• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Unternehmen wollen auch nach der Krise an Homeoffice festhalten

11.08.2020

Unternehmen wollen auch nach der Krise an Homeoffice festhalten

Beitrag mit Bild

© Robert Kneschke / fotolia.com

Die Corona-bedingten Anpassungen der Arbeitsorganisation haben vielen Unternehmen gezeigt, dass sich mehr Tätigkeiten für die Arbeit im Homeoffice eignen als bislang angenommen. Im unternehmensnahen Dienstleistungsbereich sind es mehr als 50% und im Verarbeitenden Gewerbe mehr als 40% der Unternehmen, die über solche digitalen Lerneffekte berichten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage unter rund 1.800 Unternehmen der Informationswirtschaft und des Verarbeitenden Gewerbes, die das ZEW Mannheim durchgeführt hat.

Die flächendeckende Erkenntnis, dass zusätzliche Tätigkeiten ins Homeoffice verlagert werden können, verstärkt den Impuls, den die Corona-Krise auf die Verbreitung ortsflexibler Arbeit ausübt, berichten die Studienautoren. Aufgrund der neuen Erfahrungen und Erkenntnisse würden viele Unternehmen planen, Homeoffice auch nach der Krise intensiver zu nutzen als vor dem Beginn der Corona-Pandemie. Dabei musste etwa jedes dritte Unternehmen kurzfristig in neue Technologien investieren, um während der Krise Homeoffice zu nutzen, stellt das ZEW fest.

Corona-Pandemie führt zur langfristigen Ausweitung der Homeoffice-Angebote

Eine Mehrheit der Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten möchte laut der Untersuchung auch nach der Krise vermehrt auf Homeoffice setzen. Insbesondere in größeren Unternehmen führt die Corona-Pandemie zu einer langfristigen Ausweitung der Homeoffice-Angebote. So rechnen etwa 75% der Unternehmen in der Informationswirtschaft ab 100 Beschäftigten mit einer dauerhaften Ausweitung der Heimarbeit. Bei den Unternehmen mittlerer Größe liegt dieser Wert hingegen bei 64% und bei den kleinen Unternehmen mit 5 bis 19 Beschäftigten bei 40%. Im Verarbeitenden Gewerbe rechnet mehr als die Hälfte der großen Unternehmen mit dauerhaft vermehrtem Homeoffice durch die Krise.

Größere Unternehmen planen häufig bleibende Veränderungen

Eine mögliche Ursache für die auch nach der Krise stärkere Nutzung von Homeoffice ist die Erfahrung aus der Krise, dass weniger Tätigkeiten als bislang angenommen im Büro erledigt werden müssen, stellen die Studienautoren fest.  Auch diese Lehre aus der Krise ziehen vor allem größere Unternehmen. Insbesondere den Unternehmen ab 100 Beschäftigten in der Informationswirtschaft (83%) und im Verarbeitenden Gewerbe (70%) habe die Krise gezeigt, dass mehr Tätigkeiten fürs Homeoffice geeignet sind als bislang angenommen. Die Investitionen in neue Technologien, die für etwa jedes dritte Unternehmen notwendig waren, um während der Krise Homeoffice nutzen zu können, werden sich demnach auch langfristig auszahlen, so die Einschätzung der ZEW-Experten.

Im Verarbeitenden Gewerbe haben vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie nur in jedem vierten Unternehmen Beschäftigte regelmäßig im Homeoffice gearbeitet. Aktuell liegt dieser Wert bei fast 50%, und für die Zeit nach der Krise planen etwa 37% der Unternehmen, Homeoffice einzusetzen. Da sich gerade im Verarbeitenden Gewerbe nicht alle Tätigkeiten für die Arbeit von zu Hause eignen, ist der Anteil an Beschäftigten, die regelmäßig mindestens einmal wöchentlich im Homeoffice arbeiten, vergleichsweise gering, stellt die Erhebung fest. Allerdings wirke sich die Corona-Krise langfristig auf die Intensität des Homeoffice aus: In nur 4% der Unternehmen hat vor der Krise mindestens jeder zehnte Beschäftigte regelmäßig im Homeoffice gearbeitet. Nach der Krise soll dieser Anteil im Verarbeitenden Gewerbe laut der Studie auf 14% der Unternehmen und damit um mehr als das Dreifache ansteigen.

Intensität der Homeoffice-Nutzung steigt dauerhaft

Die Unternehmen gehen laut der Umfrage davon aus, dass in Zukunft ein größerer Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten wird als vor der Krise. Noch stärker seien die langanhaltenden Veränderungen in der Informationswirtschaft, welche die IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister umfasst. Schon vor der Krise setzte etwa jedes zweite Unternehmen in der Informationswirtschaft Homeoffice ein, da sich hier deutlich mehr Tätigkeiten für das ortsflexible Arbeiten eignen. Langfristig planen nun fast zwei Drittel der Unternehmen auch nach der Krise Homeoffice zu nutzen, erklären die Studienautoren. Zudem gehen die Unternehmen davon aus, dass ein steigender Anteil der Beschäftigten regelmäßig Homeoffice-Angebote in Anspruch nehmen wird. Während bislang nur in etwa jedem zehnten Unternehmen mehr als 20% der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice gearbeitet hatten, erwartet für die Zeit nach der Krise fast jedes dritte Unternehmen solch eine intensive Homeoffice-Nutzung. In der IKT-Branche plane sogar jedes zweite Unternehmen, dass nach der Krise mehr als 20% der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice arbeiten. Vor der Krise fand Homeoffice nur in jedem fünften IKT-Unternehmen breite Anwendung.

(Pressemitteilung ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung vom 06.08.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

nialowwa/123rf.com

28.05.2026

KfW Research revidiert Wachstumsprognose

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Wachstum von 0,3 % im Vergleich zum Vorquartal solide ins Jahr 2026 gestartet. Im Ranking der großen Euroländer hat sich Deutschland damit im ersten Vierteljahr auf Rang 2 hinter Spanien geschoben, dessen Wirtschaft um 0,6 % im Vergleich zum Vorquartal wuchs. Der Krieg im Iran trübt nun aber die Konjunkturaussichten deutlich.

KfW Research revidiert Wachstumsprognose
Meldung

© Fotolia

27.05.2026

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet

Die Bekämpfung von Geldwäsche tritt in eine entscheidende Phase, doch den Finanzinstituten in Deutschland droht bei der Umsetzung der neuen EU-Regeln die Zeit davonzulaufen. Laut der PwC EMEA AML Survey 2026, für die über 500 Entscheider:innen in 40 Ländern befragt wurden, glaubt nur rund ein Drittel (34 %) der Institute in Deutschland, die zentrale Compliance-Frist

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet
Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

26.05.2026

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion

Digitalisierung gehört für CFOs zu den wichtigsten Aufgaben. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine deutliche Lücke. Das zeigt die Studie „Digital CFO 2026“ der WHU – Otto Beisheim School of Management und PwC Deutschland, für die 207 Finanzchefinnen und Finanzchefs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Zwar bewerten CFOs die Bedeutung der

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)