• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Corona-Schock – Venture Capital-Geschäftsklima stürzt ab

22.05.2020

Corona-Schock – Venture Capital-Geschäftsklima stürzt ab

Beitrag mit Bild

© bluedesign/fotolia.com

Die ungewissen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den deutschen VC-Markt verunsichert. Das Geschäftsklima ist auf ein Allzeittief abgestürzt.

Im 1. Quartal 2020 gibt der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments um 72,3 Zähler auf -61,3 Saldenpunkte nach – ein in dieser Größenordnung noch nie da gewesener Einbruch. Die Bewertungen sowohl der aktuellen Geschäftslage als auch der Geschäftserwartungen durch die VC-Investoren haben sich massiv verschlechtert. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage fällt um -66,6 Zähler auf -52,6 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung um -77,9 Zähler auf -69,9 Saldenpunkte.

Fast alle Klimaindikatoren fallen im 1. Quartal deutlich in den roten Bereich. So hat sich die Stimmung bezüglich Fundraising, Exitmöglichkeiten, Neuinvestitionen und Wertberichtigungen stark verschlechtert. Einzig die Beurteilung der Einstiegsbewertungen – die sich erfahrungsgemäß gegenläufig entwickeln – verbessert sich. Aufgrund der ungewissen weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie haben sich die wirtschaftlichen Aussichten stark eingetrübt, eine Rezession zeichnet sich ab. Die Aktienmärkte und somit die Bewertungsmaßstäbe sind weltweit eingebrochen. Ein deutlich gestiegener Druck auf Portfolio- und Einstiegsbewertungen ist deshalb nachvollziehbar. Die Zurückhaltung bei Neuinvestitionen ist ein bekanntes Krisenphänomen. Der Bedarf an VC ist allerdings nicht eingebrochen. Zwar beurteilen die VC-Investoren Höhe und Qualität ihres Dealflows sowie dessen Innovativität schlechter als im Vorquartal, der Rückgang ist aber vergleichsweise moderat.

„Die Corona-Krise in Deutschland hat der sehr guten Stimmung auf dem VC-Markt ein jähes Ende bereitet“, sagt Dr. Friederike Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Die Erfahrung zeigt, dass sich VC-Investoren in Krisen auf die Portfoliopflege konzentrieren und sich vorerst mit Neuinvestitionen zurückhalten. Das drückt aufs Investitionsniveau. Es ist aber gerade jetzt wichtig, die sehr guten Start-ups, die noch auf der Suche nach VC-Investoren sind, nicht im Regen stehen zu lassen. Denn sie werden die kapitalintensive Time-to-Market sonst schwerlich überstehen. Eine Start-up-Generation zu verlieren wäre ein harter Schlag. Das sehr gute Fundraisingklima der vergangenen Jahre sollte eine Überbrückung doch möglich machen.“

„Die Nachfrage nach Venture Capital dürfte durch die Pandemie nicht merklich sinken“, ergänzt Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied. „Die Herausforderung wird darin bestehen, die Weiterfinanzierung der Startups sowohl in der Breite als auch bei den großen Vorzeige-Startups sicherzustellen. Ansonsten drohen irreparable Schäden am über die letzten Jahre mühsam aufgebauten Startup-Ökosystem. Die Venture Capital-Branche ist aber gut kapitalisiert. Zudem hat die Bundesregierung reagiert und bereits ein Startup-Programm zur Unterstützung aufgelegt, das nun aber auch schnellstmöglich starten sollte.“

(Pressemitteilung KfW vom 22.05.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©fotomek/fotolia.com

24.09.2026

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn

Banken, die konsequent auf vertrauenswürdige künstliche Intelligenz setzen, erzielen deutlich höhere Erträge aus ihren KI-Investitionen. Das zeigt der aktuelle „Data and AI Impact Report“ des Softwareanbieters SAS, dessen Daten vom Marktforschungsunternehmen IDC erhoben wurden. Banken liegen beim KI-Vertrauen vorn Im Branchenvergleich zählen Banken zu den Vorreitern. Ihr Trustworthiness-Index stieg binnen eines Jahres um 12,8 Punkte

Studie: Banken liegen bei KI-Governance vorn
Meldung

©helmutvogler/fotolia.com

23.09.2026

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte

Das Eurosystem treibt die Tokenisierung der Finanzmärkte voran. Am 21.09.2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit „Pontes“ eine Infrastruktur gestartet, über die Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abgewickelt werden können. Damit setzt die Notenbank erstmals ihre Strategie für einen stärker auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Finanzmarkt praktisch um. Sicheres Geld für digitale Märkte Tokenisierung soll

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte
Meldung

pitinan/123.rf.com

22.09.2026

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %

Deutschland investiert deutlich mehr in Künstliche Intelligenz, und generative KI treibt das Wachstum. Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben für generative KI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware wächst um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, nach 19,4 Milliarden Euro in

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)