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17.12.2022

vdp-Emissionsklima: Situation am Kapitalmarkt bleibt 2023 herausfordernd

Im nächsten Jahr wird die Situation am Kapitalmarkt herausfordernd bleiben. Dies ist das Ergebnis einer erstmals vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) durchgeführten Umfrage unter Kapitalmarktexperten der vdp-Mitgliedsinstitute. Demzufolge werden hohe Inflationszahlen bei gleichzeitigen Rezessionssorgen sowie der Krieg in der Ukraine weiterhin für eine hohe Volatilität und Verunsicherung sorgen.

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©ismagilov/123rf.com

Die Ergebnisse der Umfrage, die von nun an zweimal im Jahr durchgeführt wird, werden unter dem Titel „vdp-Emissionsklima“ veröffentlicht. Aktuell zeigt der Stimmungsindikator – bei einer Bandbreite von -100 bis +100 Punkte – mit einem Wert von -17 Punkten ein leicht eingetrübtes Stimmungsbild, wobei die Scores für Pfandbriefe (-10) und unbesicherte Bankanleihen (-26) unterschiedliche Einschätzungen zu den beiden Teil-Märkten widerspiegeln. Insgesamt rechnen die Kapitalmarktexperten für 2023 somit mit leichtem Gegenwind am Primärmarkt – bedingt durch die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen als Folge des Ukraine-Kriegs, massiv gestiegene Energiekosten und Inflationsraten sowie die restriktive EZB-Politik.

Die Befragung umfasst jeweils Beurteilungen der zurückliegenden sechs Monate, der aktuellen Situation und der kommenden sechs Monate, wobei letztere in der Auswertung die größte Gewichtung erhalten. Hieraus werden je ein Score für Pfandbriefe und unbesicherte Bankanleihen sowie ein Gesamt-Score ermittelt. Ein Punktwert von 0 entspricht dabei einem stabilen Kapitalmarktumfeld, in dem Emissionspläne ohne Probleme umgesetzt werden können. Negative (maximal -100) und positive Scores (maximal +100) weisen auf ein unterdurchschnittlich bzw. überdurchschnittlich gutes Emissionsumfeld hin.

Hohe Pfandbrief-Nachfrage trifft auf geringeres Angebot

Bei der Emission von Pfandbriefen wird damit gerechnet, dass weiterhin eine hohe Nachfrage besteht, diese aber auf ein geringeres Angebot stößt. Die befragten Experten erwarten einen deutlichen Rückgang des zu refinanzierenden Kreditgeschäfts und damit einhergehend ein geringeres Pfandbrief-Emissionsvolumen. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass der Score für Pfandbriefe beim vdp-Emissionsklima leicht negativ ausgefallen ist.

Zwar wird davon ausgegangen, dass die EZB ihre Wiederanlagen in Covered Bonds im Rahmen des Asset-Purchase-Programmes zunächst weiter reduzieren und im Laufe des Jahres 2023 vermutlich ganz einstellen wird. Allerdings wird gleichzeitig damit gerechnet, dass traditionelle Investoren, die zwischenzeitlich verdrängt worden sind, wieder verstärkt am Markt in Erscheinung treten. Für Lebensversicherungen, Pensionskassen und andere Investoren bieten Anlagen in Pfandbriefen inzwischen wieder auskömmliche Renditen.

Laut der Studienautoren sind die Unsicherheit am Kapitalmarkt spürbar, die Situation wird auch 2023 herausfordernd bleiben. In diesem Umfeld bleiben Pfandbriefe sowohl für risikobewusste Investoren als auch für Pfandbriefbanken attraktiv.

Neue Hypothekenpfandbriefe über knapp 41 Mrd. € für 2023 geplant

Vor dem Hintergrund des derzeit rückläufigen Kreditgeschäfts erwarten zwei Drittel der befragten Institute 2023 ein gegenüber dem Vorjahr geringeres Angebot an neuen Pfandbriefen. Insgesamt erwarten die Mitgliedsinstitute des vdp für 2023 einen Absatz von neuen Hypothekenpfandbriefen im Volumen von knapp 41 Mrd. €. Bei Fälligkeiten von knapp 28 Mrd. € entspricht dies Nettoneuemissionen von knapp 13 Mrd. €. Dies würde einen deutlichen Rückgang gegenüber 2022 bedeuten. Nach elf Monaten wurden 2022 bereits neue Hypothekenpfandbriefe über 59,9 Mrd. € platziert, was einem Plus von 54% gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.

Bei den Öffentlichen Pfandbriefen dürften 2023 die Fälligkeiten (gut 15,2 Mrd. €) wieder den geplanten Absatz (rund 9 Mrd. €) übersteigen, so die Prognose der Studienautoren.

Eher verhaltene Nachfrage nach unbesicherten Bankanleihen erwartet

Schwieriger als bei Pfandbriefen wird der Absatz von unbesicherten Bankanleihen im Jahr 2023 erwartet, was sich auch im entsprechenden Score von -26 Punkten widerspiegelt. Hier rechnen die vdp-Kapitalmarktexperten für die nächsten sechs Monate mit einer eher verhaltenen Nachfrage. Den generellen Ratingtrend für Banken bewerten die Kapitalmarktexperten leicht negativ, was ebenfalls Auswirkungen auf die Beurteilung des Emissionsumfelds, insbesondere bei unbesicherten Anleihen, hat. Vor dem Hintergrund der restriktiven EZB-Zinspolitik ist aus Sicht der Umfrageteilnehmer auch in den nächsten sechs Monaten tendenziell mit eher steigenden Kapitalmarktzinsen zu rechnen.

Die größte Herausforderung dürfte 2023 in der unbesicherten Refinanzierung liegen, so das Fazit der Studiensautoren. Hier schlage das schwierige Umfeld deutlich stärker zu Buche als bei Pfandbriefen.

Die vdp-Auswertung zum „Emissionsklima Dezember 2022“ finden Sie hier.

(Pressemitteilung Verband deutscher Pfandbriefbanken vom 16.12.2022)


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