• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Studie zur Gewinnverwendung in Familienunternehmen

14.07.2025

Studie zur Gewinnverwendung in Familienunternehmen

In einer aktuellen PwC-Studie gaben 75 % der Familienunternehmen an, dass die Ausschüttungsquote sich an den Erfordernissen des Unternehmens orientiert.

Beitrag mit Bild

©number1411/fotolia.com

Sie ist Bindungsfaktor zwischen Gesellschafter und Unternehmen, aber ebenso Auslöser von Konflikten – die Ausschüttung. Über Geld spricht man nicht? In diesem Fall doch: Mehr als 180 deutsche Familienunternehmen geben in einer aktuellen PwC-Studie Einblick in ihre Ausschüttungspolitik und die Verwendung ihrer Gewinne.

Die sieben wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  1. Firma vor Familie: Familienunternehmen gehen verantwortungsvoll mit ihren Vermögen um – „Business first“ ist ihre Devise. Entsprechend bestätigt die Mehrheit mit 75 %, dass die Ausschüttungsquote sich an den Erfordernissen des Unternehmens orientiert.
  2. Rentabilität und Stabilität an erster Stelle: Den Inhabern ist Sicherheit wichtiger als Wachstum. Das spiegelt sich in hohen Eigenkapitalquoten und in konservativen Ausschüttungsquoten wider: Bei der Mehrheit der Personengesellschaften liegt die Ausschüttungsquote unter 30 %, bei den meisten Kapitalgesellschaften unter 25 %. Damit stärken Familienunternehmen ihr Eigenkapital und machen sich unabhängig von Geldgebern.
  3. Einvernehmen statt Streit: Konflikte im Gesellschafterkreis sind die Ausnahme – trotz geringer Ausschüttungen. So geben 92 % der Befragten an, dass bei ihnen Einvernehmen über die Höhe der Ausschüttung besteht. Grund dafür könnte sein, dass die Hälfte der Familienunternehmen in den vergangenen Jahren Sonderausschüttungen getätigt hat.
  4. Schwachstelle Regelwerke: Wenn es Konflikte um die Gewinnverwendung gibt, sind Familienunternehmen schlecht vorbereitet – 30 % haben keine vereinbarte Regelung zur Gewinnverwendung, 27 % verfügen nur über eine informelle, gelebte Regelung.
  5. Offene Fragen zur Höhe der Ausschüttung: Ebenso haben viele Familienunternehmen weder eine Höchst- noch eine Mindestausschüttung festgelegt (76 bzw. 71 %). Auch das birgt Konfliktpotenzial innerhalb des Gesellschafterkreises.
  6. Risiko Zersplitterung: Die meisten Inhaber vererben ihre Anteile an alle Nachfahren gleich. Das ist unweigerlich mit einer Zersplitterung der Anteile verbunden, wenn der Gesellschafterkreis wächst. Dadurch geht die Bindung an das Unternehmen oftmals verloren. Um eine konstante Ausschüttung sicherzustellen, muss das Unternehmen schneller als die Familie wachsen, was einem Viertel der Befragten in den vergangenen drei Jahren nicht gelungen ist, oder der Gesellschafterkreis muss eingeschränkt werden. Aber 33 % der Befragten haben keine Maßnahmen zum Gesellschafterwachstum geplant.
  7. Klare Vorgaben für Gesellschafter fehlen: Angesichts der schwierigen Wirtschaftssituation müssen sich die Gesellschafter auch selbst finanziell absichern. Gerade in diesem Punkt herrscht dringender Handlungsbedarf: 71 % der Unternehmen machen ihren Gesellschaftern keine Vorgaben zur Erzielung eigener Abkommen und zur Altersabsicherung.

(PwC vom 08.07.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

15.12.2025

Working Capital Performance erneut verschlechtert

Europäische Unternehmen verschenken Milliarden: Im Jahr 2024 blieben 1,4 Billionen Euro an Working Capital ungenutzt, die zeigt die aktuelle Working Capital-Studie „EU 1000 WC Results“ von The Hackett Group, der führenden Gen AI- und strategischen Beratung für digitale Transformation. Demnach blieben bei den untersuchten 1000 europäischen Unternehmen insgesamt 1,4 Billionen Euro ungenutzt  ̶̶  das entspricht

Working Capital Performance erneut verschlechtert
Meldung

©BillionPhotos.com/fotolia.com

15.12.2025

Cloud-Strategie zwischen Innovations- und Kostendruck

Zwischen 2023 und 2025 ist der Anteil von deutschen Unternehmen, die in Teilen oder vollständig auf die Cloud setzen, um 13 Prozentpunkte auf 74 % gestiegen. Mit der zunehmenden Cloud-Reife verschieben sich die Schwerpunkte von Cloud-Initiativen, -Investitionen, und -Zielen. Nach der Migrationsära geht es jetzt stärker darum, komplexe Cloud-Infrastrukturen besser beherrschbar zu machen, den Betrieb

Cloud-Strategie zwischen Innovations- und Kostendruck
Meldung

©alfaphoto/123rf.com

11.12.2025

Nationale Venture Capital-Märkte im Vergleich

Der deutsche Venture Capital (VC)-Markt gehört zu den volumenstärksten weltweit. Zwischen 2020 und dem dritten Quartal 2025 wurden jährlich im Durchschnitt 10,4 Mrd. USD in Start-ups investiert. In Europa wurde dieser Wert nur im Vereinigten Königreich übertroffen (23,8 Mrd. USD). Setzt man die Investitionen jedoch ins Verhältnis zur Wirtschaftskraft des Landes (Bruttoinlands­produkt, BIP) rangiert der

Nationale Venture Capital-Märkte im Vergleich
Corporate Finance Zeitschrift plus Datenbank

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank