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23.01.2019

Verhältnis der Deutschen zur Aktie ist weiterhin keine Liebesbeziehung

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© Rido/fotolia.com

Missverständnisse, ein schlechtes Bauchgefühl und eine gehörige Portion Gleichgültigkeit halten die Deutschen von der Aktienanlage ab. Daran haben auch historisch niedrige Zinsen nichts geändert. Dies ist das Kernergebnis dieser Studie des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart.

Das Verhältnis der Deutschen zur Aktie ist nach wie vor keine Liebesbeziehung – trotz jahrelang historisch niedriger Sparzinsen. Vielmehr sind Missverständnisse, ein schlechtes Bauchgefühl und eine gewisse Gleichgültigkeit weit verbreitet, wenn es um die Geldanlage in Aktien geht. Dies zeigt eine Studie der Börse Stuttgart und des Deutschen Aktieninstituts auf Basis einer repräsentativen Umfrage mit rund 2.000 Teilnehmern.

„Die Vorteile von Aktien liegen eigentlich auf der Hand – sei es beim langfristigen Vermögensaufbau oder bei der Altersvorsorge. Da die Deutschen dennoch nur in geringem Maße in Aktien investieren, sind die Ursachen genauer zu ergründen. Nur dann lassen sich geeignete Impulse für eine bessere Aktienkultur setzen“, sagt Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V.: „Gelingt dies nicht, so befürchte ich ernsthafte Konsequenzen für viele Deutsche. Denn das umlagefinanzierte Rentensystem allein dürfte den Lebensstandard im Alter langfristig nicht auf heutigem Niveau halten können.“

Die Studie verdeutlicht, dass sich Vorurteile gegenüber Aktien hartnäckig halten – allen Aufklärungskampagnen zum Trotz. Während sich Aktienrisiken durch die Einhaltung einfacher Regeln beherrschen lassen, sehen 65 Prozent der Nicht-Aktienbesitzer Aktien weiterhin für sich als zu riskant an. Nur 19 Prozent wissen, dass die Aktienanlage auch bei kleinen Anlagebeträgen sinnvoll ist. Zudem hält fast jeder zweite Nicht-Aktienbesitzer die Aktienanlage für umständlich, obwohl dies etwa bei Wertpapiersparplänen nicht der Fall ist.

Interesse an Aktienanlage gering

Das Interesse an der Aktienanlage bleibt daher bedauernswert gering: Nur rund jeder achte Nicht-Aktienbesitzer hat nach eigener Aussage in den letzten Jahren eine Anlage in Aktien oder Aktienfonds in Betracht gezogen. Die Offenheit für die Aktienanlage dürfte gleichwohl insgesamt größer sein: So geben immerhin 39 Prozent der Nicht-Aktienbesitzer an, dass sie in Aktien investieren würden, wenn sie 10.000 Euro langfristig frei zur Verfügung hätten. „Es gilt, das Potenzial für die Gewinnung von mehr Aktionären auszuschöpfen, damit mehr Menschen von den Renditevorteilen der Aktienanlage profitieren“, unterstreicht Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts.

Hoffnungsvoll stimmt, dass die Einschätzung von Aktien durch persönliche Erfahrungen positiver wird. So wissen 71 Prozent der Aktionäre, dass Aktien oder Aktienfonds langfristig mehr Rendite bringen als andere Anlageformen – bei den Nicht-Aktienbesitzern sind es nur 29 Prozent. Auch sehen fast drei Viertel der Aktionäre Aktien und Aktienfonds als geeignete Instrumente zur Vermögensbildung. Dies ist nur jedem dritten Nicht-Aktienbesitzer bewusst. „Wenn sich die Menschen in Gelddingen etwas zutrauen, Gleichgültigkeit überwinden und ihr Wissen erweitern, ist der schwerste Schritt getan. Wertpapierkultur beginnt in den Köpfen der Anleger“, sagt Völter.

Bortenlänger betont, dass als Unterstützer nicht nur Unternehmen, Banken und Börsen mit ihren Bildungsinitiativen gefordert sind: „Vor allem die Politik muss sich für die Aktie einsetzen, damit die Deutschen Aktie und Kapitalmarkt stärker für den Vermögensaufbau und die Sicherung des Lebensstandards im Alter nutzen.“ So gibt fast jeder dritte Nicht-Aktienbesitzer an, dass eine bessere staatliche Förderung sein Interesse an der Aktienanlage wecken könnte. „Viel wichtiger als staatliche Förderung ist jedoch, dass Aktien bei Reformen des staatlichen Altersvorsorgesystems eine deutlich stärkere Berücksichtigung finden. Hierin liegt der größte Hebel für eine höhere Aktienquote in Deutschland“, so Bortenlänger. Flankierend sei es zudem notwendig, regulatorische Hürden in der Wertpapier- und Anlageberatung zu senken und der ökonomischen Bildung einen festen Platz in den Schulen einzuräumen.

Die vollständige Studie „Mehr Aktionäre in Deutschland – Gleichgültigkeit und Missverständnisse überwinden“ finden Sie hier.

(Pressemitteilung DAI vom 16.01.2019)


Redaktion

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