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20.09.2022

Zahl der Zombie-Unternehmen nimmt weiter zu und diese gefährden das Vertrauen in den Kapitalmarkt

Weltweit gibt es immer mehr Unternehmen, die drei Jahre in Folge nicht in der Lage sind, mit ihrem operativen Ergebnis die laufenden Zinsverbindlichkeiten zu decken und insofern über kein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen - sog. Zombie-Unternehmen. Im Vergleich zur letztjährigen Studie steigt deren Anzahl um 10% auf nun nahezu 2.000 Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Kearney, für die die Studienautoren auf zirka 4,5 Mio. Datensätze von etwa 70.000 börsennotierten Unternehmen aus 154 Branchen und 152 Ländern zurückgegriffen haben.

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Die steigende Zahl an Zombie-Unternehmen macht deutlich, dass grundsätzlich Kapital-Fehlallokationen im Markt herrschen, die erhebliche Verlustrisiken für Kapitalgeber beinhalten. Im Vergleich zu 2021 steigt die Zahl der Zombie-Unternehmen um 10% auf nun nahezu 2.000 Unternehmen, wie eine Kearney-Analyse zeigt. Insbesondere der Mittelstand ist betroffen. In Anbetracht der steigenden Zinsen ist die Existenz vieler Unternehmen, vor allem in Europa, bedroht.

Weltweit sind die meisten Zombie-Unternehmen im Mittelstand zu finden

Laut der Studie belasten steigende Energie- und Rohstoffkosten, angespannte Lieferketten und Personalengpässe die Unternehmen. Finanzierungsprobleme kommen für viele erschwerend hinzu. Nur wenige Unternehmen, die über kein nachhaltiges Geschäftsmodell verfügen, scheiden auch tatsächlich wegen Insolvenz aus den Märkten. Jedes Jahr werden mehr Unternehmen zu Zombies, als aus dem Markt ausscheiden, gekauft werden oder sich wieder erholen. Zombies haben einen allzu leichten Zugang zu Kapital, das hilft ihnen beim Überleben. Ein besonderes Risiko entsteht durch die aktuell steigenden Zinsen. Die Analyse zeigt, dass die Anzahl der Zombies dadurch nochmals um nahezu 40% zunehmen könnte, so die Prognose der Studienautoren. Weltweit sind die meisten Zombie-Unternehmen im Mittelstand zu finden, wobei dies nur die Spitze des Eisbergs darstellen dürfte, da viele Mittelständler nicht börsennotiert sind und somit nicht in die Studienergebnisse eingeflossen sind.

Von der Immobilienbranche geht ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft aus

Die Studienautoren haben sowohl die verschiedenen Volkswirtschaften als auch Industrien im Einzelnen betrachtet. Ihre Analysen zeigen, dass sich die weltwirtschaftlichen Regionen allesamt ähnlich entwickeln. Sie alle weisen einen Zombie-Anteil zwischen 4% und 6% aus, allerdings mit deutlichen Unterschieden bei den Wachstumsraten: Während in Nordamerika die Anteile der Zombies zwischen 2010 und 2021 von 3,5% auf 5,7% gestiegen sind, gab es in Europa einen wesentlich stärkeren Anstieg von 1,2% auf 5,5%. Es könnte sich sogar noch dramatischer entwickeln, sofern die Zinsen weiter steigen: In dem Fall sehen die Autoren der Studie beispielsweise weltweit jedes siebte börsennotierte Unternehmen im Immobiliensektor bedroht, als Zombie-Unternehmen eingestuft zu werden. Damit gehe von der Immobilienbranche, wie in den Jahren vor der Finanzkrise 2008/2009, ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft aus.

Fehlallokation von Kapital in Zombieunternehmen verhindert mehr Wachstum

Zombies stellen eine Fehlallokation von Kapital dar, das anderweitig zu mehr Wachstum und mehr Ertrag führen könnte. Die Studienautoren sehen einen Betrag von etwa 500 Mrd. USD fehlallokiert und somit unter erheblichem Ausfallrisiko. Vor diesem Hintergrund sind sowohl institutionelle als auch private Anleger, Gesetzgeber und Kapitalmarktaufsichten weltweit gefordert, indem sie das Kapital rechtzeitig effizient allokieren, die Gefahr von Zombies meiden und das Insolvenzrecht so ausstatten, dass kranke Unternehmen rechtzeitig aus dem Markt ausscheiden, so das Fazit der Studienautoren. Die Zahlen dazu ließen sich auf Basis der Jahresabschlüsse jederzeit transparent nachvollziehen.

(Pressemitteilung Kearney vom 20.09.2022)


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