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05.10.2023

Telekommunikation: Moderat steigende Erlöse, hoher Investitionsbedarf

Telekommunikationsunternehmen müssen bei nur moderat wachsenden Einnahmen weiterhin hohe Investitionen in die Infrastruktur tätigen, um die Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen.

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©georgejmclittle/fotolia.com

Die globale Telekommunikationsbranche befindet sich in einem Dilemma: Während das weltweit transportierte Datenvolumen rasant steigt, entwickeln sich die Einnahmen der Telekommunikationsanbieter aus Kommunikationsleistungen wie beispielsweise der Bereitstellung von Internetzugängen nur moderat nach oben. Gleichzeitig sind hohe Investitionen in die Infrastruktur nötig, um Projekte wie den 5G- und Glasfaser-Ausbau weiter voranzutreiben. Zu diesen Ergebnissen kommt der Global Telecoms Outlook, für den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC den weltweiten Telekommunikationsmarkt analysiert und die Entwicklung der Branche bis 2027 skizziert hat.

Weltweiter Datenverbrauch wird sich bis 2027 verdreifachen

Getrieben durch neue Nutzungsgewohnheiten wird sich das weltweit über die Telekommunikationsnetze transportierte Datenvolumen von 3,4 Millionen Petabyte (PB) im Jahr 2022 bis 2027 auf 9,7 Millionen PB verdreifachen. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung ist nach wie vor primär der Konsum von Videos: Rund 78 % der Daten fallen in diese Kategorie. Aber auch Online- und Cloud-Gaming sowie Virtual Reality-Anwendungen treiben das Datenvolumen der Nutzer zunehmend in die Höhe.

Das Problem: Die Einnahmen der Telekommunikationsanbieter aus Kommunikationsleistungen werden weltweit bis 2027 nur um 4 % pro Jahr steigen – auf knapp 922 Milliarden US-Dollar. In Deutschland dagegen ist für die Einnahmen im Bereich Festnetz Breitband beispielsweise lediglich ein jährliches Wachstum von 1,6 % prognostiziert. Die Anbieter haben im intensiven Wettbewerb um zunehmend standardisierte Konnektivitäts- und Datendienste wenig Spielraum zur Differenzierung von Preisen oder die Durchsetzung von Preiserhöhungen angesichts höherer Inflation.

IoT als Wachstumstreiber im B2B-Bereich

Im B2B-Bereich etabliert sich das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) zudem als zentraler Wachstumstreiber: Bislang sind die Umsätze in diesem Segment zwar nur linear gewachsen. Das könnte sich nach Ansicht der PwC-Experten jedoch bald ändern: „In den kommenden fünf Jahren wird sich das starke Interesse der Unternehmen an IoT-Anwendungsfällen zunehmend auch in Umsätzen niederschlagen“, meint Dr. Florian Gröne, Global Telecoms Leader bei PwC.

Die PwC-Analyse geht davon aus, dass die Gesamtzahl der installierten IoT-Geräte von 17,8 Milliarden im Jahr 2023 auf 25,1 Milliarden im Jahr 2027 ansteigen wird. Das entspricht drei IoT-Geräten für jeden auf der Erde lebenden Menschen.

Medizinische IoT-Geräte sorgen für starkes Wachstum

Dabei werden IoT-Anwendungen besonders in der Konsumgüterbranche ein rasantes Wachstum verzeichnen: Die Zahl der Geräte wird 2027 bei knapp 10 Milliarden liegen. Auch im Bereich der industriellen Elektronik und im Gesundheitssektor rücken IoT-Geschäftsanwendungen immer mehr in den Fokus. So wird sich die Zahl der medizinischen IoT-Geräte bis 2027 verdoppeln. Treiber dieser Entwicklung sind die Zunahme der häuslichen Pflege und der Telemedizin sowie die Verbreitung medizinischer Geräte, mit denen sich Vitalparameter von Patient:innen wie Herzfrequenz, Temperatur und Blutdruck digital überwachen lassen.

Hohe Investitionen in Netzausbau nötig – Ausbau von 5G und Glasfaser geht voran

Der Druck bleibt jedenfalls hoch: Die Telco-Anbieter müssen bei nur moderat wachsenden Einnahmen weiterhin hohe Investitionen in die Infrastruktur tätigen, um die Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen: 2022 stiegen die Investitionen der Branche weltweit um 4,2 % auf 319,1 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Die deutschen Telekommunikationsunternehmen steigerten ihre Investition im selben Zeitraum um 8,1 % – im Mobilfunk zwar nur um 2,2 %, dagegen investierten sie im Festnetz 12,2 % mehr als im Vorjahr.

Ein zentrales Projekt ist der Ausbau von 5G. Anfang 2023 hatten bereits fast 200 Telekommunikationsunternehmen weltweit 5G-Netze in Betrieb genommen. 2025 wird 5G mit einem Anteil von rund 50 % der führende Verbindungstyp für Smartphones sein; 2027 wird dieser Anteil auf über zwei Drittel steigen. In den kommenden Jahren werden die Investitionsausgaben der Telco-Anbieter zwar weniger schnell wachsen, aber auch 2027 werden sie noch 342,1 Milliarden US-Dollar in den Ausbau ihrer Netzwerke investieren, so die PwC-Prognose.

(pwc vom 04.10.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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