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08.06.2017

War Snapchat der Startschuss zum Jahr der Unicorn-IPOs?

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Nachdem sich die großen Tech-Start-ups zuletzt fast ausschließlich jenseits der Börse finanzierten, könnte 2017 zum Jahr der Unicorn-IPOs werden. Darauf zumindest deuten die erfolgreichen Börsengänge von Snapchat und Mulesoft hin.

Nachdem sich die großen Tech-Startups zuletzt fast ausschließlich jenseits der Börse finanzierten, könnte 2017 zum Jahr der Unicorn-IPOs werden. Darauf zumindest deuten die erfolgreichen Börsengänge der US-„Einhörner“ Snap – das ist Firma hinter dem Messaging-Dienst Snapchat – und Mulesoft hin. Nach einer PwC-Analyse zu Tech-IPOs vereinten die beiden Unternehmen im ersten Quartal spektakuläre 70% der globalen IPO-Erlöse im Technologiesektor auf sich.

Allein in den USA gibt es zurzeit mehr als 100 Unicorns, also Technologiefirmen wie Uber oder Airbnb, die bereits vor dem Börsengang auf eine Bewertung von teils weit mehr als 1 Mrd. USD kommen, so die PwC-Studie. Dank gewaltiger privater Funding-Summen konnten diese Start-ups ihren Börsengang in den vergangenen Jahren immer weiter nach hinten schieben. Nun allerdings mehren sich laut einer PwC-Analyse die Zeichen, dass in vielen Fällen die Zeit für einen IPO reif ist.

Folgen Uber, Airbnb und Dropbox dem Beispiel von Snapchat?

Insgesamt gingen im ersten Quartal weltweit 18 Technologieunternehmen an die Börse. Das waren fast doppelt so viele wie im Vorquartal, in dem sich nur zehn Tech-Firmen aufs Parkett wagten. Die Emissionserlöse legten ebenfalls kräftig auf 5,8 Mrd. USD zu (Q4 2016: 1,7 Mrd. USD / Q1 2016: 0,8 Mrd. USD). Dabei spielte Snap 3,9 Mrd. USD ein – der größte Börsengang weltweit seit der Erstnotiz des chinesischen Internethändlers Alibaba 2014. Der Softwarekonzern Mulesoft kam auf einen Erlös von 221 Mio. USD. Speziell das Parkettdebüt von Snap belegte eindrucksvoll, welches Potenzial Börsengänge innovativer Technologie-Anbieter für Investoren haben – insbesondere im aktuellen Niedrigzinsumfeld, so die PwC-Studie. Das werde den Kapitalmarkt in den USA beflügeln und zahlreiche weitere Tech-Anbieter zu ihrem Börsendebüt ermutigen.

Flaute im europäischen IPO-Markt

Ähnliche Impulse wie in den USA täten auch dem europäischen IPO-Markt gut – denn dort verlief das erste Quartal enttäuschend: Nach einem starken Jahr 2016, in dem zehn europäische Unternehmen den Gang an die Börse schafften, traute sich zwischen Januar und März 2017 kein einziger europäischer Tech-Anbieter aufs Parkett. Grund dafür ist laut der Studienautoren das Super-Wahljahr 2017 in Europa, wo unter anderem die Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Norwegen wählen. Dies sorge für politische Unsicherheit und lasse Tech-Konzerne mit Börsenambitionen zögern.

Erstnotizen chinesischer Tech-Firmen steigen wieder

Erstarkt zeigten sich die chinesischen Tech-Unternehmen. Nach einem schwachen Schlussquartal 2016 fanden 12 der insgesamt 18 Tech-IPOs im ersten Quartal 2017 an chinesischen Börsen statt. Sie spielten insgesamt 1,2 Mrd. USD ein. Die chinesische Börsenaufsicht habe die Bedingungen für Börsengänge gelockert, um den Rückstau langsam aufzulösen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Zahl der Erstnotizen chinesischer Technologiefirmen im laufenden Jahr ein Rekordhoch erreichen wird.

Die PwC Studie: Global Technology IPO Review Q1 2017 finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung PwC vom 07.06.2017)


Redaktion

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