19.09.2017

Umsätze und Gewinne im Mittelstand steigen

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© Robert Kneschke/fotolia.com

Der Mittelstand in Deutschland ist laut DSGV-Studie in exzellenter Verfassung: Umsätze und Gewinn steigen seit einigen Jahren kontinuierlich, die Eigenkapitalquote hat ein Rekordniveau erreicht, und darüber hinaus verzeichnet Deutschland einen Höchststand an Beschäftigten.

Der S-Mittelstands-Fitnessindex, den der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) veröffentlicht hat, bestätigt diesen Trend: Er verbucht mit 101,5 Punkten ebenfalls einen neuen Höchstwert.

Laut den Einschätzungen des Branchendiensts des DSGV, die dem Index zugrunde liegen, stieg die Umsatzrentabilität (Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz) im Jahr 2016 um einen Prozentpunkt auf 5,8 Prozent. Dieses Niveau wird sie höchstwahrscheinlich auch gut halten beziehungsweise ausbauen können, so die Initiatoren der Studie. Erfreuliches auch bei der Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) der Unternehmen: Sie lag 2016 über alle Branchen hinweg bei 39,3 Prozent. Indes erreichte die Eigenkapitalrendite (Betriebsergebnis im Verhältnis zum Eigenkapital) vergangenes Jahr 14,1 Prozent.

Mittelstand investiert großen Teil der Gewinne in Unternehmen

Auch die Gewinnentwicklung der mittelständischen Unternehmen ist der Studie nach sehr erfreulich: Während die Umsätze seit 2004 um gut 50 Prozent gesteigert wurden, wuchsen die Gewinne sogar um mehr als das Doppelte. Allein 2016 verzeichneten sie mit 23 Prozent einen weiteren gewaltigen Sprung. Hauptursache hierfür ist eine gesteigerte Materialeffizienz. Zudem verhilft das anhaltend geringe Zinsniveau den Firmen (bei moderat steigenden Bankverbindlichkeiten) zu niedrigen Finanzierungskosten.

Besonders erfreulich ist aber, dass der Mittelstand seine gestiegenen Gewinne zum Großteil wieder in die Unternehmen investiert: So stieg das Anlagenwachstum 2016 um 3,1 Prozent. Für 2017 sind 3,2 Prozent und für 2018 sogar 3,5 Prozent absehbar. Das zeigt, dass der Mittelstand langfristig orientiert agiert. Sprich: Er hat eine hohe Zuversicht in die eigene Zukunft.

Mitarbeiter tragen Aufschwung wesentlich mit

Ebenfalls positiv hat sich auch die Produktivität der Mitarbeiter entwickelt: Betrug der Rohgewinn, also der Umsatz abzüglich Personalkosten und Materialaufwand, im Jahr 2004 pro Mitarbeiter noch rund 32.000 Euro, liegt dieser Wert nunmehr bereits bei 39.000 Euro. Die maßvollen Steigerungen des Lohnniveaus konnten also vom Produktivitätszuwachs in den Unternehmen überkompensiert werden. Diese Tendenz ist weiterhin steigend.

Das ist einer der wesentlichen Gründe dafür, so eine weitere zentrale Aussage der Studie, weshalb die Unternehmen kontinuierlich neue Beschäftigte einstellen – und Deutschland trotz der weltweiten Unwägbarkeiten mittlerweile eine Rekordbeschäftigung verzeichnet. Die Zahlen zeigen zudem Folgendes: Die Betriebe halten auch in schwierigen Zeiten an ihrer Belegschaft fest, um bei einem wiederkehrenden Aufschwung einem Fachkräftemangel vorzubeugen.

Sparkassen erzielen Rekordergebnis bei Darlehenszusagen

Einen weiteren Grund für die Rekordwerte der Unternehmen sieht die Studie in der überaus stabilen Finanzierungssituation: Allein die Darlehenszusagen der Sparkassen an die Unternehmen stiegen laut „Zukunft Mittelstand“ im ersten Halbjahr 2017 mit 41 Milliarden Euro auf ein Rekordniveau. Der Bestand der ausgereichten Unternehmenskredite wuchs in diesem Zeitraum um 9,2 Milliarden Euro auf 387,3 Milliarden Euro. Dies ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 ein nochmals höherer Zuwachs von 8,0 Milliarden Euro beziehungsweise 2,2 Prozent.

Das beweist, dass der klassische Bankkredit – trotz der bereits erwähnten Eigenkapitalquote von knapp 40 Prozent – die wichtigste Finanzierungsquelle insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen ist. Und: Die Sparkassen bleiben bei der Kreditfinanzierung der erste und wichtigste Ansprechpartner für den Mittelstand – und ein wesentlicher Treiber des seit einigen Jahren anhaltenden bundesweiten Aufschwungs.

Ausbau des digitalen Netzes notwendig

Zugleich kommt „Zukunft Mittelstand“ aber zu dem Ergebnis, dass die gute wirtschaftliche Situation nun genutzt werden muss: Die öffentliche Hand sollte verstärkt in die Zukunft investieren. Gerade im ländlichen Raum sei die digitale Infrastruktur oft noch unterentwickelt. Hier müsse dringend ein schneller und konsequenter Ausbau des Breitbandnetzes erfolgen. Werde dieser Ausbau nicht weiterverfolgt, bestehe die Gefahr, dass die vielen Hidden Champions in Deutschland ihren technologischen Vorsprung an andere verlieren.

Gerade die deutsche Digitalbranche liegt der Studie zufolge bei der Umsatzentwicklung derzeit mit einem durchschnittlichen Wachstum von rund zehn Prozent deutlich an der Spitze. Themen wie die Industrie 4.0, alternative Antriebe oder das autonome Fahren würden die Entwicklungen in der Branche noch lange positiv beeinflussen. Daher sei es nun umso wichtiger, hier den Anschluss nicht zu verlieren und die dafür nötige Infrastruktur wettbewerbsfähig zu halten.

(Pressemitteilung DSGV vom 19.09.2017)


Redaktion

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