• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • ZEW-Finanzmarkttest: Deutsche Wirtschaft stagniert in 2025

23.04.2025

ZEW-Finanzmarkttest: Deutsche Wirtschaft stagniert in 2025

Der ZEW-Finanzmarkttest prognostiziert wirtschaftliche Stagnation Deutschlands und steigende Inflationsgefahr für die USA.

Beitrag mit Bild

irrmago/123rf.com

Der Generationswechsel in der US-Handelspolitik hat die Weltmärkte erschüttert. Nachdem bereits im Februar 2025 Zölle auf Stahl und Aluminium in Höhe von 25 % oder mehr angekündigt wurden, kamen am 02.04.2025, dem „Liberation Day“, noch umfassendere Importzölle hinzu. Diese beinhalten einen allgemeinen Basiszoll von 10 % auf alle Importe sowie zusätzliche „Reziprozitätszölle“ auf bestimmte Länder, die bis zu 125 % betragen können.

Stagnation in Deutschland

Zu den möglichen Auswirkungen auf die Preise und das Rezessionsrisiko in Deutschland, der Eurozone und den USA wurden Finanzmarktexpertinnen und -experten im Rahmen der Sonderfrage im ZEW-Finanzmarkttest befragt. Sie gehen demnach davon aus, dass Deutschlands Konjunktur 2025 weiterhin stagnieren wird. Obwohl eine Rezession für Deutschland für nicht unwahrscheinlich gehalten wird, sehen die Befragten aktuell keine erhöhte Gefahr für die Preisstabilität, sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone. Für die USA liefern die Ergebnisse ein anderes Bild.

„Die turbulente protektionistische Handelspolitik der USA könnte nicht nur den Welthandel beeinträchtigen, sondern gravierende Folgen für die Preisstabilität in den USA haben“, betont Dr. Lora Pavlova, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“ und Leiterin des ZEW-Finanzmarkttest. „Für die kommenden Jahre wird eine Inflationsrate von jeweils 2,3 % erwartet, was die entscheidende zwei-Prozent-Marke der EZB nur knapp übersteigt. Im Gegensatz dazu übersteigt die erwartete US-Inflationsrate für die Jahre 2025 und 2026 mit 3,2 und 3,1 % deutlich den Zielwert der Fed. Mit 2,9 % im Jahr 2027 implizieren die Erwartungen einen dauerhaften Druck auf das US-Preisniveau in der mittleren Frist.“

Erwartetes reales BIP-Wachstum

Die Finanzmarktexpertinnen und -experten erwarten für Deutschland ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 0,1 %. Etwa 30 % der Befragten erwarten ein drittes Rezessionsjahr in Folge für Deutschland. Die Wachstumsaussichten für die Eurozone sind dagegen etwas optimistischer: Es wird erwartet, dass die EU im Jahr 2025 um 0,7 % wachsen wird. Bemerkenswert sind die Wachstumserwartungen für die USA: Die Expertinnen und Experten erwarten trotz der Zollpolitik eine reale BIP-Wachstumsrate von 1,5 % für 2025.

Anstieg globaler wirtschaftlicher Unsicherheit

„Die aktuelle US-Handelspolitik sorgt aufgrund ihrer Dynamik für einen massiven Anstieg globaler, wirtschaftspolitischer Unsicherheit. Das spiegelt sich besonders deutlich in den Wachstumserwartungen der Befragten für die USA wider“, erklärt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD. Obwohl sie im Durchschnitt positiv ausfallen, sind sich die Befragten diesbezüglich kaum einig. Insbesondere für 2025 verzeichnen die Prognosen eine Standardabweichung von etwa einem Prozentpunkt. Im pessimistischsten Szenario könnte die US-Wirtschaft demnach in 2025 um minus 2,5 % schrumpfen.

(ZEW vom 23.04.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

irrmago/123rf.com

22.10.2026

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro

Der deutschen Wirtschaft sind seit 2020 Investitionen in Milliardenhöhe entgangen. Die Summe entspricht rund 9 % Prozent aller Bruttoanlageinvestitionen der vergangenen sechseinhalb Jahre. Für die Berechnungen hat das IW die tatsächlichen Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Investitionen kommen fast

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro
Meldung

pitinan/123.rf.com

21.10.2026

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze

Der internationale Wettbewerb um künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Dynamik: Laut einer neuen Untersuchung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) haben sich seit 2024 acht Volkswirtschaften bei den Voraussetzungen für den KI-Einsatz so deutlich verbessert, dass sie in eine höhere Bewertungsgruppe aufgestiegen sind. Besonders Japan und Südkorea haben aufgeholt und gehören nun gemeinsam mit den

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze
Meldung

©scandinavianstock/123rf.com

20.10.2026

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich zuletzt aufgehellt und auch in den deutschen Chefetagen kehrt vorsichtiger Optimismus zurück: 86 % der deutschen CEOs erwarten Wachstum für ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren. Das sind 14 %punkte mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit mehreren Jahren (2025: 72 %; 2024: 77 %; 2023: 80 %). Im selben Zeitraum

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)