• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Transport- und Logistikunternehmen spüren Klimarisiken zunehmend

27.10.2024

Transport- und Logistikunternehmen spüren Klimarisiken zunehmend

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Branche trotz ihrer hohen Anfälligkeit für klimabedingte Risiken wie Überschwemmungen oder Stürme Optimierungsbedarf im Risikomanagement aufweist.

Beitrag mit Bild

© furuoda/fotolia.com

Extremes Wetter, beschädigte Infrastruktur, gestörte Lieferketten: Deutsche Transport- und Logistikunternehmen spüren die Auswirkungen des Klimawandels zunehmend. 67 % der Unternehmen waren in Folge von Klimarisken von Ressourcenknappheit betroffen, beispielsweise durch Lieferengpässe oder erhöhte Preise für Rohstoffe oder Energie. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 %) mussten Schäden an der Infrastruktur verzeichnen, zum Beispiel an Gebäuden oder Straßen. 46 % bemängeln Versorgungsengpässe durch gestörte Lieferketten oder fehlendes Material. Neben diesen operativen Auswirkungen sind die Unternehmen mehrheitlich auch von mehr Regulatorik betroffen: So gaben 75 % der Unternehmen an, dass Klimarisiken und Folgeschäden des Klimawandels wahrnehmbar zu verschärften Gesetzen und Richtlinien etwa durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) führen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Klimarisiken und Folgeschäden des Klimawandels 2024“ von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V., für die über 90 Entscheiderinnen und Entscheider aus der deutschen Transport- und Logistikwirtschaft befragt wurden.

Transport- und Logistikunternehmen mit Optimierungsbedarf im Risikomanagement

Die Studie zeigt, dass die Branche trotz ihrer hohen Anfälligkeit für klimabedingte Risiken wie Überschwemmungen oder Stürme Optimierungsbedarf im Risikomanagement aufweist. Die Mehrheit der befragten Unternehmen berücksichtigt Klimarisiken und Folgeschäden des Klimawandels nicht ganzheitlich im eigenen Risikomanagementsystem: Nur 37 % berücksichtigen beispielsweise verstärkte regulatorische Implikationen und ESG-Auflagen vollumfänglich. Weitere für das Risikomanagement relevante Themen werden noch seltener vollumfänglich in den Systemen abgebildet.

Unternehmen planen substanzielle Investitionen, um Klimarisiken zu minimieren

Auch wenn Optimierungsbedarf im Risikomanagement besteht, sind die Unternehmen keinesfalls untätig. Eine Vielzahl von ihnen hat Maßnahmen zur Reduzierung von Folgeschäden wie Notfall- und Krisenpläne, Versicherungen oder infrastrukturelle Anpassungen auf den Weg gebracht. Demnach investieren 52 % in mehr Personal, um regulatorische Vorgaben und gesetzte Strategien zur Dekarbonisierung umzusetzen. Fast jedes vierte Unternehmen (24 %) ist bereit, 10 % seines Jahresumsatzes für Investitionen in die „grüne Transformation“ aufzuwenden. Zu den weiteren Top-Investitionszielen gehören Bestandsimmobilien (69 %), Modernisierung der neuen Fahrzeugflotte (67 %) sowie die Digitalisierung (64 %).

Die meisten Unternehmen können sich nicht vorstellen, für die Reduzierung von Klimarisiken auf Gewinn zu verzichten. So sind lediglich 4 % der befragten Unternehmen bereit, auf über 10 % ihrer Gewinnmarge zu verzichten. Nur 7 % können sich vorstellen, klimaschädliche Geschäftseinheiten zu verkaufen. Und wenngleich 71 % der Unternehmen CO2-neutral werden möchten, sehen rund zwei Drittel der Unternehmen (66 %) keine (14 %) oder eher keine (52 %) Bereitschaft in der Transport- und Logistikwirtschaft, für einen CO2-neutralen Transport mehr zu bezahlen.

Bewusstsein für den eigenen Einfluss auf Klimawandel noch gering

Auch wenn die Bereitschaft für Investitionen steigt, schätzen bisher nur 25 % der Befragten den Einfluss des eigenen Unternehmens auf den Klimawandel als hoch ein. Umgekehrt bewertet gut jedes vierte Unternehmen (27 %) der deutschen Transport- und Logistikwirtschaft den Einfluss des Klimawandels und dementsprechender Risiken auf das eigene Geschäftsmodell als hoch oder sogar sehr hoch.

(KPMG vom 23.10.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© weerapat1003/fotolia.com

13.10.2026

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen

Deutschlands Klimatransformation erfordert bis 2045 Investitionen von sechs Billionen Euro. Für Finanzvorstände wird die Finanzierung zum strategischen Thema. Entscheidend sind Kapitalkosten, Investitionsprioritäten und die Mobilisierung privaten Kapitals. Unternehmen müssen Investitionen deutlich steigern Laut einer Prognos-Studie im Auftrag der KfW sind jährlich 290 Milliarden Euro für die Klimaneutralität erforderlich. Knapp die Hälfte davon, rund 140 Milliarden

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen
Meldung

© Robert Kneschke /fotolia.com

12.10.2026

Refinanzierungswelle am Immobilienmarkt bricht

Viele Immobilien wurden vor Jahren zu niedrigen Zinsen und deutlich höheren Bewertungen finanziert. Bei einer Anschlussfinanzierung verlangen Banken heute jedoch höhere Zinsen, mehr Eigenkapital und strengere Sicherheiten. Gleichzeitig sind zahlreiche Immobilien im Wert gesunken. Dadurch reicht ein neuer Kredit häufig nicht aus, um die bestehende Finanzierung vollständig abzulösen. Eigentümer müssen zusätzliches Kapital aufbringen, Immobilien verkaufen

Refinanzierungswelle am Immobilienmarkt bricht
Meldung

Corporate Finance

08.10.2026

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken

Die Finanzfunktion erlebt aktuell einen tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz, intelligente Automatisierung, datengetriebene Steuerung und neue Formen der Zusammenarbeit verändern nicht nur Prozesse, sondern auch die Rolle von CFOs und Finance-Teams grundlegend. Die Future Finance Conference 2026 greift diese Entwicklungen auf und bietet eine Plattform für alle, die die Zukunft von Finance aktiv mitgestalten wollen.  Am

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)