• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Weltweiter IPO-Markt boomt – neue Dynamik in Deutschland

28.06.2017

Weltweiter IPO-Markt boomt – neue Dynamik in Deutschland

Beitrag mit Bild

So viele Börsengänge wie im ersten Halbjahr 2017 gab es weltweit zuletzt vor zehn Jahren: Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der IPOs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf 772, das Emissionsvolumen wuchs sogar um 90 Prozent auf 83,4 Milliarden US-Dollar. Auch in Deutschland gewinnt der IPO-Markt an Dynamik.

So viele Börsengänge wie im ersten Halbjahr 2017 gab es weltweit zuletzt vor zehn Jahren: Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der IPOs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf 772, das Emissionsvolumen wuchs sogar um 90 Prozent auf 83,4 Milliarden US-Dollar. Auch in Deutschland gewinnt der IPO-Markt an Dynamik.

Gute Konjunkturaussichten und Rekordstände an den internationalen Börsen sorgten trotz geopolitischer Unsicherheiten  im ersten Halbjahr für einen Boom bei Börsengängen: Die Zahl der IPOs stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent auf 772, das Emissionsvolumen wuchs sogar um 90 Prozent auf 83,4 Milliarden US-Dollar. Gemessen an der Zahl der Börsengänge handelte es sich um das stärkste erste Halbjahr seit 2007 – damals waren in der ersten Jahreshälfte weltweit 948 IPOs gezählt worden.

Nach wie vor gibt China den Takt vor: Insgesamt verzeichneten die chinesischen Börsen (einschließlich Hong Kong) 317 Transaktionen – nach gerade mal 100 IPOs im Vorjahreszeitraum – damit fanden 41 Prozent aller weltweiten IPOs in China statt. Das Emissionsvolumen an den chinesischen Börsen stieg von 10,0 auf 25,4 Milliarden US-Dollar.

Aber auch in den Vereinigten Staaten zeigt der Trend nach oben: Die Zahl der Börsengänge wuchs um 82 Prozent auf 80, das Emissionsvolumen hat sich sogar von 7,0 auf 22,0 Milliarden US-Dollar mehr als verdreifacht.

In Europa lag das Emissionsvolumen mit 17,5 Milliarden US-Dollar leicht – um fünf Prozent – über dem Vorjahresniveau, die Zahl der IPOs stieg um acht Prozent auf 122, wobei sich der britische Markt relativ schwach zeigte: Hier gab es mit 33 Transaktionen genauso viele Börsengänge wie im Vorjahr, der Emissionserlös sank um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland zeigt sich der IPO-Markt zum Ende des Halbjahrs wieder lebhafter: Gleich drei Unternehmen – Vapiano, Delivery Hero und Noratis – geben in der letzten Juni-Woche ihr Börsendebüt, das gesamte Emissionsvolumen dürfte sich einschließlich dieser Kandidaten im ersten Halbjahr auf gut 1,4 Milliarden Euro belaufen. Insgesamt sind damit in Deutschland im ersten Halbjahr fünf Börsengänge zu verzeichnen. Und für den 10. Juli ist derzeit der sechste Börsengang – die Erstnotiz des Fintechs The Naga Group – angesetzt.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young).

„Der weltweite IPO-Markt zeigt sich derzeit sehr stark“, kommentiert Dr. Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Alle wichtigen Märkte verzeichnen Zuwächse, die allerdings in China besonders massiv ausfallen. Dort bemühen sich die Aufsichtsbehörden derzeit, die IPO-Pipeline zügiger abzuarbeiten und Zulassungen zu beschleunigen. Aber auch der US-Markt kommt nach einer längeren Durststrecke wieder in Fahrt.“

In Europa habe sich die Situation in den letzten Monaten aufgehellt, so Steinbach: „Zurzeit entwickeln sich sowohl die Börsen als auch die Konjunktur in Europa positiv. Die politischen Risiken sind spürbar gesunken, und trotz der Unwägbarkeiten, die mit den anstehenden Brexit-Verhandlungen verbunden sind, sehen wir ein hohes Konsumentenvertrauen, steigende Unternehmensgewinne und eine zunehmende Investitionsbereitschaft aufseiten der Unternehmen. Das sind gute Rahmenbedingungen für den IPO-Markt.“

Positive Signale vom deutschen IPO-Markt

In Deutschland wird es nach Steinbachs Erwartung in diesem Jahr etwa zehn Börsengänge geben: „Die Stimmung hat sich nach einem relativ verhaltenen Jahresauftakt zuletzt aufgehellt. Und dass mit Delivey Hero sogar ein sogenanntes Einhorn – also ein junges Unternehmen  mit einer Bewertung oberhalb der Milliardengrenze – aufs deutsche Börsenparkett kommt, dürfte eine starke Strahlkraft haben und kann dem Markt im zweiten Halbjahr neue Impulse geben – zumal schon einige vielversprechende Kandidaten in den Startlöchern stehen.“

Die weltweit größten Börsengänge im ersten Halbjahr waren die Erstnotiz des Instant-Messaging-Dienstes Snap im Volumen von 3,9 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Netmarble, einem südkoreanischen Entwickler von Online-Spielen, der 2,3 Milliarden US-Dollar einbrachte. An dritter Stelle steht der chinesische Broker Guotai Junan, der bei seinem Börsengang 2,2 Milliarden US-Dollar erlöste.

Von den zehn größten Börsengängen weltweit fanden drei in Nordamerika statt, fünf in Asien und zwei in Europa: Die IPOs des Schweizer Apothekenbetreibers Galenica Santé im Volumen von 1,9 Milliarden US-Dollar sowie des französischen Autoleasing-Anbieters ALD, der 1,3 Milliarden US-Dollar einbrachte.

(Pressemitteilung EY vom 28.06.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Fotolia

27.05.2026

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet

Die Bekämpfung von Geldwäsche tritt in eine entscheidende Phase, doch den Finanzinstituten in Deutschland droht bei der Umsetzung der neuen EU-Regeln die Zeit davonzulaufen. Laut der PwC EMEA AML Survey 2026, für die über 500 Entscheider:innen in 40 Ländern befragt wurden, glaubt nur rund ein Drittel (34 %) der Institute in Deutschland, die zentrale Compliance-Frist

Nur ein Drittel der Finanzinstitute sieht sich für EU-AML-Paket gerüstet
Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

26.05.2026

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion

Digitalisierung gehört für CFOs zu den wichtigsten Aufgaben. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine deutliche Lücke. Das zeigt die Studie „Digital CFO 2026“ der WHU – Otto Beisheim School of Management und PwC Deutschland, für die 207 Finanzchefinnen und Finanzchefs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Zwar bewerten CFOs die Bedeutung der

Digitalisierung ist Top-Priorität der CFOs für ihre Finanzfunktion
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

25.05.2026

Industriejobs verschwinden: Deutsche Industrie baut weiter Stellen ab

Der Stellenabbau in der deutschen Industrie setzt sich fort. Ende des ersten Quartals lag die Zahl der Beschäftigten in Industrieunternehmen um 127.300 oder 2,3 % unter dem Vorjahresniveau. Seit 2019 sind damit 341.500 Industriejobs verloren gegangen – gut 6 % aller Arbeitsplätze in der Branche. Anders gesagt: Seit dem Vor-Corona-Jahr ist jeder siebzehnte Industriearbeitsplatz verschwunden. Autoindustrie besonders

Industriejobs verschwinden: Deutsche Industrie baut weiter Stellen ab
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)