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26.02.2020

Zentralbanken planen radikale regulatorische Änderungen im Kampf gegen den Klimawandel

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© weerapat1003/fotolia.com

Zentralbanken und Aufsichtsbehörden sind sich der Bedeutung des Klimawandels für den Finanzsektor durchaus bewusst: 70 % sehen den Klimawandel als große Bedrohung für die finanzielle Stabilität. Das zeigt die gemeinsame Studie „Tackling climate change: The role of banking regulation and supervision”   der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars und des OMFIF (Official Monetary and Financial Institution Forum). Zudem beleuchtet die Studie, wie Zentralbanken und Aufsichtsbehörden die Herausforderungen des Klimawandels angehen.

„Vier Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen ist die Debatte um den Klimawandel in vollem Gange. Der Klimawandel betrifft alle finanziellen Institutionen und das Thema ist ganz oben auf der Agenda von Aufsichts- und Regulierungsbehörden weltweit“, erklärt Rudi Lang, Partner und Leader Financial Institutions Group bei Mazars. Allerdings folgen diesem Bewusstsein aktuell noch wenig Taten: Lediglich etwas mehr als die Hälfte (55 %) der Zentralbanken berücksichtigen bisher Klimarisken im Monitoring. Ebenso herrscht Uneinigkeit über die Verantwortlichkeiten. 12 % der Befragten sehen vielmehr andere politische Institutionen wie Ministerien in der Pflicht, aktiv zu werden.

Berücksichtigung von Klimarisiken in Deutschland

Weltweit integrieren Zentralbanken und Aufsichtsbehörden zunehmend Klimarisiken in ihre Aktivitäten. So hat die Deutsche Bundesbank bereits Standards für Green Finance und Green Lending angekündigt, die deutsche Banken zukünftig umsetzen müssen.

„Auch die Bewertung von Klimarisiken als finanzielles Risiko in Stresstests wird von der Deutschen Bundesbank in Erwägung gezogen“, erklärt Markus Morfeld, Partner bei Mazars. „Damit gehört sie zur Mehrheit von 79 %, die diese Maßnahme plant. Bereits in der Umsetzung  sind erst 15 % der weltweit befragten Zentralbanken und Aufsichtsbehörden.“

Zudem zieht die Deutsche Bundesbank bereits in Betracht Unternehmen dazu zu ermutigen bzw. zu verpflichten, klimabezogene Finanzdaten offenzulegen.

Darüber hinaus setzt sich die Deutsche Bundesbank auch in ihren eigenen Geschäftsbereichen für Green Finance ein: Bereits in sechs der 16 Portfolios, die die Deutsche Bundesbank im Namen der Bundesländer verwaltet, werden Nachhaltigkeitskriterien für die Investments angewendet. Ebenfalls soll in den eigenen Investments zukünftig ein größerer Fokus auf Nachhaltigkeitsrisiken gelegt werden. In Zusammenarbeit mit den Bundesländern Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entwickelt die Deutsche Bundesbank zudem Nachhaltigkeits- und ESG-Indizes.

Auch auf internationaler Ebene setzt sich die Bundesbank für eine nachhaltigere Finanzwelt ein: Als Gründungsmitglied beschäftigt sie sich im Network For Greening the Financial System (NGFS) gemeinsam mit anderen Zentralbanken mit der Fragestellung, wie Banken dem Klimawandel begegnen können.

In anderen Bereichen wie der Subventionierung von Green Finance oder der Berücksichtigung des Klimawandels in der Finanzpolitik sind in Deutschland momentan keine Maßnahmen vorgesehen.

Hindernisse bei der Integration von Klimarisiken

Bislang finden die Risiken des Klimawandels bei vielen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden noch wenig Beachtung. Gründe sind das Fehlen entsprechender Analysetools, Methodologien und Daten, wie 84 % der Befragten darlegen. Auch die Fragmentierung der Rahmenwerke ist eine Herausforderung: 31 % der befragten Institutionen befürchten Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit und Konsistenz der aufsichtsrechtlichen Rahmenwerke für Klimarisiken.

(Pressemitteilung Mazars vom 19.02.2020)


Redaktion

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