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09.05.2023

US-Konzerne liegen bei Forschungsausgaben deutlich vorn

Forschungsausgaben steigen in Nordamerika deutlich stärker als in Asien und Europa. Unter den Top-F&E-Investoren sind immer mehr US-Firmen, Konzerne aus anderen Industrienationen fallen dagegen zurück.

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Die innovativsten Top-Konzerne der Welt investieren stärker in ihre Zukunft: Die Forschungs- und Entwicklungsbudgets der 500 Unternehmen weltweit mit den höchsten F&E-Ausgaben stiegen 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 14 % auf umgerechnet 889 Milliarden Euro.

475 Milliarden Euro investierten die 164 Konzerne mit Sitz in den Vereinigten Staaten – ein Plus von 16 % im Vergleich zum Vorjahr. Dahinter folgen – mit deutlichem Abstand – Firmen aus Japan (87 Milliarden, plus 6 %) und Deutschland. Die F&E-Ausgaben der 29 deutschen Top-Investoren, die sich im Ranking platzieren, kletterten im Jahr 2022 um 11 % und lagen bei 68 Milliarden Euro.

US-Konzerne an der Spitze

Unter den Top-Investoren weltweit finden sich zudem immer mehr US-Konzerne – und immer weniger europäische Unternehmen. So zeigt der Langzeitvergleich, dass seit dem Jahr 2018 die Zahl der US-Unternehmen im Top-500-Ranking von 140 auf 164 stieg, während der Anteil Europas von 142 auf 133 Unternehmen schrumpfte. Auch Asien verlor an Gewicht: Die Zahl der asiatischen Konzerne im Ranking ging von 213 auf 191 zurück.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, für die die weltweit 500 börsennotierten Unternehmen mit den größten F&E-Budgets untersucht wurden.

Innovationskraft als klarer Indikator für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY: „Die technologische Leistungsfähigkeit und Innovationskraft von Unternehmen ist ein klarer Indikator für die heutige und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Firmen aus Deutschland stehen auf den ersten Blick international nicht schlecht da. Der Wettlauf ist allerdings im vollen Gange – und Firmen aus Europa und damit auch aus Deutschland drohen den Anschluss an die von den USA dominierte Weltspitze zu verlieren.“

Dies zeigen die nackten Zahlen: 164 der 500 analysierten Unternehmen kommen aus den USA, dahinter folgen Firmen aus Japan (98) und China (38). Deutschland liegt mit 29 Konzernen auf Rang vier. Damit sitzt ein Drittel der Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben in den Vereinigten Staaten, Deutschland stellt 6 % der Top-Investoren.

Ahlers: „Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht unter Druck wie wahrscheinlich noch nie zuvor in seiner Geschichte. Hohe Energie- und Produktionskosten, schwierig zu beschaffende Rohstoffe mit unsicheren Lieferketten und erhebliche geopolitische Spannungen sind eine herausfordernde Mischung – vor allem für eine Exportnation wie Deutschland. Gerade vor diesem Hintergrund ist es so wichtig, dass deutsche Unternehmen ihrem Premiumanspruch immer wieder neu gerecht werden und bei Innovationen weltweit führend sind. Schon seit einigen Jahren aber sehen wir, dass es eher US-Unternehmen sind, die massiv in Innovation investieren.“

(EY vom 04.05.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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