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07.08.2020

Viele Unternehmen in Italien und Spanien gefährdet: Nach Einbruch der Wirtschaft stark steigende Insolvenzen erwartet

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© djvstock/fotolia.com

Spanien und Italien sind früh und hart von der Corona-Pandemie getroffen worden. Die Folgen für die Volkwirtschaft waren gravierend. Der Weg zur wirtschaftlichen Erholung in Spanien und Italien wird trotz Steuerstundungen und Liquiditätsgarantien lang und beschwerlich, erklärt Coface Deutschland. Der Kreditversicherer prognostiziert für Spanien einen Einbruch der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 12,8% und für Italien um 13,6%.

Die Unternehmensinsolvenzen werden in Spanien bis 2021 voraussichtlich um 22% und in Italien um 37% gegenüber 2019 zunehmen. Für 2021 erwartet Coface, dass das BIP Spaniens und Italiens um 10,2% bzw. 8,9% steigen wird, so dass die Volkswirtschaften dann noch 3,9% bzw. 5,9% unter dem Niveau von 2019 bleiben werden.

Unternehmen haben Finanzlage seit der globalen Finanzkrise verbessert

Die aktuelle Finanzlage der Unternehmen in Spanien und Italien ist gesünder als am Vorabend der globalen Finanzkrise von 2009. Seitdem ist es den spanischen Unternehmen gelungen, ihre Schulden um 20 Prozentpunkte deutlich zu reduzieren und im dritten Quartal 2019 auf eine Quote von 37% ihres Vermögens zu drücken. Auch italienische Unternehmen haben ihre finanzielle Situation seit dem 59% -Höchststand im 4. Quartal 2011 verbessert, wenn auch in geringerem Maße. Mit einer Verschuldungsquote von 50% sind die Unternehmen in Italien nun die am höchsten verschuldeten unter den großen europäischen Volkswirtschaften.

Fragile Bilanzen und wenig Liquidität werden zum Problem

Coface geht davon aus, dass die Anfälligkeit der Unternehmen je nach Sektor und Größe unterschiedlich sein wird, nicht nur in Bezug auf die Intensität der Schocks, sondern auch angesichts der Fragilität ihrer Bilanzen. Die großen Automobilhersteller könnten aufgrund ihrer Gewohnheit, wenig Liquidität zu halten, in noch größere Schwierigkeiten geraten: Ende 2018 betrugen die Barreserven in Italien nur 2,7% des Umsatzes und in Spanien nur 0,5% des Umsatzes. Auch der Einzelhandel und das Baugewerbe beider Länder sind, wie auch die kleinen Textilhersteller Italiens, aufgrund ihrer hohen Verschuldung und der voraussichtlich niedrigen Zinsdeckungsrate besonders anfällig.

(Pressemitteilung Coface Deutschland vom 05.08.2020)


Redaktion

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