Private-Equity-Investoren können sich immer weniger auf Multiple-Expansion verlassen. Längere Haltedauern und schwierigere Exit-Märkte erhöhen den Druck, Wert operativ zu schaffen. Die Studie „Winning the Value Creation Game“ von Radial, Keyplayer und dem Centre for Performance Management & Controlling der Frankfurt School zeigt, welche Hebel dabei entscheidend sind.
Management als wichtigster Werttreiber
Mehr als 100 Gespräche mit Investoren und operativen Experten zeigen: Entscheidend ist das Zusammenspiel von People, Data und Time. Besonders wichtig ist das Management. 72% der Befragten sehen dessen Qualität als zentralen Werthebel. Soft Skills werden mit 84% deutlich höher bewertet als Hard Skills mit 57,5%. Gleichzeitig räumen viele Investoren ein, zu lange an ungeeigneten Führungsteams festgehalten zu haben. Die Autoren empfehlen deshalb, strukturierte Management-Assessments bereits in die Due Diligence zu integrieren.
Datenbasis vor KI
Auch Daten spielen eine Schlüsselrolle. 96,5% halten Datentransparenz für relevant, aber nur 29,5% für wirklich entscheidend. Dabei zählen inkonsistente Finanzdaten zu den häufigsten Exit-Problemen. Für die Exit Readiness nennen die Befragten konsistente Finanzdaten mit 27% und eine datenbasierte Equity Story mit 26% als wichtigste Hebel. Ein einheitliches ERP-System landet mit gut 2% am Ende. Die Schlussfolgerung: Erst müssen Daten über unterschiedliche Systeme hinweg harmonisiert werden, bevor KI-Anwendungen skalieren können.
Exit Readiness beginnt am Closing
Unterschätzt wird laut Studie vor allem der Faktor Zeit. Nur 21,2% verfügen bereits in der Due Diligence über einen vollständig quantifizierten Maßnahmenplan. 34,2% bewerten ihre eigenen 100-Tage-Pläne rückblickend als wenig oder gar nicht realistisch.
Die Autoren plädieren deshalb dafür, Value Creation und Exit Readiness von Beginn an gemeinsam zu denken. Der entscheidende Unterschied liege weniger im Wissen um die richtigen Hebel als in ihrer konsequenten Umsetzung über die gesamte Haltedauer.
(Frankfurt School vom 15.09.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

