• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Vom Trend zur Realität: Wie Finanzvorstände die Digitalisierung meistern können

26.06.2019

Vom Trend zur Realität: Wie Finanzvorstände die Digitalisierung meistern können

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Gerade einmal jedes zweite Unternehmen im deutschsprachigen Raum hat die Prozesse in seiner Finanzabteilung zumindest in Ansätzen standardisiert und automatisiert, obwohl fast alle CFOs dies als maßgebliche Voraussetzung zur erfolgreichen Effizienzsteigerung sehen. Tatsächlich im Einsatz sind Automationstechnologien wie Robotic Process Automation (RPA) sogar nur in jedem sechsten Unternehmen, so die Horváth & Partners CFO-Studie 2019, für die mehr als 160 Finanzentscheider befragt wurden. Großer Nachholbedarf besteht darüber hinaus bei der Agilität der Organisation, welche nach Ansicht der Finanzentscheider eine Schlüsselkompetenz zur Bewältigung der Transformation im Zuge der Digitalisierung ist.
Finanzdaten sind wertvoll für die Unternehmenssteuerung, wurden in der Vergangenheit jedoch hauptsächlich herangezogen, um zurückliegende Vorgänge zu bewerten und historisch nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Neue Technologien verschieben diese Aufgaben vom reaktiv-analysierenden Ansatz in Richtung proaktiv-prognostizierend. Darin sehen neun von zehn Finanzvorständen den wichtigsten Trend. Sie spüren zunehmende Anforderungen hinsichtlich Einbindung und intelligenter Analyse externer Datenquellen, die häufig im Kontext Künstlicher Intelligenz (KI) thematisiert werden. 77% der Befragten messen beispielsweise Advanced Analytics eine große Bedeutung zu, um vorwärts gerichtete Entscheidungen zu unterstützen – ein Zuwachs von 19 Prozentpunkten gegenüber der Vorjahresbefragung. Predictive Forecasting, in der diesjährigen Studie erstmalig erfasst, wird nach Ansicht von 75% der Befragten künftig eine große Rolle spielen.
Rückstand bei Umsetzung
Aktuell sind die wenigsten Finanzabteilungen so weit, dem Anspruch an die vorausschauende Planung und Steuerung gerecht zu werden. Erst in jedem fünften Unternehmen werden solche modernen Planungsmethoden aktuell angewendet. Auch im Bereich der Automatisierung hängen die Finanzabteilungen hinterher. Gerade einmal 56% haben Maßnahmen zur Standardisierung und Automatisierung ihrer Abläufe umgesetzt, obwohl 99% der Befragten darin den größten Hebel zur Effizienzsteigerung sehen. Tatsächlich angewendet werden Automationstechnologien wie Robotic Process Automation (RPA) bisher sogar nur von 17%. Im Vergleich zu anderen Unternehmensbereichen sind Automationstechnologien in der Finanzabteilung bislang nach Aussage der Studienautoren noch erstaunlich selten im tatsächlichen Einsatz. Dies könne auf fehlendes Know-how, Schwierigkeiten bei der Festlegung geeigneter Anwendungsfälle, aber auch auf latente Ängste von Job-Abbau und -Verlust zurückgeführt werden.
Agilität als Schlüsselkompetenz
An der Transformation der Finanzabteilung hin zu einer digitalen, dynamischen Organisation führt laut der Studie jedoch kein Weg vorbei. Die Führungskräfte müssten lernen, den Wandel als Dauerzustand zu begreifen, und ihre Organisation entsprechend agil aufstellen. Um die sich stetig verändernden Anforderungen zu meistern, müssten Strukturen, Prozesse, Informations- und Kommunikationswege auf Agilität getrimmt werden. Diese Erkenntnis teilen auch die Studienteilnehmer, die die Implementierung agiler Organisationsformen und Arbeitsweisen sogar als größte Herausforderung für die Zukunft ansehen. Laut den Studienautoren müssen die CFOs neue Einheiten wie beispielsweise Digital Labs aufbauen, agile Arbeitsmethoden implementieren und neue Stellenprofile schaffen, wie beispielsweise Data Scientists. Diese Maßnahmen wurden bisher zumindest von einem Drittel der befragten Unternehmen schon umgesetzt.
Die CFO-Studie 2019 „Vom Trend zur Realität – Wie CFOs die Digitalisierung meistern“ steht hier zum Download bereit.
(Pressemitteilung Horváth & Partners vom 26.06.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

19.01.2026

Kredithürde bei Mittelständlern auf Rekordniveau

Unternehmen mit Finanzierungsbedarf haben zunehmend Schwierigkeiten, Kredite zu erhalten: Im vierten Quartal 2025 berichteten 37,8 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von erschwerten Kreditvergabebedingungen – ein Plus von 3,9 Prozentpunkten zum Vorquartal und ein neuer Höchststand. Bei Großunternehmen lag dieser Anteil mit 29,4 % zwar unter dem bisherigen Spitzenwert, stieg aber um deutliche neun Prozentpunkte zum Vorquartal.

Kredithürde bei Mittelständlern auf Rekordniveau
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

15.01.2026

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen

Weltweit planen Unternehmen, 2026 ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,7 % des jährlichen Umsatzes zu verdoppeln. 39 % der Unternehmen planen für 2026 KI-Investitionen in Höhe von mindestens 50 Millionen US-Dollar. Deutschland liegt mit 52 % über dem globalen Durchschnitt und belegt damit innerhalb der Europäischen Union (EU-Durchschnitt: 38 %) den Spitzenplatz. Das

Unternehmen verdoppeln KI-Investitionen
Meldung

©garagestock/123rf.com

14.01.2026

Nachhaltigkeit gewinnt bei Kreditverhandlungen mit größeren Mittelständlern an Bedeutung

Die deutschen Banken beachten klimabedingte Risiken aus regulatorischen Gründen immer stärker bei ihrer Kreditvergabe an Unternehmen. Im deutschen Mittelstand bekommen das vor allem größere Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten zu spüren. So berichteten 37 % der großen Mittelständler, die 2024 in Kreditverhandlungen waren, dass Nachhaltigkeit in den Gesprächen mit Banken und Sparkassen thematisiert wurde. Das

Nachhaltigkeit gewinnt bei Kreditverhandlungen mit größeren Mittelständlern an Bedeutung
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)