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28.07.2020

Verringerung von Komplexität bleibt größte Herausforderung für CFOs

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© pichetw/fotolia.com

Die Aufgabenfülle für Finanzverantwortliche in Banken steigt. Chief Financial Officers (CFOs) europäischer Banken sehen sich zunehmend mit einer steigenden Fülle von Aufgaben konfrontiert. Neben ihren traditionellen Themengebieten wie dem Reporting müssen sie mehr und mehr die Bereiche Wertschöpfung und Strategieentwicklung adaptieren, um ihren Aufgaben für die eigenen Institute insgesamt gerecht zu werden. Gleichzeitig findet die Mehrheit der CFOs wenig bis kaum Zeit, die unabdingbaren Strategieprozesse in ihrer Bank zu begleiten bzw. aktiv voranzutreiben, obwohl sie diese vor dem Hintergrund einer zunehmenden Komplexität der eigenen Aufgaben eigentlich übernehmen müssten.

Dies ist ein Ergebnis der aktuellen CFO-Studie der Strategie- und Managementberatung zeb, die Mitte des Jahres zum dritten Mal untersucht hat, wie es Finanzverantwortlichen von europäischen Finanzinstituten gelingen kann, trotz hohen Kostendrucks und begrenzten Budgets strategischen Mehrwert für ihre Bank zu schaffen. Befragt wurden mehr als 60 Chief Financial Officers großer west- und osteuropäischer Institute. Knapp die Hälfte davon arbeitet für Universalbanken, während sich die anderen auf Spezial- und Retailbanken sowie andere Institute verteilen.

Aufgabenfülle für Finanzverantwortliche in Banken steigt

Die Studie zeigt, dass Komplexität zunehmend ein limitierender Faktor ist, wenn es darum geht, im Zuständigkeitsbereich des CFO Kosten zu sparen und Mehrwert zu generieren, stellen die Studienautoren fest. Nur wenn es gelänge, die Komplexität im Aufgabenbereich eines Bank-CFO mutig anzugehen und zu reduzieren, werde dieser den Zielkonflikt lösen und seine Rolle im Unternehmen gestaltend ausüben können.

CFOs würden gerne mehr Zeit in strategische Aufgaben investieren

Die CFO-Studie ergab im Detail, dass die meisten Finanzverantwortlichen von Banken derzeit der Überzeugung sind, strategischen Aufgaben nicht ausreichend Zeit widmen zu können. Über 60% der befragten Finanzverantwortlichen gaben zudem an, am Strategieprozess ihrer Bank nicht ausreichend beteiligt zu sein. Gleichzeitig nennen mehr als 60% die Erstellung von meist standardisierten externen Berichten als ihre zeitaufwendigste Aufgabe. Damit machen traditionelle Finanztätigkeiten weiterhin den Großteil der täglichen Arbeitsabläufe aus, obwohl die CFOs gerne mehr Zeit in strategische Aufgaben investieren würden.

Bereiche Wertschöpfung und Strategieentwicklung gewinnen an Bedeutung

Dazu gehören laut der Studie vor allem die Bereiche Wertschöpfung und Strategieentwicklung, sog. „CFO+“-Funktionen. Weniger als 40% der Befragten sagten, dass Datenanalysen bereits jetzt zu ihren Finanzfunktionen gehören, aber drei Viertel sehen, dass diese in den nächsten fünf Jahren ein integraler Bestandteil der Aufgaben eines CFO sein werden. Ebenso gaben rund 40% der Befragten an, dass sie sich mit der Strategieentwicklung befassen, während mehr als 60% davon ausgehen, dass dies in den nächsten fünf Jahren Standard sein wird.

Verwendung neuer Technologien als Produktivitätshebel

Um die neuen Tätigkeiten tatsächlich übernehmen zu können, werden die Finanzverantwortlichen die Produktivität in ihren traditionellen Tätigkeitsbereichen steigern müssen, da deren Bedeutung kaum abnehmen dürfte, stellen die Autoren der Studie fest. Ein zentraler Hebel sei die Verwendung neuer Technologien, wie sie in einigen Instituten bereits erfolgreich eingesetzt werden.

Künstliche Intelligenz und Data Lakes ermöglichen Leistungssteigerungen

Vor diesem Hintergrund sind sich Finanzverantwortliche des Potenzials für Optimierungen durchaus bewusst. 29% rechnen nach Aussage der Studienautoren damit, dass neue Technologien im Bereich der erweiterten Analyse (künstliche Intelligenz und Data Lakes) zu bedeutenden Leistungssteigerungen führen werden. Allerdings gab beinahe die Hälfte der Befragten an, dass mangelndes Verständnis für das Potenzial neuer Technologien sowie zu wenig Zeit und zu geringe Ressourcen zu den größten Hindernissen für die Digitalisierung der eigenen CFO-Aufgaben zählen.

Umsetzungslücke bei innovativen Technologien

Dabei werden von den CFOs Cloud-Computing und die Block-Chain-Technologie als am wenigsten aussichtsreiche Optionen für Innovationen in den Finanzabteilungen betrachtet – selbst wenn Anwendungsfälle für cloudbasierte Dienste einen erheblichen Nutzen bieten. Die Umsetzungslücke bei innovativen Technologien bedeutet aus Sicht der Studienautoren, dass das Potenzial für Leistungsoptimierungen in Banken erheblich ist, insbesondere durch vereinfachte, standardisierte und automatisierte Prozesse.

Großes Potenzial für Leistungsoptimierungen in Banken

Laut der Studie gibt es substanzielles Verbesserungspotenzial im Arbeitsbereich des Bank-CFO. Das sei den meisten Beteiligten bewusst und insoweit seit Jahren Motivationshilfe für fortlaufende Optimierungen. Schwieriger sei es für Führungskräfte, den richtigen Ansatzpunkt für die notwendigen Managementmaßnahmen zu finden, da die Aktionsfelder eng und oft unübersichtlich miteinander verflochten sind. Positive Beispiele könnten dann zeigen, wie man es dennoch schafft, die steigende Aufgabenfülle zu bewältigen und seinen Job in der Bank gut zu machen, so das Fazit der Studienautoren.

Weitere Details zur aktuellen zeb.CFO-Studie 2020 sind hier abrufbar.

(Pressemitteilung zeb vom 28.07.2020)


Redaktion

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