diversifikation als im Jahr 2020 (11 Branchen). Erneut war der Immobiliensektor am häufigsten vertreten, jedoch nicht mehr so dominant wie in den Jahren zuvor. Fünf Immobilienunternehmen (19%) wählten 2021 den Schritt an den Bondmarkt, während es im Jahr 2020 noch zwölf Unternehmen (35%) waren. Allerdings zeigte sich bei den Immobilien-Anleihen mit 80% eine überdurchschnittlich hohe Vollplatzierungsquote, während in der Gesamtbetrachtung eine Vollplatzierungsquote von 53% erreicht wurde (2020: 39%). Der Rückgang könnte für eine stärkere Selektion seitens der KMU-Investoren sprechen, in deren Portfolios Immobilienanleihen aus den letzten Jahren bereits stark vertreten sind.

Eine größere Veränderung zeigte sich bei der Platzierungsform: Bei nur vier Emissionen (13%) handelte es sich um reine Privatplatzierungen, 26 Anleihen (87%) wurden öffentlich platziert (2020: 50%). Hier spielt das Ziel der Platzierungssicherheit in einem phasenweise schwierigen Marktumfeld eine Rolle, die durch öffentliche Angebote erhöht wird.

Einen deutlichen Anstieg gab es bei den Anleiheausfälle bzw. Restrukturierungen, die sich im Gesamtjahr 2021 auf ein Volumen von 340,7 Mio. € summierten (2020: 36,0 Mio. €). Maßgeblich hierfür sind im Wesentlichen zwei Emittenten, die Deutsche Lichtmiete AG und die Eyemaxx Real Estate AG, die jeweils vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von knapp 266 Mio. € ausstehend haben und im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden mussten.

Ausblick 2022: Stabiler KMU-Markt und steigende Zinssätze

Zum Ausblick für 2022 hat das Beratungshaus IR.on neun im KMU-Segment aktive Emissionshäuser befragt. Im Durchschnitt erwarten diese für das laufende Jahr 25 Emissionen. Zwar könnten die Ausfälle des letzten Jahres das Investoren-Sentiment negativ beeinflussen, allerdings sehen die Befragten auch einen hohen Refinanzierungsbedarf bestehender Anleihen.

Für die Emissionshäuser bleibt auch in 2022 der Immobiliensektor die Top-Branche, erklären die Studienautoren. Eine stärkere Nachfrage werde zudem von Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien erwartet.

In puncto Kuponentwicklung gehen acht der neun Befragten für 2022 von steigenden Zinssätzen aus, vor allem aufgrund der anhaltenden Inflationsthematik und einer steigenden Risikowahrnehmung seitens der Investoren.

Neben erhöhter Transparenz, insbesondere in Bezug auf die Darlegung des Geschäftsmodells und der Finanzkennzahlen, erwarten die Emissionshäuser die steigende Nutzung von ESG-Ratings sowie die Umsetzung der ESG-Standards, um über zunehmend gefragte Green Bonds Mittel aufzunehmen

IR.score mit starkem Anstieg

Insgesamt hat sich die Kommunikation der Anleiheemittenten im Jahr 2021 verbessert, wie die in der Studie untersuchte Investor Relations-Arbeit zeigt. Bei der diesjährigen Überprüfung der IR-Webseiten der 26 Emittenten hinsichtlich grundlegender IR-Informationen betrug der durchschnittliche Transparenzindex „IR.score“ 4,3 Punkte nach 3,8 im Vorjahr.

Eine Zusammenfassung der Erhebung zum KMU-Anleihemarkt 2021 ist hier erhältlich.


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