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27.02.2017

Wirtschaftspolitische Unsicherheiten sorgen für mehr Zurückhaltung bei PE-Investoren

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Politische Unsicherheiten trüben die Stimmung der Private Equity (PE)-Branche für 2017 etwas: Nur noch gut die Hälfte der Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einer steigenden Anzahl von M&A-Transaktionen mit PE-Beteiligung – 2016 waren es noch fast zwei Drittel. Die stärkste PE-Aktivität erwarten sie in Spanien, Portugal und Deutschland, während der Ausblick für Großbritannien und Griechenland am schlechtesten ist.

Politische Unsicherheiten trüben die Stimmung der Private Equity (PE)-Branche für 2017 etwas: Nur noch gut die Hälfte der Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einer steigenden Anzahl von M&A-Transaktionen mit PE-Beteiligung – 2016 waren es noch fast zwei Drittel. Die stärkste PE-Aktivität erwarten sie in Spanien, Portugal und Deutschland, während der Ausblick für Großbritannien und Griechenland am schlechtesten ist.

Top-Thema 2017 dürfte der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Investoren sein, die sich vor allem für M&A-Deals in den Branchen Investitionsgüter und Technologie sowie Automobil interessieren. Das zeigt der „European Private Equity Outlook“, für den Roland Berger wie in den Vorjahren europaweit Private Equity Investoren befragt hat.

Wirtschaftspolitische Instabilität bremst Akquisitionen ab

„Das Vertrauen der Investoren in die politische Stabilität nimmt gerade deutlich ab“, sagt Sascha Haghani, Global Head of Restructuring and Investor Support von Roland Berger. „Die Unsicherheiten, die sich aus der neuen amerikanischen Regierung, dem Brexit sowie den anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland ergeben, wiegen schwer.“

So befürchten fast drei Viertel der Studienteilnehmer für 2017 eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Stabilität – mit negativen Folgen für den gesamten M&A-Markt. Erwarteten 2016 noch 64 Prozent der Investoren eine steigende Anzahl von Akquisitionen, so sind es jetzt nur noch 52 Prozent.

Die Auswirkungen der politischen Instabilität zeigen sich auch in der in der geografischen Differenzierung: Für Großbritannien erwarten die Befragten einen Rückgang der PE-Aktivitäten (-2,1%) und verweisen es damit auf den letzten Platz im Länderranking, noch hinter Griechenland (-1,6%). In den übrigen europäischen Ländern wird dagegen eine Zunahme der PE-Aktivitäten erwartet, allen voran in Spanien und Portugal (jeweils 2,6%) und Deutschland (2,4%).

Bezüglich der einzelnen Industriebranchen sehen die Studienteilnehmer die meisten Akquisitionen mit PE-Beteiligung in der Technologie- und Medien-Branche (72%), gefolgt von Pharma und Healthcare (68%). Die geringste Aktivität wird für die Branchen Energie (19%), Bau (18%) und Automobil (16%) prognostiziert. „Diese Tendenz zeigt, dass Investoren ein starkes Interesse an Firmen mit innovativen Technologieansätzen haben“, erklärt Roland Berger-Partner Christof Huth. „Denn durch zukunftsträchtige Technologien erhoffen sich internationale Investoren sehr gute Wachstumsraten.“

Chinesische Investoren auf dem Vormarsch

Zugang zum umkämpften europäischen Markt durch Schlüsseltechnologien versprechen sich vermehrt auch chinesische Investoren. So erwarten 57 Prozent der Befragten, dass der Wettbewerb durch chinesische Finanz- und strategische Investoren weiter zunimmt. Besonderes Interesse der Chinesen prognostizieren sie in den Bereichen Investitionsgüter und Maschinenbau (22%), Automotive (16%) sowie Technologie und Media (16%).

„Die wachsende Nachfrage aus China wird getrieben durch das Interesse der Investoren für boomende Felder wie Industrie 4.0, künstliche Intelligenz, Automotive und Energie“, erklärt Sascha Haghani. „Der angekündigte Antiglobalisierungskurs der aktuellen amerikanischen Regierung wird zu einer weiteren Öffnung der europäischen Märkte gegenüber Asien führen.“

Dabei gehen die PE-Experten vor allem von kleinen und mittelgroßen M&A-Deals aus: Für die Klasse bis zu 50 Millionen Euro erwarten 63 Prozent ein Wachstum. Bei Transaktionen bis zu 100 Millionen Euro erwarten dies 53 Prozent und in der Gruppe bis 250 Millionen Euro gehen noch 40 Prozent von einem Zuwachs aus. „Dieser Größenfokus spiegelt die deutsche Industriestruktur und insbesondere die hohe Wettbewerbsfähigkeit des hiesigen Mittelstands wider“, kommentiert Christof Huth.

Investoren setzen auf Portfoliomanagement

Um den Wert der erworbenen Firmenbeteiligungen zu steigern, planen 88 Prozent der befragten Private Equity-Gesellschaften, verstärkt auf das aktive Portfoliomanagement zu achten. „Eine passive Haltung gegenüber den Firmenbeteiligungen führt nicht zu positiven Ergebnissen – das haben Investoren schon längst erkannt“, betont Christof Huth. „Wer einen Mehrwert in seinen Portfoliounternehmen schaffen will, der muss sich an wichtigen Entscheidungen aktiv beteiligen.“

Mehrwert im Portfolio wollen europäische Investoren zudem durch weitere Zukäufe (34%) sowie durch die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen in den Beteiligungen erreichen (24%). Aspekte wie ein optimiertes Pricing, Kostensenkungsmaßnahmen oder ein angepasste Marktpräsenz (jeweils 8%) spielen dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.

(Pressemitteilung Roland Berger vom 20.02.2017)


Redaktion

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