• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Venture Capital-Geschäftsklima in Deutschland auf Allzeithoch

18.08.2021

Venture Capital-Geschäftsklima in Deutschland auf Allzeithoch

Beitrag mit Bild

© WrightStudio/fotolia.com

Der Stimmungsaufschwung auf dem deutschen Venture Capital-Markt setzt sich auch im 2. Quartal 2021 fort. Der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments steigt um 10,5 Zähler auf 37,8 Saldenpunkte und markiert damit einen neuen Bestwert, so das German Venture Capital Barometer, das von der Förderbank KfW und dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK vierteljährlich berechnet wird. Das Geschäftsklima wird demnach maßgeblich durch die Geschäftserwartungen beflügelt, während sich die aktuelle Geschäftslage nur leicht bessert. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage steigt um 4,6 Zähler auf 36,0 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung deutlich um 16,4 Zähler auf 39,6 Saldenpunkte. Die Erwartungen auf Sicht von sechs Monaten waren laut KfW und BVK somit noch nie höher.

Die Entwicklung von insbesondere drei Klimakomponenten hat das Rekordklima befeuert: des Fundraisings, der Exitmöglichkeiten und der Stärke des Dealflows. Alle drei Indikatoren haben neue Bestmarken gesetzt. Das Fundraisingklima toppt knapp seinen bisherigen Bestwert von Anfang 2019 aufgrund deutlich gestiegener Erwartungen auf Sicht von sechs Monaten. Beim Exitklima haben sowohl die Beurteilung der Lage als auch der Erwartungen deutlich zugelegt. Der bisherige Bestwert vom Herbst 2018 konnte hier klar übertroffen werden. Die Beurteilung der Stärke des Dealflows ist knapp besser als der bisherige Bestwert von Herbst 2016, ermöglicht durch deutlich gestiegene Erwartungen auf 6-Monats-Sicht.

Kompetitive Einstiegsbewertungen – Investorenzufriedenheit noch nie schlechter

Die stärkste Veränderung zeigt sich bei der Zufriedenheit mit den Einstiegsbewertungen, deren Indikator um 33 Punkte auf ein Allzeittief eingebrochen ist – auch das senkte die Investitionsbereitschaft. Tatsächlich sind im 2. Quartal die Dealvolumen ab Serie A/Runde 1-Finanzierungen merklich angestiegen. Zudem erreichten drei neue Start-ups erstmals eine Bewertung von 1 Mrd. USD und damit den Status von „Einhörnern“.

Zwei Megadeals über jeweils rund 1 Mrd. USD haben den deutschen Venture Capital-Markt im zweiten Quartal auf ein neues Level gehievt, die Stimmung übertrifft alles bisher Gesehene, stellen die Studienautoren fest. Lediglich die gestiegenen Einstiegsbewertungen seien für viele Investoren ein Ärgernis. Sie haben bisher jedoch keinen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsklima. Die Entwicklung der Dealvolumen deutet laut German Venture Capital Barometer darauf hin, dass sich die Bewertungen vor allem bei Folgefinanzierungsrunden erhöht haben und weniger bei Seed-Finanzierungen. Das kann man auch als Erfolg sehen, nämlich dass den deutschen Start-ups, die sich ‚etablieren‘ konnten, mittlerweile mehr zugetraut wird, so die Autoren der Studie.

Fundraising, Exitmöglichkeiten und Stärke des Dealflows heizen Geschäftsklima an

Das zweite Quartal war gekennzeichnet durch rege Investitionstätigkeit und nicht zuletzt einige herausragende Finanzierungsrunden. Immer mehr Einhörner sind ein großer Erfolg für die Gründer und ihre Investoren, so die Analyse von KfW und BVK. Dies spreche für die deutschen Start-ups. Nicht zuletzt die Zufriedenheit mit dem Fundraising- und Exit-Umfeld heizen die Stimmungseuphorie weiter an. Die Kehrseite der Medaille ist das allgemein sehr hohe Bewertungsniveau, das inzwischen auch in frühen Runden aufgerufen wird. Die Skepsis demgegenüber scheint bereits auf die Investitionsbereitschaft der Ventue Capital-Gesellschaften zu schlagen, so die Einschätzung der Experten. Die Herausforderung bestehe darin, dass die Start-ups ihre hohen Bewertungen auch langfristig rechtfertigen müssen.

Ausführliche Analysen zum German Venture Capital Barometer sind hier abrufbar.

(Pressemitteilung KfW vom 18.08.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

28.09.2026

DAX-Konzerne bauen besonders viele Stellen ab

Deutschlands größte börsennotierte Unternehmen reduzieren ihre Belegschaften stärker als vergleichbare Konzerne in Frankreich, Italien und Spanien. Das zeigt das EY-Parthenon Employment Barometer 2026, für das die Nachhaltigkeitsberichte von 155 Unternehmen aus DAX 40, CAC 40, FTSE MIB 40 und IBEX 35 ausgewertet wurden. Fast 48.000 Stellen weniger Bei den DAX-Konzernen sank die weltweite Beschäftigung um

DAX-Konzerne bauen besonders viele Stellen ab
Meldung

©fotomek/fotolia.com

24.09.2026

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn

Banken, die konsequent auf vertrauenswürdige künstliche Intelligenz setzen, erzielen deutlich höhere Erträge aus ihren KI-Investitionen. Das zeigt der aktuelle „Data and AI Impact Report“ des Softwareanbieters SAS, dessen Daten vom Marktforschungsunternehmen IDC erhoben wurden. Banken liegen beim KI-Vertrauen vorn Im Branchenvergleich zählen Banken zu den Vorreitern. Ihr Trustworthiness-Index stieg binnen eines Jahres um 12,8 Punkte

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn
Meldung

©helmutvogler/fotolia.com

23.09.2026

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte

Das Eurosystem treibt die Tokenisierung der Finanzmärkte voran. Am 21.09.2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit „Pontes“ eine Infrastruktur gestartet, über die Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abgewickelt werden können. Damit setzt die Notenbank erstmals ihre Strategie für einen stärker auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Finanzmarkt praktisch um. Sicheres Geld für digitale Märkte Tokenisierung soll

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)