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01.06.2022

Stühlerücken an der Spitze: Personelle Veränderungen in den Aufsichtsräten der DAX40-Unternehmen

Nachdem es in den beiden Pandemiejahren 2020 und 2021 nur wenige Wechsel in den Aufsichtsratsgremien deutscher Großunternehmen gab, kommt es in diesem Jahr zu deutlich mehr Stühlerücken bei den Aufsichtsräten der DAX40-Unternehmen. In 23 der 40 DAX-Unternehmen kommt es laut einer Untersuchung der Personalberatung Heidrick & Struggles zu Umbesetzungen in den Kontrollgremien. Die Analyse basiert auf den Ergebnissen der Wahlen im Rahmen der Hauptversammlungen der DAX-Konzerne bzw. den in den Einladungen publizierten Wahlvorschlägen für die Wahlen zu den Aufsichtsräten, denen die Versammlungen in aller Regel folgen.

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Die diesjährigen Hauptversammlungen der DAX40-Unternehmen enden mit den Veranstaltungen von Daimler Truck am 22.06.2022 und Qiagen am 23.06.2022. Die Linde plc. wird die Hauptversammlung am 26.07.2022 abhalten, die umfangreichen personellen Veränderungen im Kontrollgremium sind jedoch bereits vollzogen.

Die 40 aktuellen Unternehmen des DAX verfügten vor der Hauptversammlungssaison kapitalseitig über 319 Aufsichtsräte, davon waren 105 Frauen (32,9%) und 130 internationale Mitglieder (Nicht-Deutsche) (40,7%). Bei 17 Unternehmen kam es im Verlauf der Hauptversammlungen zu keinen Veränderungen im Aufsichtsrat. Insgesamt schieden in 23 Unternehmen 34 Aufsichtsratsmitglieder aus, sie wurden durch 33 neue Aufsichtsräte ersetzt. Linde hat sein Board um zwei Personen verkleinert, Qiagen um eine Person erweitert.

Die diesjährige Saison der Hauptversammlungen hat Bewegung in viele Aufsichtsräte gebracht, nachdem in den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 das Stühlerücken begrenzt blieb. Unternehmen wie die Deutsche Telekom, HeidelbergCement und Linde haben größere Revirements vollzogen. Insgesamt stellt sich das Gesamtbild der Aufsichtsräte der DAX-Unternehmen durch die Erweiterung von 30 auf 40 Firmen neu dar.

Stühlerücken an der Spitze der Kontrollgremien

2022 rückten sechs neue Aufsichtsräte an die Spitze ihrer Kontrollgremien (2021 lediglich zwei neue ARVs):

  • Deutsche Bank: Alexander Rijn Wynaendts (Niederländer) folgt Paul Achleitner (Österreicher)
  • Deutsche Telekom: Frank Appel folgt Ulrich Lehner
  • HeidelbergCement: Bernd Scheifele (langjähriger CEO) folgt nach „Abkühlperiode“ Fritz-Jürgen Heckmann
  • Linde: Steve Angel (US-Amerikaner) folgt Wolfgang Reitzle
  • MTU Aero Engines: Gordon Riske (US-Amerikaner) folgt Klaus Eberhardt
  • Puma: Héloise Temple-Boyer (Französin) folgt Jean-Francois Palus (Franzose)

Neben Rijn Wynaendts, Steve Angel, Gordon Riske und Héloise Temple-Boyer sind weitere fünf Vorsitzende der Aufsichtsräte Nicht-Deutsche:

  • Siemens: Jim Hagemann Snabe (Däne)
  • Volkswagen: Hans-Dieter Pötsch (Österreicher)
  • HelloFresh: John Ritterhouse (US-Amerikaner)
  • Qiagen: Lawrence A. Rosen (US-Amerikaner)
  • Zalando: Christina Stenbeck (Schwedin)

Der Grad der Internationalisierung des Vorsitzes der Aufsichtsräte liegt damit erstmals bei 22,5% (9 von 40). Dr. Nicolas von Rosty sagt: „Bislang war der Vorsitz der DAX-Aufsichtsräte weitgehend deutschen Top-Managern vorbehalten. Dies hat sich durch die Erweiterung auf den DAX40 sowie punktuelle Neubesetzung in diesem Jahr schlagartig verändert. Die Internationalisierung des Aufsichtsratsvorsitzes ist ein richtiges und wichtiges Zeichen mit hoher Symbolkraft.“

Zunehmende Internationalisierung der Aufsichtsrats-Gremien

Die Quote an Nicht-Deutschen DAX30-Aufsichtsräten betrug 2021 34,3%. Durch die Erweiterung auf den DAX40 stieg diese Quote bereits vor den diesjährigen Hauptversammlungen auf 40,7%. Grund hierfür sind die besonders internationalen Besetzungen von Aufsichtsräten bei den neuen DAX-Mitgliedern Airbus, Daimler Truck, Porsche SE, Puma, Qiagen und Zalando.

Die AR-Wahlen 2022 haben diese Quote nochmals erhöht. Bei acht ausscheidenden Nicht-Deutschen und 16 neuen internationalen Mandatsträgern beträgt die Quote nun 43,4%. In Bezug auf internationale Besetzungen war schon 2021 der Wille zu spüren, diesen Anteil zu erhöhen, erklären die Studienautoren. Immerhin 17 von 23 neuen Berufungen entfielen im vergangenen Jahr auf Managerinnen und Manager, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dieser Trend setzt sich laut der Analyse nun auch in 2022 fort.

Es besteht eine Spaltung in Unternehmen mit einem hohen Anteil an internationalen Mandatsträgern und jenen, die diese Gelegenheit zur Diversität nicht nutzen, so die Studienautoren. Weiterhin operieren einzelne DAX-Konzerne global, ohne dass sich dies in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats widerspiegele. Diese Zurückhaltung sei ein Manko, auch aus Sicht von Investoren. In Zeiten massiver geopolitischer Veränderungen wäre es wichtig, den Trend zu international besetzten Boards weiter zu forcieren, wo dies noch nicht beziehungsweise zu zaghaft erfolgt ist, raten die Studienautoren.

Viele angelsächsische Aufsichtsräte

Von den 138 internationalen Aufsichtsräten stammen 49 aus den USA und 11 weitere aus dem Vereinigten Königreich. Damit ist der Block der angelsächsischen Aufsichtsräte der bei weitem größte in den Unternehmen des DAX40. Eine weitere größere Gruppe sind Aufsichtratsmitglieder aus skandinavischen Ländern mit 15 Personen. Diese drei Gruppen bilden zusammen die Mehrheit.

Laut der Studienautoren bringt die wachsende Zahl an US-amerikanischen, britischen und skandinavischen Aufsichtsräten einen besonders hohen Grad an internationaler Perspektive in die deutschen Aufsichtsräte ein. Dies sei grundsätzlich zu begrüßen. Die transatlantischen Vernetzungen dürften künftig noch wichtiger werden, wenn sich die Welt wieder stärker in Blöcken organisiere. Dieser Trend wird 2022 nochmals untermauert, da erstmals vier US-amerikanische Manager sowie eine Schwedin an der Spitze deutscher DAX-Aufsichtsräte stehen.

Quote weiblicher Aufsichtsrätinnen steigt wieder an

Nach den letztjährigen Wahlen zum Aufsichtsrat der DAX30-Unternehmen betrug die Quote weiblicher Mitglieder in den Aufsichtsräten 33,5%. Durch die Erweiterung auf den DAX40 sank diese Quote auf 32,9%. In der aktuellen Hauptversammlungs-Saison wurden wieder mehr weibliche Aufsichtsrätinnen bestellt. Während nur vier Aufsichtsrätinnen in 2022 ausscheiden, kommen zwölf neue hinzu. Damit steigt die Quote spürbar auf 35,5%. Damit besitzt eine ganze Reihe von Unternehmen nun mehr weibliche Kontrollmitglieder als gesetzlich vorgeschrieben: Bayer, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Mercedes Benz, Münchner Rück, RWE, SAP.

Sechs Unternehmen haben die Parität bereits erreicht: Adidas, Allianz, Covestro, HeidelbergCement, Puma, Zalando. Hinzu kommen durch die DAX40-Erweiterung Frauen an die Spitze von Aufsichtsräten; neben Simone Bagel-Trah/Henkel stehen ihren Aufsichtsräten vor: Doreen Nowotne (Brenntag), Héloise Temple-Boyer (Puma) und Christina Stenbeck (Zalando).

Die Berufung von mehr Frauen in die Aufsichtsräte ist ermutigend, ähnlich wie die Tatsache, dass neuerdings die Aufsichtsräte von vier DAX-Konzernen von Frauen geführt werden, so das Fazit der Studienautoren.

(Pressemitteilung Heidrick & Struggles vom 01.06.2022)


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