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16.08.2022

Suche nach Unternehmensnachfolger wird immer schwieriger

Krisen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmen den betrieblichen Alltag. Darunter leidet auch die Unternehmensnachfolge. Obwohl viele Betriebe zur Nachfolge anstehen, möchten immer weniger Personen selbst Unternehmer sein oder Unternehmer werden. Dies geht aus dem aktuellen DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge hervor, für den rund 18.000 Kontakte von IHK-Beraterinnen und -Beratern mit Alt-Unternehmerinnen und Alt-Unternehmern sowie Nachfolgeinteressierten ausgewertet wurden. Demnach informierten sich bei ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 nur noch halb so viele Personen, die ein Unternehmen übernehmen möchten (2.159 im Jahr 2021 zu 4.302 in 2019). Das Nachfolgeinteresse hat insbesondere in den von Lockdowns betroffenen Branchen Handel und Gastronomie sowie bei kleinen Dienstleistungsunternehmen gelitten.

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Nicht so stark, aber dennoch deutlich ist die Zahl der beratenen Alt-Inhaberinnen und Alt-Inhaber auf Nachfolgesuche gesunken (um knapp 1.000 auf nunmehr 6.021 Beratungen, 2019: 7.227). Damit verzeichnen die IHKs in ihren Beratungen mittlerweile fast dreimal so viele Alt-Inhaberinnen und -Inhaber auf Nachfolgesuche wie Personen, die ein solches Unternehmen übernehmen möchten.

Deutsche Wirtschaft steuert auf Unternehmerknappheit zu

Laut des Reports steuert die deutsche steuert die deutsche Wirtschaft neben dem Fachkräftemangel auch auf eine Unternehmerknappheit zu. Vor allem in Handel, Gastronomie und bei den Dienstleistungen – also den von der Pandemie am stärksten betroffenen Branchen – drohe vielen Unternehmen beim Generationswechsel mangels Nachfolger das Aus.

Der Generationswechsel ist in den Krisen der vergangenen Zeit noch schwieriger geworden

Ein Grund für den Rückgang auf beiden Seiten sind für die IHK-Beraterinnen und -Berater vor allem die gestiegenen Unsicherheiten im geschäftlichen Umfeld. Viele Unternehmer hatten angesichts der Herausforderungen während der Pandemie um die Existenz ihres Betriebes gekämpft und ihre Nachfolgesuche auf Eis gelegt.

Schwieriges Umfeld für Unternehmertum

Dem gegenübergestellt erhalten gut qualifizierte Nachfolgewillige angesichts zunehmenden Fachkräftemangels lukrative Angebote für abhängige Beschäftigungsverhältnisse und entscheiden sich daher eher oft gegen den „Beruf Unternehmer/-in“.

Dahinter steht laut des DIHK-Reports zudem mangelndes Interesse gerade bei jungen Menschen, mit einer Unternehmensfortführung stärker selbst ins Risiko zu gehen. Aber auch das wegen zunehmender Bürokratie und stark steigender Gas- und Strompreise für Unternehmen schwierige sonstige Umfeld hemmt die Bereitschaft zum unternehmerischen Engagement.

Unternehmensnachfolge setzt langfristige Planung voraus

Da die Nachfolgesuche langfristige und detailreiche Planung voraussetzt, können gerade die aktuellen Faktoren diesen Prozess maßgeblich negativ beeinflussen. Die Politik muss dringend gegensteuern und darf den Mittelstand jetzt nicht noch mit weiteren Richtlinien, Gesetzen und Vorschriften belasten, warnt die DIHK. Je leichter es Nachfolgerinnen und Nachfolgern gemacht werde, ein Unternehmen zu führen, desto leichter lassen sich geeignete Führungskräfte für die Nachfolge finden.

Doch die Liste anstehender neuer Regulierungen ist lang. Die Autoren des Reports nennen unter anderem das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, die EU-Taxonomie, OECD-Projekte und EU-Richtlinien zum internationalen Steuersystem, die Novellierung des Verpackungsgesetzes mit einer Ausweitung von Registrierungspflichten oder den Revisionsvorschlag zur EU-Industrieemissions-Richtlinie. Darüber hinaus, so die DIHK, sollten die im Koalitionsvertrag vereinbarten entlastenden Maßnahmen jetzt rasch umgesetzt werden. So sollten Unternehmensgründungen administrativ und rechtlich binnen 24 Stunden über die Bühne gehen können.

Weitere Informationen finden sich hier im „DIHK-Report Unternehmensgründung 2022“.

(Pressemitteilung Deutscher Industrie- und Handelskammertag vom 15.08.2022)


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