• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Unternehmensnachfolge: Familieninterne Übergaben bergen weniger Risiken

15.03.2021

Unternehmensnachfolge: Familieninterne Übergaben bergen weniger Risiken

Beitrag mit Bild

© cirquedesprit/fotolia.com

Unternehmen, bei denen bereits zu Beginn eines Übergabeprozesses geplant ist, dass ein Familienmitglied die Nachfolge antreten soll, sind deutlich seltener von einer Stilllegung betroffen als Unternehmen, die einen Verkauf anstreben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Projektteam des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn), das erstmals für Deutschland untersucht hat, wie viele Unternehmen im Zuge des Übergabeprozesses stillgelegt werden und welche Faktoren dazu beitragen.

Insgesamt betrachtet blieben rund drei Viertel der insgesamt gut 90.000 Betriebe, deren Übergabe im Beobachtungszeitraum geplant war, am Markt bestehen. Diejenigen Unternehmen, die im geplanten Übergabezeitraum stillgelegt wurden, waren eher klein und wiesen überwiegend eine mangelhafte Ertragslage, eine geringere Exportorientierung sowie oftmals eine geringere Investitionsneigung vor der geplanten Übergabe auf.

Zwischen 2018 und 2022 stehen rund 150.000 Familienunternehmen zur Übergabe an

Weniger wirtschaftlich attraktive Unternehmen haben demnach offenbar größere Schwierigkeiten, übergeben zu werden. Genau aus diesem Grund berücksichtigen die IfM-Forscher bei ihren regelmäßigen Schätzungen, wie viele Übergaben in den kommenden fünf Jahren zu erwarten sind, auch nur diejenigen Unternehmen, bei denen aufgrund des Mindestertragswerts eine Übernahme für potenzielle Nachfolger und Nachfolgerinnen ökonomisch sinnvoll ist. Für den vergangenen Fünf-Jahres-Zeitraum hatten sie geschätzt, dass zwischen 2018 und 2022 insgesamt in rund 150.000 Familienunternehmen Übergaben anstehen, von denen rund 2,4 Mio. Beschäftigte betroffen sind. Eine neue Fünfjahresschätzung wird das IfM im kommenden Jahr vorlegen.

Gründliche Abwägung von Kosten und Erfolgsaussichten der Übergabe

Noch immer wird eine Unternehmensstilllegung im Zuge des Übergabeprozesses als Scheitern verstanden. Dabei handelt es sich um eine ökonomisch-rationale unternehmerische Entscheidung, die nach Abwägung von Erfolgsaussichten und der Kosten, die mit der Übergabe verbunden sind, getroffen wird – auch wenn sie natürlich von den Familienunternehmern und -Unternehmerinnen nicht präferiert wird, erklären die Studienautoren.

Realistisches Bild vom Unternehmenszustand ist entscheidend

Sie empfehlen daher jedem Unternehmenseigentümer und jeder Eigentümerin, sich nicht nur frühzeitig mit dem Zeitpunkt des eigenen Rückzugs zu beschäftigen, sondern sich auch ein realistisches Bild vom Unternehmenszustand zu machen. Angesichts des zeitlichen und finanziellen Aufwands einer vergeblichen Nachfolgersuche und einer anschließenden Stilllegung sei eine realistische Einschätzung der Bedingungen zentral, unter denen eine Fortführung des Betriebs möglich erscheine.

Die Studien „Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmenzwischen Fortführung und Stilllegung“ und „Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2018 bis 2022“ sind hier abrufbar.

(Pressemitteilung Institut für Mittelstandsforschung Bonn vom 15.03.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

nialowwa/123rf.com

16.07.2024

BMWK zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland

Die konjunkturelle Erholung dürfte sich weiter verzögern. Die jüngste Eintrübung der Stimmungsindikatoren und die erneuten Rückgänge bei Auftragseingängen und Produktion zeigen eine anhaltende Schwäche in der stark exportorientierten deutschen Industrie, auch wenn die jüngsten Zahlen infolge von Brückentagen im Mai etwas nach unten verzerrt sein können. Nachdem der außergewöhnlich hohe Auftragsbestand in der Industrie infolge

BMWK zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland
Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

15.07.2024

KfW-Kreditmarktausblick: Kreditneuvergabe auf Erholungskurs

Zu Jahresbeginn 2024 blieb das von KfW-Research berechnete Kreditneugeschäft deutscher Banken mit Unternehmen und Selbstständigen zwar erneut hinter dem Vorjahresniveau zurück, stabilisierte sich jedoch mit dem überraschenden Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal und dem Ende des Zinsstraffungszyklus seit dem Herbst deutlich. Nach zweistelligen Schrumpfungsraten in den Vorquartalen verringerte sich der Rückgang bei neuen

KfW-Kreditmarktausblick: Kreditneuvergabe auf Erholungskurs
Meldung

© ferkelraggae/fotolia.com

15.07.2024

Bau und Industrie kommen schwerer an Kredite

Unternehmen kommen etwas schwerer an neue Kredite. 27,1 % jener Unternehmen, die gegenwärtig Verhandlungen führen, berichteten im Juni von Zurückhaltung bei den Banken. Im März waren es noch 25,2 %. Besonders stark stieg die Vorsicht im Baugewerbe und in der Industrie. „Mit Blick auf die Investitionsschwäche in Deutschland wäre ein leichterer Zugang zu Krediten wünschenswert“,

Bau und Industrie kommen schwerer an Kredite

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank