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08.02.2024

Wirtschaftsexperten sehen beachtliches Risiko für Rezession in vielen Ländern

Geopolitische Ereignisse und hohe Energiepreise nennen die Experten als Hauptfaktoren für die erhöhten Rezessionswahrscheinlichkeiten.

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rawpixel/123rf.com

Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus aller Welt halten das Risiko einer Rezession in vielen Ländern bis Ende 2024 für beachtlich. In Europa gilt das insbesondere für Deutschland, das Vereinigte Königreich und die Niederlande (jeweils 38 %) sowie für die Ukraine (41 %). Das geht aus dem Economic Experts Survey hervor, einer vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik. „Geopolitische Ereignisse mit 43 % und Energiepreise mit 33 % der Antworten nennen die Experten als Hauptfaktoren für die erhöhten Rezessionswahrscheinlichkeiten“, sagt ifo-Forscher Philipp Heil fest.

Kaum Sorgen in der Schweiz

Etwas weniger besorgt sind die Befragten in anderen europäischen Volkswirtschaften, wie der Schweiz (17 %), Irland (20 %), Spanien (22 %), Frankreich (23 %), Italien (27 %), Österreich (29 %) oder Belgien (29 %). Diese Zahlen ähneln denen anderer großer Volkswirtschaften: Experten und Expertinnen aus den USA schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ähnlich ein (26 %). Hohe Wahrscheinlichkeiten werden weltweit unter anderem für Israel (44 %), Ecuador (48 %) und Argentinien (61 %) erwartet; Länder, die in jüngster Vergangenheit erhebliche politische Turbulenzen erlebt haben. Der globale Durchschnitt beträgt 26 %.

Globale Konflikte sind entscheidende Unsicherheitsfaktoren

Nicht tragbare öffentliche Finanzen und politische Instabilität spielen laut den Expertinnen und Experten auch eine wichtige Rolle. Während in Deutschland vor allem geopolitische Ereignisse und Energiepreise mit jeweils über 50 % der Antworten dominieren, äußern Befragte in Frankreich hauptsächlich Bedenken hinsichtlich der Geldpolitik (gleichauf mit geopolitischen Ereignissen; 35 % der Antworten). Französische Experten und Expertinnen sind zudem wesentlich besorgter über Handelskriege und Protektionismus als andere Befragte in Europa. „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nach der COVID-19-Pandemie nun neue globale Konflikte die entscheidenden Unsicherheitsfaktoren für die Wirtschaftsentwicklung von Ländern darstellen“, sagt ifo-Forscher Timo Wochner.

An der Umfrage im Dezember 2023 haben 1.431 Expertinnen und Experten aus 124 Ländern teilgenommen.

(ifo Institut vom 08.02.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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