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01.08.2019

Weltweite Fusionen und Übernahmen legen leicht zu

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© pichetw/fotolia.com

Nachdem sich das Geschäft mit weltweiten Fusionen und Übernahmen in den Jahren 2017 und Großteils auch 2018 eher schwach entwickelt hat, hat sich die aktuelle Lage mittlerweile wieder etwas aufgehellt. Ablesen lässt sich diese Entwicklung am ZEW-ZEPHYR M&A-Volumen-pro-Deal-Index. Der Index zu weltweiten M&A-Aktivitäten ist im gleitenden Zwölfmonatsdurchschnitt von September 2018 bis März 2019 um vier Punkte auf einen Stand von 115 Punkten gestiegen. Der Abwärtstrend des Indexes scheint damit vorerst gestoppt.

Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen, die das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk durchgeführt hat.

Den bisher mit Abstand größten Deal im Jahr 2019 konnten Walt Disney und 21st Century Fox Mitte März zum Abschluss bringen. Mit der insgesamt 75 Milliarden Euro schweren Übernahme des Produzenten von weltweiten Kino- und TV-Erfolgen wie „Avatar“ und „Die Simpsons“ wird Walt Disney nun auch zum Mehrheitseigentümer des in den USA bekannten Streaming-Dienstes Hulu. Mit diesem Schritt schafft der Disney-Konzern den Sprung in den immer wichtiger werdenden Streaming-Markt, in dem Disney nun gegen Konkurrenten wie Amazon und Netflix bestehen muss. Die Europäische Kommission sah die Übernahme von 21st Century Fox jedoch kritisch und ließ sie nur unter Auflagen zu. So muss Disney nun einige europäische TV-Sender veräußern, um eine zu starke Konzentration auf dem Medienmarkt zu verhindern.

Zwei weitere große Übernahmen gab es in diesem Jahr auch im Geschäft mit Goldminen. Bereits Anfang Januar fusionierte der kanadische Goldminenbetreiber Barrick Gold mit dem in Afrika tätigen Unternehmen Randgold Resources, ein Deal mit einem Volumen von fast sieben Milliarden Euro. Dies ließ Barrick Gold aber nur kurzzeitig zum Marktführer der Branche werden, denn Mitte April kaufte der amerikanische Konzern Newmont Mining das Bergbauunternehmen Goldcorp für mehr als acht Milliarden Euro und reagierte damit auf den Zusammenschluss seiner Konkurrenten. Zentrale Ursache der beiden Übernahmen war, dass einige Goldminen langsam erschöpft sind und die Förderung dadurch immer teurer wird. Durch die Konsolidierung versuchen die Betreiber ihre Kosten zu senken.

Eher Zwischenhoch denn Auftakt zu neuen Übernahmewellen

Die größte Übernahme 2019 in Deutschland war im Mai die Fusion der BASF-Tochter Wintershall mit der Deutschen Erdöl AG. Im globalen Vergleich rangiert dieser Deal auf Platz drei. Den Chemiekonzern BASF kostete die Transaktion zwölf Milliarden Euro. Pläne dazu hatte es bereits 2014 gegeben, als der russische Oligarch Michail Fridman die Deutsche Erdöl AG vom Energiekonzern RWE erworben hatte. Die Verhandlungen gestalteten sich damals jedoch aufgrund des Ukraine-Konflikts schwierig, sodass sich der Abschluss des Deals bis 2019 hinzog.

„Die positive Entwicklung der weltweiten M&A-Aktivitäten kommt in Anbetracht der sich abkühlenden Weltwirtschaft unerwartet und ist wohl eher als ein Zwischenhoch zu werten, denn als Auftakt zu neuen Übernahmewellen. Allerdings sind Entwicklungen wie die Digitalisierung und das wachsende gesellschaftliche Bewusstsein für den Klimawandel eine Herausforderung für die Unternehmen, neue Schwerpunkte zu setzen und sich neu zu strukturieren. Firmenfusionen und Übernahmen können hierbei eine Schlüsselrolle spielen und Türöffner zu neuen Möglichkeiten sein“, sagt Dr. Niklas Dürr, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Projektleiter für die Berechnung des ZEW-ZEPHYR M&A-Volumen-Pro-Deal-Indexes.

(Pressemitteilung ZEW vom 30.07.2019)


Redaktion

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