• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Unternehmensnachfolge im Mittelstand: Gefahr unfreiwilliger Stilllegungen droht

02.06.2022

Unternehmensnachfolge im Mittelstand: Gefahr unfreiwilliger Stilllegungen droht

Nachdem das Lockdown-Jahr 2020 die Zukunftsplanungen vieler mittelständischer Unternehmen auf Eis gelegt hatte, rückt das Nachfolgemanagement im Jahr 2021 wieder höher auf der Agenda, wie das "KfW-Nachfolgemonitoring Mittelstand 2021" gezeigt hat. Danach streben 16% der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zum Ende des Jahres 2025 eine Nachfolgelösung an. Vielen Inhaberinnen und Inhabern wird das Unterfangen jedoch vermutlich nicht gelingen, denn es gibt zahlreiche Hürden. Die von den Unternehmen mit Abstand am häufigsten genannte Hürde ist die Schwierigkeit, geeignete Nachfolgekandidaten zu finden (76%). Die Nachfolgelücke liegt zum einen im demografischen Wandel, zum anderen in dem seit Jahren geringen Gründungsinteresse begründet.

Beitrag mit Bild

©cirquedesprit/fotolia.com

Mit einigem Abstand werden Schwierigkeiten bei der Kaufpreiseinigung mit 36% als zweithöchste Hürde genannt. Sowohl die rechtliche Komplexität als auch die bürokratischen Hindernisse sieht jeweils gut ein Viertel der Unternehmen als problematisch. Während die rechtlichen Herausforderungen mit der Unternehmensgröße zunehmen, werden bürokratische Pflichten insbesondere von kleineren Unternehmen wahrgenommen.

Einigung auf Kaufpreis, rechtliche Komplexität und Bürokratie sind große Hürden

Neben der Unternehmensgröße entscheidet außerdem die Nachfolgevariante über das Ausmaß der Problemwahrnehmung. Wird eine externe Nachfolgelösung angestrebt, erscheinen die Hürden insgesamt höher. So nennen KMU, die eine Familiennachfolge anstreben, das Problem der passenden Nachfolge mit 62% deutlich weniger häufig als die KMU, für die ein externer Verkauf in Frage kommt (87%). Auch die Einigung auf einen Kaufpreis ist bei externer Nachfolge weitaus häufiger ein Problem (57 vs. 30%). Demgegenüber sind rechtliche und bürokratische Hürden dafür mit 32% bzw. 34% etwas häufiger ein Problem bei der Familiennachfolge. Unter den KMU mit externen Nachfolgeplänen sind die entsprechenden Anteile mit 23% bzw. 22% spürbar kleiner.

Hürden bei externer Nachfolge besonders hoch

Auch das Stadium des Nachfolgeprozesses hat Auswirkungen auf das Ausmaß der wahrgenommenen Belastungen. Während die Suche nach einem geeigneten Nachfolger insbesondere in der frühen Planungsphase als Hürde wahrgenommen wird, sind die rechtlichen und bürokratischen Pflichten eher im fortgeschrittenen Nachfolgeprozess ein Hemmnis.

Rund 125.000 KMU steuern bis Ende 2025 auf eine unfreiwillige Stilllegung zu

Sowohl die kurz- als auch die langfristig angestrebten Übergaben laufen Gefahr nicht realisiert werden zu können. Aktuell müssen 12% der Unternehmen, die eine Übergabe in den nächsten zwei Jahren planen, mit dem Scheitern rechnen. Unter den ca. 600.000 KMU, die bis 2025 eine Übergabe planen, steuern ca. 125.000 auf eine unfreiwillige Stilllegung oder zumindest eine erhebliche Verzögerung zu, weil sie bei der Vorbereitung und konkreten Suche noch nicht weit genug fortgeschritten sind.

Frühe und mehrgleisige Planung wichtig

Wie das KfW-Nachfolgemonitoring des Mittelstands zeigt, sind die Hürden der Unternehmensnachfolge sehr hoch. Viele Unternehmen haben kurz vor dem angestrebten Übergabezeitpunkt noch keine geeigneten Nachfolgerinnen oder Nachfolger gefunden. Angesichts des demographischen Wandels und der damit schwindenden möglichen Nachfolgenden wird eine frühe und mehrgleisige Planung immer wichtiger, um unfreiwillige Stilllegungen zu verhindern, empfehlen die Studienautoren. Auch die Verfügbarkeit von Gründungsfinanzierung rücke zwangläufig stärker in den Fokus, denn externe Übergabegründungen benötigen öfter Finanzmittel als Neugründungen. Übernahmegründerinnen und -gründer haben auch überdurchschnittlich häufig Bedenken wegen der finanziellen Risiken ihrer Selbstständigkeit, stellt die Analyse fest. Hier liegt laut der Studienautoren ein wichtiger Ansatzpunkt für die Unterstützung der Gründungs- und Nachfolgeaktivität.

Der aktuelle Fokus von KfW Research ist hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 02.06.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
Meldung

peshkova/123rf.com

08.09.2026

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von KI wirklich, und was bringt ihnen die Technologie wirtschaftlich? Eine Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ zeigt: Zwischen Nutzung und messbarem Geschäftswert liegt noch eine deutliche Lücke. Für die weltweite Studie wurden 1.719 Führungskräfte und Fachleute aus 97 Ländern

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)